Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer Archiviert: BASF: Aufwärtstrend verlangsamt sich

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

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Das Chartbild beim Chemieriesen hat sich eingetrübt.

Nur noch wenige Börsianer wissen, was auf dem Börsenparkett gemeint war, wenn Händler riefen: „Gib mir mal einen Kurs für die Anilin.“ Dass hier nach einer Kursstellung gefragt war, ist klar, aber für welche Aktie? Der Firmenname BASF (WKN BASF11) ist eine Abkürzung des ehemaligen Gründungsnamens Badische Anilin- & Soda-Fabrik. An der Börse war unter Händlern nur von Anilin die Rede, und die ältere Garde unter diesen benutzt diese Abkürzung noch heute. Das in Ludwigshafen ansässige Chemieunternehmen ist weltweit tätig und wird auch an vielen Weltbörsen gehandelt.

Auch wenn die Geschäfte weiterhin gut laufen, ist im Chart doch eine gewisse Eintrübung zu beobachten. So zeigt der langfristige Chart schon länger eine abnehmende Aufwärtsdynamik an. Von 2009 bis Mitte 2011 konnte noch ein recht steiler Aufwärtstrend generiert werden. Seit der zweiten Jahreshälfte 2011 wurde dann ein neuer, weniger steiler Aufwärtstrend etabliert.

Nachdem dieser 2014 gebrochen wurde, folgte zunächst ein ausgeprägter Seitwärtstrend. Im Bereich knapp unter 100 Euro ist die Aktie zuletzt zum dritten Mal gescheitert. 2016 hat sich dann ein neuer Aufwärtstrend etabliert, der allerdings kürzlich wieder gebrochen wurde. Die jüngste Entwicklung deutete sich durch die Divergenzen bei den Indikatoren an. Hier konnte das Erreichen des 2015er-Tops nicht mehr nachvollzogen werden. Entsprechend könnte sich nun der Trendbruch als Problem erweisen. Ein Rückgang bis in den Bereich des 2017er-Tiefs bei ca. 80 Euro kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Referenzzeitraum: 01.03.2008 bis 01.03.2018; Quelle: comdirect

Im kurzfristigen Chart zeigt sich, dass sich im Sommer vergangenen Jahres eine Bodenbildung etabliert hat: Im Bereich von 79 Euro wurde das vorläufige Tief erreicht. Die anschließende Anstiegsbewegung führte den Chemieriesen bis nahe an die 100-Euro-Marke. Danach bildete sich ein Seitwärtstrend, der Anfang Februar dieses Jahres nach unten verlassen wurde.

Die im Februar gebildete Formation nennt man Flagge. Diese stellt eine Trendfortsetzungsformation dar. Aus dieser Flagge ist der Wert zuletzt nach unten ausgebrochen, was eine Fortsetzung des seit Mitte Januar bestehenden Abwärtstrends bedeutet. Bei einer Flagge wird das Kursziel so berechnet, dass man den bisherigen Verlust seit Beginn des aktuellen Abwärtstrends Mitte Januar an der Ausbruchsstelle nach unten abträgt. Somit würde nach der Technischen Analyse das Kursziel mindestens im Bereich des Tiefs vom Sommer letzten Jahres liegen.

Referenzzeitraum: 01.03.2017 bis 01.03.2018; Quelle: comdirect

Ob dies so kommt, ist offen, in einer allgemeinen Marktschwäche sollte eine solche Bewegung aber zu erwarten sein. Auch wenn die fundamentale Analyse dagegenspricht, hat sich das Chartbild bei BASF eingetrübt.

Aktien und Edelmetalle unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Typisierende Modellrechnung“ im Impressum). Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 01.03.2018; Quelle: comdirect.de