Bayer
Monsanto-Deal perfekt

Die Über­nahme macht Bay­er zum Dom­i­na­tor in der Agrar­chemie. Im ersten Quar­tal 2018 belastete aber der wieder­erstark­te Euro das Ergeb­nis.

Mit der Über­nahme von Mon­san­to wurde Bay­er zum welt­größten Anbi­eter von Pflanzen­schutzmit­teln und Saatgut. Der Verkauf der Kun­st­stoff­s­parte Cove­stro war ein uner­wartet großer finanzieller Erfolg. Bei den Ana­lysten genießt der Lev­erkusen­er Konz­ern ein her­vor­ra­gen­des Stand­ing. Allerd­ings hat der starke Dol­lar das Ergeb­nis des ersten Quar­tals 2018 stark belastet, und für die Finanzierung des Mon­san­to-Deals muss Bay­er eine Kap­i­taler­höhung durch­führen. Die Aktie ist aktuell rel­a­tiv hoch bew­ertet, und im Geschäft mit der Agrar­chemie lauern Rep­u­ta­tion­srisiken.

Bay­er (WKN BAY001)

Konzen­tra­tion auf das Kerngeschäft: Der ein­stige Mis­chkonz­ern konzen­tri­ert sich nach den Abspal­tun­gen von Lanxess und Cove­stro auf die bei­den Zukun­ftss­parten Pharmazie/Healthcare und Agrar­chemie. In bei­den Sek­toren gehört Bay­er zu den Welt­mark­t­führern. In der Phar­mazie gelang in einem schwieri­gen ersten Quar­tal 2018 währungs- und port­fo­liobere­inigt ein Umsatz­plus von 2,7 %.

Mon­san­to-Kauf abgeschlossen: Rund 62,5 Mil­liar­den US-Dol­lar zahlt Bay­er für Mon­san­to. Der umstrit­tene Name Mon­san­to wird ver­schwinden, teilte Bay­er mit. Der Kauf ist die größte Aus­land­süber­nahme eines deutschen Unternehmens in der Wirtschafts­geschichte.

Lukra­tiv­er Verkauf von Cove­stro: Der Börsen­gang der Kun­st­stoff-Tochter Cove­stro war für Bay­er ein großer finanzieller Erfolg. Die Kurssteigerun­gen der Abspal­tung waren so groß, dass Cove­stro inzwis­chen sog­ar den Sprung in den DAX geschafft hat. Bay­er hat zulet­zt fast alle restlichen Anteile verkauft und mit nahezu zehn Mil­liar­den Euro weit mehr ein­genom­men als erwartet.

Opti­mis­mus bei den Experten: Bay­er ste­ht aktuell bei den Ana­lysten her­vor­ra­gend da. Von 21 Ein­schätzun­gen laut­en zurzeit 13 auf „Kauf“, acht Experten optieren für „Hal­ten“. Es gibt keine einzige Verkauf­sempfehlung. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei über­durch­schnit­tlichen 62 %.

Bay­er (WKN BAY001)

Schwach­er Jahresstart: Der starke Euro hat Bay­er den Jahresstart ver­mi­est. Der Umsatz fiel im ersten Quar­tal im Ver­gle­ich zum Vor­jahr um 5,6 % auf 9,1 Mil­liar­den Euro. Das oper­a­tive Ergeb­nis vor Son­dere­in­flüssen sank eben­falls um mehr als 5 % auf 2,9 Mil­liar­den Euro. Unter dem Strich ver­di­ente Bay­er mit 1,95 Mil­liar­den Euro 6 % weniger als im Vor­jahr.

Kap­i­taler­höhung: Trotz der Ein­nah­men aus dem Verkauf von Cove­stro muss Bay­er für die Über­nahme von Mon­san­to eine Kap­i­taler­höhung durch­führen. Nur so kann nach Ein­schätzung des Vor­standes das Rat­ing im Bere­ich des Invest­ment Grade gehal­ten wer­den.

Rel­a­tiv hohe Bew­er­tung: Der Bay­er-Kurs hat sich nach zwis­chen­zeitlich­er Schwäche zulet­zt erholt. Das Unternehmen zahlt regelmäßig gute Div­i­den­den, aktuell liegt die Div­i­den­den­ren­dite bei rund 3 %. Bay­er ist aber mit einem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis von rund 15 höher bew­ertet als in den ver­gan­genen Jahren.

Schlecht­es Image: Mon­san­to hat einen schlechteren Ruf als Bay­er. Dafür sind aggres­sive Geschäft­sprak­tiken in der Ver­gan­gen­heit, aber auch die aktuell verkauften Pro­duk­te ver­ant­wortlich. Die Skep­sis bezieht sich vor allem auf das in Deutsch­land beson­ders kri­tisch gese­hene gen­tech­nisch verän­derte Saatgut und das sehr umstrit­tene Unkrautver­nich­tungsmit­tel Glyphosat.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 20.06.2018; Quelle: comdirect.de