Bayer: Risiken durch Monsanto

Bayer Risiken durch Monsanto

Der Konzernumbau bei Bayer schreitet voran. Die Analysten sind optimistisch, aber die Übernahme von Monsanto birgt Risiken.

Bayer gehört in seinen Kerngeschäftsfeldern zur Weltspitze. In den kommenden Jahren soll die Rendite durch fortgesetzten Konzernumbau und Personaleinsparungen deutlich gesteigert werden. Die Aktie ist aktuell niedrig bewertet und weist eine üppige Dividendenrendite aus. Bei den Analysten ist Bayer hoch angesehen. Allerdings fiel das Geschäftsergebnis im dritten Quartal 2018 schwach aus. Der Leverkusener Konzern hat mit der Übernahme von Monsanto an Reputation eingebüßt. In den kommenden Jahren drohen Prozess‐ und Schadenersatzrisiken in Milliardenhöhe, und die Verschuldung ist weiterhin hoch.

Bayer (WKN BAY001)

Weltmarktführer im Kerngeschäft: Der einstige klassische Mischkonzern Bayer konzentriert sich auf die beiden Sparten Pharma/Healthcare und Agrarchemie. In der Agrarchemie ist der Leverkusener Konzern nach der Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Monsanto unangefochtener Weltmarktführer.

Geplanter Konzernumbau: Mit weiteren Zu‐ und Verkäufen sowie einem mittelfristigen Abbau von 12.000 Stellen will sich der Bayer‐Konzern fit für die Zukunft machen. Durch die geplanten Maßnahmen und die erwarteten Synergien aus der Monsanto‐Übernahme sollen von 2022 an jährlich 2,6 Milliarden Euro eingespart werden.

Günstige Bewertung: Die Bayer‐Aktie ist nach dem deutlichen Kursrückgang im Jahr 2018 im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt niedrig bewertet. Das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 liegt bei 9,6. Die Dividendenrendite notiert bei 4,5 %. Auch bei leicht rückläufigem Gewinn im Jahr 2018 will der Vorstand im Frühjahr die Dividende mindestens auf dem Vorjahresniveau von 2,80 Euro halten.

Optimismus bei den Experten: Bayer steht aktuell bei den Analysten hervorragend da. Von 24 Einschätzungen lauten zurzeit 17 auf „Kauf“, 7 Experten optieren für „Halten“. Es gibt keine einzige Verkaufsempfehlung. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 71 % und gehört zu den Top‐Werten im DAX.

Bayer (WKN BAY001)

Schwache Geschäftszahlen: Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal 2018 zwar portfoliobereinigt um fast 2 % auf rund 9,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen (EBIT) ging aber um gut 20 % auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortgeführtem Geschäft lag mit 1,19 Euro um rund 18 % unter dem im Vorjahresquartal.

Schlechtes Image: Bayer zahlte mit rund 63 Milliarden US‐Dollar für die Monsanto‐Übernahme nicht nur einen hohen monetären Preis. Auch das Image des Leverkusener Konzerns hat stark gelitten. Denn zu den Kernprodukten des Konzerns gehören jetzt gentechnisch verändertes Saatgut und das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

Hohe Prozessrisiken: In den USA sind inzwischen mehr als 10.000 Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat anhängig. Monsanto soll Krebsrisiken verschleiert haben. Den ersten großen Prozess hat Bayer/Monsanto im Sommer 2018 verloren, das Unternehmen geht nun in die Revision. Prozessbelastungen und Schadenersatzrisiken in Milliardenhöhe werden den Bayer‐Konzern voraussichtlich noch über Jahre beschäftigen.

Hohe Verschuldung durch Monsanto‐Übernahme: Trotz der Einnahmen aus dem Verkauf von Crop‐Science‐Geschäften an BASF lag die Nettofinanzverschuldung von Bayer zum Ende des dritten Quartals 2018 noch bei rund 36,5 Milliarden Euro. Ein weiterer zügiger Abbau ist notwendig, um das Unternehmensrating nicht zu gefährden.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf‐ oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 16.01.2019; Quelle: comdirect.de