Bauwirtschaft: Der Boom hält an

Bauwirtschaft Der Boom hält an

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Die deutsche Baukon­junk­tur läuft rund. Davon prof­i­tieren etliche Aktien aus dem Sek­tor.

Handw­erk­er erstick­en in Aufträ­gen – Bau­un­ternehmen stoßen an ihre Gren­zen. Das ist der aktuelle Zus­tand in der Baubranche. Die Gründe dafür sind vielfältig. So wer­den lan­desweit viele neue Bauge­bi­ete aus­gewiesen, wo neue Häuser und auch Indus­triean­la­gen entste­hen sollen. Selb­st die Dig­i­tal­isierung hat Auswirkun­gen auf die Baubranche, denn Glas­fas­er und Stromk­a­bel müssen unter die Erde gebracht wer­den. Nach Angaben des Deutschen Insti­tuts für Wirtschafts­forschung (DIW) hat jet­zt die Kapaz­ität­saus­las­tung im Hoch- und im Tief­bau ein Reko­rd­niveau zwis­chen 75 und 80 % erre­icht. In der Prax­is bedeutet das: Weit­ere Aufträge wer­den kaum angenom­men und Neukun­den wer­den erst ein­mal vertröstet. „Die Bauwirtschaft wird auch in den kom­menden Jahren flo­ri­erende Geschäfte haben“, sagt Mar­tin Gornig, Forschungs­di­rek­tor Indus­triepoli­tik beim Deutschen Insti­tut für Wirtschafts­forschung (DIW). „Nach der aktuellen Bau­vol­u­men­prog­nose kön­nen Unternehmen mit ein­er Steigerung des nom­i­nalen Bau­vol­u­mens von rund 7,5 % im laufend­en Jahr und gut 6,5 % im näch­sten Jahr rech­nen.“

Unternehmen profitieren vom Bauboom

Von Infra­struk­tur­pro­jek­ten prof­i­tiert unter anderem die im MDAX notierte Hochtief (WKN 607000). Hochtief gehört zu den vier größten inter­na­tionalen Baukonz­er­nen und ist in Deutsch­land die Num­mer eins. Das Leis­tungsspek­trum umfasst die Pla­nung, die Finanzierung sowie das Bauen und Betreiben von Pro­jek­ten jed­er Größenord­nung. Mit seinen Töchtern Flat­iron, Turn­er, UGL und Cimic/Leighton ist der Konz­ern in den USA und Aus­tralien vertreten. Dem Unternehmen gelang in den ver­gan­genen Jahren eine deut­liche Steigerung der Ertragskraft. So verbesserte sich die Umsatzren­dite von schwachen 0,8 % im Jahr 2013 auf zulet­zt 2,6 % im abge­laufe­nen Geschäft­s­jahr 2018. Im Ver­gle­ich zu anderen Branchen ist das immer noch niedrig – weist aber in die richtige Rich­tung.

Die Hel­ma Eigen­heim­bau AG (WKN A0EQ57) wurde 1980 gegrün­det und ist ein Anbi­eter von schlüs­selfer­ti­gen Ein- und Zweifam­i­lien­häusern sowie Ferien­im­mo­bilien in Mas­sivbauweise. Mit mehreren Tausend gebaut­en Eigen­heimen gehört das Unternehmen zu den erfahren­sten der Branche. Haup­tak­tiv­itäten sind Bau­di­en­stleis­tun­gen, das Bauträgergeschäft sowie die Ver­mit­tlung von Finanzierungslö­sun­gen und Ver­sicherun­gen. Hel­ma ist im Wesentlichen in Deutsch­land aktiv. Zwar brachte das Geschäft­s­jahr 2018 einen Umsatzrück­gang um rund 5 %. Gle­ichzeit­ig kon­nte aber die Prof­itabil­ität gesteigert wer­den, die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,6 % auf 8,6 %. Cos­min Filk­er, Ana­lyst beim Research-Haus GBC, erwartet für das laufende Jahr ein erneutes Plus: „Weit­ere Auf­trag­se­ingänge wird Hel­ma durch den geplanten Ver­trieb­sstart bei diversen Pro­jek­ten des Wohn- und Ferien­im­mo­bilien­bere­ichs erzie­len und somit die erfol­gre­iche Entwick­lung fort­set­zen.“

Die Ste­ico SE (WKN A0LR93) pro­duziert und vertreibt Baupro­duk­te aus nachwach­senden Rohstof­fen. Im Seg­ment Holz­fas­er-Dämm­stoffe ist Ste­ico Mark­t­führer in Europa. Die Pro­duk­te find­en beim Neubau und bei der Sanierung von Dach, Wand, Decke, Boden und Fas­sade Ver­wen­dung. Ste­ico ist Sys­te­man­bi­eter für den ökol­o­gis­chen Haus­bau und bietet als einziger Her­steller ein Sys­tem an, bei dem sich Dämm­stoffe aus Holz und Bauele­mente aus Holz ergänzen. Bei Ste­ico liefen zwis­chen 2013 und 2018 die Geschäfte rund: Der Umsatz stieg jährlich um durch­schnit­tlich knapp 10 %. Die Pro­duk­te wer­den auch europaweit stark nachge­fragt. So ste­ht Deutsch­land nur für ein Drit­tel des Umsatzes, während die übrige Europäis­che Union knapp 56 % aus­macht.

ETF auf die europäische Baubranche

Als Alter­na­tive zu den deutschen Einzelin­vest­ments bietet sich ein europäis­ch­er ETF auf die Baubranche an. Mit dem Com­Stage STOXX Con­struc­tion & Mate­ri­als (WKN ETF065) set­zen Anleger bre­it gestreut auf europäis­che Bauak­tien aus dem EuroSTOXX 600. Die größte Posi­tion mit knapp 20 % nimmt der franzö­sis­che Baukonz­ern Vin­ci (WKN 867475) ein. Danach fol­gen die Cement Road­stone Hold­ing (kurz CRH, WKN 864684) aus Irland, die Schweiz­er Lafarge­Hol­cim (WKN 869898) und die schwedis­che Asse Abloy (WKN A14TVM). Die Gesamtkosten bei diesem Branchen-ETF liegen bei 0,25 % pro Jahr.

Aktien, ETF-Index­fonds und Invest­ment­fonds unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grund­lage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gülti­gen Verkauf­sun­ter­la­gen des Fonds („Wesentliche Anlegerin­for­ma­tio­nen“, Verkauf­sprospekt sowie Jahres‐ und Hal­b­jahres­berichte, soweit veröf­fentlicht). Diese Unter­la­gen erhal­ten Sie auf der Fonds‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emit­ten­ten. Die hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage‐ oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 21.08.2019; Quelle: comdirect.de