Ausschüttungen: Dividenden lohnen sich

Ausschüttungen Dividenden lohnen sich

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Aber der letztjährige Ausschüttungsrekord im DAX wird in diesem Frühjahr wegen der Kürzungen bei Daimler und BMW knapp verfehlt.

Der Deutsche Meister kommt aus dem Süden: Im Fußball ist das keine Überraschung. Siebenmal in Folge hat der FC Bayern München die Bundesliga dominiert. Und seit einigen Wochen sieht es so aus, dass das 2020 nicht anders ausgehen wird. Auch bei den deutschen Dividendenmeisterschaften ist der Süden stark. Im vergangenen Jahr gewann Daimler (WKN 710000), aktuell heißt der Champion Allianz (WKN 840400). Die Münchner Versicherungsgruppe (nebenbei im Stadionnamen und als Anteilseigner des FC Bayern aktiv) stellt im Jahr 2020 den Dividendenrekord im DAX auf: Insgesamt knapp vier Milliarden Euro wird die Allianz Anfang Mai an ihre Aktionäre ausschütten. Die Dividende pro Aktie steigt zum siebten Mal in Folge auf 9,60 Euro pro Aktie, die Dividendenrendite liegt nach den Kurseinbrüchen im DAX damit bei rund 6,4 %.

Spendable Unternehmen im DAX

Frühjahrszeit ist normalerweise Dividendenzeit: Trotz schwieriger Geschäfte im Vorjahr und trotz zuletzt wackelnder Börsenkurse durch die Coronakrise bleiben die deutschen Unternehmen auch in diesem Jahr spendabel. Die 30 größten börsennotierten Unternehmen werden nach Berechnungen von Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank, 2020 rund 35,6 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Die durchschnittliche Dividendenrendite im DAX liegt nach den jüngsten Kursverlusten bei rund 4%: „Wir erwarten, dass mit 18 Unternehmen drei Fünftel der DAX‐Mitglieder ihre Dividende im Vergleich zum Vorjahr steigern“, erklärt Andreas Hürkamp. Zu den Unternehmen mit Dividendenrenditen über 4 %, die gleichzeitig mehr als im Vorjahr ausschütten, gehören neben der Allianz u. a. auch die Münchener Rück (WKN 843002), BASF (WKN BASF11), Volkswagen (WKN 766403) und Siemens (WKN 723610). Fünf Unternehmen allerdings werden ihre Dividenden voraussichtlich kürzen, darunter BMW und vor allem Daimler. Lufthansa, MTU und Deutsche Bank zahlen gar keine Dividende. Der Dividendenrekord aus dem vergangenen Jahr wird daher 2020 knapp verfehlt.

Unklar ist allerdings noch, ob die Mehrzahl der Dividenden in diesem Jahr wie gewohnt im Frühjahr gezahlt werden können. Denn über die Höhe der Ausschüttungen wird auf der Jahreshauptversammlung abgestimmt. Zahlreiche Unternehmen haben ihre HVs bereits auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben – und damit auch die Dividendenzahlungen. Je nach Verlauf der Corona‐Pandemie ist zudem nicht auszuschließen, dass einige Unternehmen trotz guter Geschäftsergebnisse 2019 ihren Aktionären vorschlagen, Reserven für das Krisenjahr aufzubauen und die angekündigte Dividende zu kürzen.

Attraktive Bewertung und stabile Ausschüttungen zählen

„Regelmäßige Dividenden signalisieren dem Aktionär ein solides Geschäftsmodell. Eine lange Dividendenhistorie zeigt, dass das Unternehmen nachhaltig Gewinne erzielt“, erklärt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Allein auf die Höhe der Dividendenrenditen sollten Anleger nach Meinung der Aktienexpertin aber nicht achten. Der Grund: Die Dividendenrendite ist der Quotient aus Ausschüttung und Aktienkurs. Sie kann also nicht nur höheren Ausschüttungen, sondern auch dem Absturz des Aktienkurses geschuldet sein. Diesem Absturz folgt dann oft die Dividendenkürzung: So ging es zuletzt den Autobauern und davor schon Versorgern im Zuge der Energiewende und Banken in Zeiten der Eurokrise.

