Australien – Dauerdynamik und wachsender Dienstleistungssektor

Australien Im Daueraufschwung

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Australien wächst seit 27 Jahren ununterbrochen – wegen des nachlassenden Rohstoffhungers Chinas setzt der Kontinent verstärkt auf Tourismus und Bildung.

Rohstoffreichtum, gute geografische Lage und besonnene politische Entscheidungen: Diese Kombination hat Australien durch global schwierige Zeiten auf Wachstumskurs gehalten. Im Jahr 2018 ging es zum 27. Mal in Folge aufwärts, nach aktueller Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 3,2 %. Noch beeindruckender: Nicht ein einziges Quartal war seit 1992 rot: 108 Quartale in Folge gab es ein Plus bei der BIP‐Veränderung. Zuletzt aber kam Skepsis auf. Denn der wesentliche Treiber des Aufschwungs schwächelt – Chinas Rohstoffnachfrage. Australien jedoch hat bereits reagiert: mit einer Stärkung der Binnennachfrage und möglichweise bald auch mit niedrigen Zinsen.

Dienstleistungssektor boomt

Die Abhängigkeit von Rohstoffen nahm in den vergangenen Jahren ab. Mittlerweile entstehen rund zwei Drittel des Bruttoinlandprodukts im Dienstleistungssektor. Zu diesem Sektor gehören auch die australischen Banken, die mit eher konservativem Geschäft deutlich besser durch die Finanzkrise kamen als die internationale Konkurrenz. Zudem ist der Tourismus seit Jahren im Aufwärtstrend. Und auch der Bildungssektor boomt. In beiden Sektoren stützen Chinesen das Wachstum. Sie nutzen „Down Under“ als beliebte Urlaubsdestination. Zudem schicken vor allem wohlhabende Chinesen ihre Kinder oft an eine der anerkannt guten australischen Universitäten.

Australische Börse erholt sich

Auch wenn Chinas Rohstoffhunger nachgelassen hat, bleibt das Wachstum voraussichtlich intakt. Für 2019 und 2020 erwartet der IWF noch Zuwächse von 2,8 % und 2,7 %. Zudem hat die Notenbank bereits reagiert und eine Lockerung der Geldpolitik angekündigt. Die Leitzinsen liegen zurzeit bei 1,5 %, anders als etwa in der Europäischen Union gibt es Spielraum. Spekulationen auf eine Leitzinssenkung könnten dem Aktienmarkt einen zusätzlichen Push geben. Nachdem auch in Australien im vierten Quartal 2018 die Kurse stark einbüßten, entwickelte sich die Aktienbörse ohnehin zuletzt wieder positiv. Vor allem relativ gute Unternehmensergebnisse brachten die Optimisten zurück an den Markt, aber auch Fusionsankündigungen im Bereich von internationalen Minenwerten.

Breit investieren

So bewegt sich der marktbreite Leitindex S&P ASX 200 wieder in Richtung seiner historischen Hochs. Ein ETF von db X‐trackers (WKN DBX1A2) ermöglicht eine Partizipation an der Entwicklung dieses Index, der aus den 200 größten australischen Unternehmen besteht. Die laufenden Kosten des ausschüttenden Fonds liegen bei 0,5 %. Bei iShares (WKN A0YJ80) gibt es auch einen ETF auf den auf Marktschwergewichte fokussierten MSCI Australia. Er besteht aktuell aus 70 Werten und bringt ebenfalls pro Jahr laufende Kosten von 0,5 % in Abzug. Zu den größten Einzelwerten in beiden Indizes gehören die Commonwealth Bank of Australia (WKN 890952), der australisch‐britische Minenwert BHP Group (WKN 850524), der bis November 2018 noch als BHP Billiton firmierte, Westpac Banking (WKN 854242) und der Biotechnologie‐Konzern CSL (WKN 890952).

Finanzwerte bestimmen mit einem Anteil von jeweils rund 30 % die Entwicklung der beiden Marktbarometer maßgeblich. Aktive Länderfonds von internationalen Fondsgesellschaften können hier flexibler agieren und ihre Finanzwerte‐Gewichtung reduzieren. Beim Fidelity Funds Australia Fund A (WKN 973281) etwa achtet Fondsmanagerin Anita Costa besonders auf die Qualität des Managements, Unternehmensrenditen, Wachstumsaussichten und Bewertung der Unternehmen. Aktuell ist die Finanzbranche untergewichtet. Die laufenden Kosten des aktiven Fonds betragen 1,93 % pro Jahr.

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