Beiersdorf: Gute Zahlen vorgelegt

Beiersdorf Gute Zahlen vorgelegt

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Nivea und Tesa lie­fer­ten 2018 gute Gewin­ne. Zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen ver­är­gern aber die Inves­to­ren.

Bei­ers­dorf gehört zu den füh­ren­den Kon­zer­nen in den Berei­chen Kleb­stoff und Kos­me­tik. Im Jahr 2018 konn­ten Umsatz- und Gewinn­ent­wick­lung über­zeu­gen. Ins­be­son­de­re die Kleb­stoff­spar­te behaup­te­te sich trotz nach­las­sen­der Kon­junk­tur­dy­na­mik. Mit­tel­fris­tig dürf­te das neu auf­ge­leg­te Stra­te­gie­pro­gramm den Gewinn und die ope­ra­ti­ve Mar­ge beflü­geln. Inves­to­ren bemän­geln jedoch, dass die anste­hen­den Inves­ti­tio­nen das Jahr 2019 zu einem Über­gangs­jahr mit nied­ri­gen Mar­gen machen. Die Aktie ist seit Jah­ren hoch bewer­tet, und das Unter­neh­men stei­gert die Divi­den­de nicht. Der Ana­lys­tens­core gehört zu den schwächs­ten im DAX.

Bei­ers­dorf (WKN 520000)

Zwei star­ke Stand­bei­ne: Nivea ist die bekann­tes­te Pfle­ge­mar­ke in Deutsch­land. Ähn­li­ches gilt für Tesa als füh­ren­de Mar­ke der Bei­ers­dorf-Kleb­stoff­spar­te. Mit sei­nen Pro­duk­ten ist Bei­ers­dorf welt­weit in mehr als 160 Län­dern prä­sent. Aktu­ell stärkt Bei­ers­dorf mit der Bay­er-Mar­ke “Cop­per­to­ne” sei­ne Prä­senz in Nord­ame­ri­ka.

Umsatz und Gewinn stei­gen: Der Bei­ers­dorf-Umsatz leg­te 2018 trotz des star­ken Euros um 2,5 % auf 7,2 Mil­li­ar­den Euro zu. Berei­nigt um Effek­te von Zu- und Ver­käu­fen, lag das Wachs­tum sogar bei 5,4 % und damit über den eige­nen Pro­gno­sen. Der Kon­zern­ge­winn nach Steu­ern erhöh­te sich um 9,6 % auf 756 Mil­lio­nen Euro.

Kleb­stof­fe über­durch­schnitt­lich erfolg­reich: Der Bei­ers­dorf-Unter­neh­mens­be­reich Tesa ist einer der welt­weit füh­ren­den Her­stel­ler von Kleb­stof­fen für Indus­trie, Gewer­be und End­ver­brau­cher. Trotz schwä­che­rer Kon­junk­tur in Euro­pa leg­te der Umsatz der Kleb­stoff­spar­te über­pro­por­tio­nal um 6,8 % auf 1,3 Mil­li­ar­den Euro zu.

Lang­fris­ti­ge Inves­ti­tio­nen: Kurz­fris­tig belas­ten die Inves­ti­tio­nen in neue For­schungs­zen­tren und Digi­ta­li­sie­rung das Ergeb­nis. Auf mitt­le­re Sicht jedoch sol­len der Umsatz des Unter­neh­mens­be­reichs Con­su­mer (Nivea, Label­lo, Euce­rin und die Luxus­mar­ke La Prai­rie) um 4 bis 6 % und die Mar­ge von aktu­ell unter 15 % auf 16 bis 17 % stei­gen.

Bei­ers­dorf (WKN 520000)

Inves­ti­tio­nen brem­sen Ergeb­nis: Die Haut­pfle­ge ist ein umkämpf­tes Geschäft. Des­halb hat Bei­ers­dorf das „C.A.R.E.+“-Strategieprogramm gestar­tet, durch das jähr­lich 70 bis 80 Mil­lio­nen Euro zusätz­lich für inter­na­tio­na­le Expan­si­on, Inno­va­tio­nen, Digi­ta­li­sie­rung und Mit­ar­bei­ter­qua­li­fi­zie­rung aus­ge­ge­ben wer­den sol­len. Zunächst dürf­te dadurch die ope­ra­ti­ve Mar­ge um rund einen Pro­zent­punkt zurück­ge­hen. Ana­lys­ten und Inves­to­ren nah­men die Stra­te­gie skep­tisch auf.

Hohe Bewer­tung: Das Geschäft von Mar­ken­ar­tik­lern ist bemer­kens­wert sta­bil. Die­se Sta­bi­li­tät wird von Bör­sia­nern grund­sätz­lich hoch­ge­schätzt. Sie schlägt sich damit auch in der Bewer­tung nie­der. Auch wenn Umsatz und Gewinn in der Regel nur ein­stel­lig wach­sen, hat die Bei­ers­dorf-Aktie ein Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 von rund 29.

Kon­stant nied­ri­ge Divi­den­de: Bei­ers­dorf schüt­tet zwar seit jeher eine Divi­den­de aus. Aber mit 70 Cent pro Aktie fällt sie seit Jah­ren kon­stant und nicht üppig aus. Die Divi­den­den­ren­di­te liegt damit seit gerau­mer Zeit unter 1 % (aktu­ell 0,7 %). Sie gehört damit zu den nied­rigs­ten im DAX.

Skep­ti­sche Exper­ten: Ana­lys­ten sind bei Bei­ers­dorf auf­grund der hohen Bewer­tung tra­di­tio­nell eher skep­tisch. Nur drei Exper­ten emp­feh­len den Kauf. 15 von 22 Emp­feh­lun­gen lau­ten auf „Hal­ten“. Dane­ben heißt das Voting vier­mal „Ver­kauf“. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core liegt damit bei — 5 % – ein schlech­ter Wert im DAX.

Akti­en unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core berech­net sich aus der Gesamt­zahl der Ana­lys­ten, die die­se Aktie bewer­ten. Die nega­ti­ven Ein­schät­zun­gen (Ver­kau­fen) wer­den von den posi­ti­ven (Kau­fen) sub­tra­hiert, und das Ergeb­nis wird durch die Gesamt­zahl aller Ein­schät­zun­gen (Kau­fen, Hal­ten, Ver­kau­fen) divi­diert. Die­se Zahl wird mit 100 mul­ti­pli­ziert, um den Pro­zent­wert dar­zu­stel­len. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 15.05.2019; Quel­le: comdirect.de