„Gute Dividendenwerte zeichnen sich durch ein stabiles Geschäftsmodell, hohe Dividendenkonstanz und reichlich Cashflow aus“, sagt Stefan Breintner, der zusammen mit Jan Ehrhardt den DJE Dividende & Substanz (WKN 164325) managt, einen der ältesten deutschen Dividendenfonds. Die Kandidaten für seinen Fonds sollen nicht mehr als 40 bis 60 % des Gewinns an die Aktionäre ausschütten, damit auch in Krisenzeiten ein Puffer bleibt. Die Autobauer finden sich wegen ihrer Schwierigkeiten mit Dieselskandal und E‐Mobilität schon seit 2018 nicht mehr in seinem Portfolio. Unter den zehn Aktien mit dem höchsten Gewicht rangiert anders als in der Vergangenheit mit dem Versicherer Allianz (WKN 840400) auch nur ein DAX‐Wert. Dazu kommt aus Deutschland die im MDAX notierte Hannover Rück (WKN 840221). Daneben sind Unternehmen aus der Pharma‐ und IT‐Branche hoch gewichtet: „Dort sind die Dividendenrenditen zwar noch niedriger als in zyklischen Branchen, aber die Gefahr von negativen Überraschungen ist geringer.“

Breit in Dividendenfonds investieren

„Der Anleger sollte nicht sein ganzes Geld in eine einzelne oder einige wenige Aktien stecken und bei Rückschlägen nicht sofort wieder aussteigen“, erklärt Christine Bortenlänger. „Ideal ist es, sein Geld möglichst breit zu streuen und langfristig anzulegen.“ Eine breite Streuung ist mit Dividendenfonds gut möglich. Im vergangenen Jahrzehnt wurde eine Vielzahl neuer Investmentfonds mit Dividendenfokus aufgelegt. Die meisten Manager setzen auf dividendenstarke Unternehmen aus den großen internationalen Auswahlindizes, mischen mitunter aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen bei. Vier der bekanntesten globalen Dividendenfonds sind bei comdirect auch im Sparplan erhältlich – der DJE Dividende & Substanz (WKN 164325), der DWS Top Dividende LD (WKN 984811) und der Schroder ISF Global Equity Yield — A (WKN A0F5AP). Den Fidelity Funds Global Dividend Fund A (WKN A1JSY0) gibt es aktuell bei comdirect als Top‐Preis Fonds sogar ohne Ausgabeaufschlag.

Alternativ können Anleger auch regionale Schwerpunkte setzen: Unter den etablierten europäischen Dividendenfonds ist der Allianz GIF — Allianz European Equity Dividend — Aktienzins A2 (WKN A12BH6) im Sparplan bei comdirect vertreten. Mit Einmalanlagen können Anleger zum Beispiel in die mit fünf Sternen bei Morningstar bewerteten Fidelity Funds — European Dividend Fund — Y EUR (WKN A0PGWF) und den Siemens Qualität & Dividende Europa — DIS (WKN A0MYQ2) investieren. Unten den Schwellenländer‐Dividendenfonds erreicht der BlackRock Global Funds Emerging Markets Equity Income Fund — A2 USD (WKN A1JHHV) die Bestnote bei Morningstar. Aktuell konzentrieren sich die Fondsmanager vor allem auf Finanz‐ und IT‐Werte. Bekannt für dividendenstarke Aktien ist in Europa insbesondere die Schweiz. Hier erreicht der spezialisierte zCapital Swiss Dividend Fund — A CHF (WKN A1J7GC) vier Sterne. Die drei wichtigsten Aktien im Portfolio sind die Pharmagrößen Novartis (WKN 904278) und Roche (WKN 855167) sowie der Konsumgigant Nestlé (WKN A0Q4DC).

Aktien, ETF‐Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 01.04.2020, Quelle: comdirect.de.