AXA: Neu aufgestellt

AXA Neu aufgestellt

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Der französische Versicherungskonzern hat 2018 in den USA und China zugekauft und erhöht trotz gesunkenem Nettogewinn die Dividende.

Der französische Axa‐Konzern gehört zu den größten Versicherern weltweit und hat seine Position mit der Übernahme der amerikanischen XL Group und der chinesischen Tianping noch einmal gestärkt. Das Unternehmen zahlt hohe Dividenden und ist attraktiv bewertet. Bei den Analysten gehört die Aktie zu den beliebtesten im Euro STOXX 50. Trotz eines leicht gestiegenen operativen Gewinns sank der Nettoüberschuss im Jahr 2018 vor allem aufgrund von Abschreibungen um zwei Drittel. Die Verschuldung stieg durch die Übernahme der XL Group deutlich an. Zudem belasteten Naturkatastrophen und die anhaltende Niedrigzinsphase die Bilanz.

AXA (WKN 855705)

Breite internationale Aufstellung: Axa gehört zu den größten Versicherungen und Finanzdienstleistern der Welt. Die Produktpalette reicht von Schaden‐ und Unfallversicherungen über Personen‐ und Lebensversicherungen bis hin zu Vermögensverwaltungen, Bank‐ und Immobiliendienstleistungen. Stark vertreten ist das Unternehmen in den USA, Europa und Asien.

Strategische Neuordnung: Im Herbst hat Axa die Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers XL Group abgeschlossen. Damit wird der französische Konzern zum Weltmarktführer für Schadensversicherungen im Industriesektor. Gleichzeitig stärkte Axa durch die Komplettübernahme von Axa Tianping die Marktposition in China.

Attraktive Bewertung: Axa gehört zu den dividendenstärksten Aktien im französischen CAC 40 und im Euro STOXX 50. Nach der jüngsten Anhebung der Dividende um acht Cent auf 1,34 Euro liegt die Dividendenrendite aktuell bei 6,3 %. Mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von gut acht ist der Versicherungskonzern im Vergleich zur europäischen Konkurrenz niedrig bewertet.

Optimistische Experten: Axa ist bei den Analysten äußerst beliebt. Zwölf von 15 Empfehlungen lauten zurzeit „Kaufen“, drei Experten plädieren für „Halten“. Kein einziger hat die Aktie zurzeit auf „Verkauf“ gesetzt. Der comdirect Analystenscore liegt bei überzeugenden 80 %.

AXA (WKN 855705)

Einbruch beim Nettogewinn: Beim operativen Gewinn schnitt Axa 2018 durchaus gut ab. Er stieg um 6 % auf 6,2 Milliarden Euro. Währungseffekte, Kosten für Integration und Restrukturierung und vor allem Abschreibungen belasteten das Nettoergebnis aber erheblich. Es sank gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Drittel auf gut 2,1 Milliarden Euro.

Höhere Verschuldung: Die Neuordnung des Unternehmens hat die Verschuldung deutlich gesteigert. Trotz des Verkaufs großer Anteile an der US‐Tochter verdoppelten sich im vergangenen Jahr die Kreditverbindlichkeiten gegenüber Banken auf 16 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad (das Verhältnis von Nettoverschuldung zum bilanziellen Eigenkapital) stieg von 25 % auf 32 %.

Naturkatastrophen belasten: Die Erträge der Neuerwerbung Axa XL litten im vierten Quartal 2018 unter den Naturkatastrophen. Hurrikan Michael und die kalifornischen Waldbrände belasteten die Bilanz jeweils mit rund 300 Millionen Euro. Der Quartalsgewinn hätte in „normalen Zeiten“ bei plus 0,2 Milliarden Euro gelegen, durch die Sonderfaktoren sackte er mit minus 0,4 Milliarden Euro in den roten Bereich.

Langfristige Auswirkungen der Niedrigzinsphase: Alte Renten‐ und Kapitallebensversicherungen im Bestand von Axa haben noch Garantieverzinsungen von 3 % und mehr. Die Gesamtanlagen lieferten zuletzt auch noch 3,1 %. Die Zielrendite der neuen festverzinslichen Anlagen des Versicherers liegt allerdings nur bei 2,5 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 17.04.2019; Quelle: comdirect.de