Apple – Rückschlag durch das iPhone

Apple Rückschlag durch das iPhone

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Apples Absatzprobleme in China brachten zuletzt einen Riss in der Erfolgsstory. Die Gewinne jedoch sind stabil, und die Zukunftsgeschäfte laufen gut.

Apple ist die wertvollste Marke der Welt und hat trotz rückläufigem Gesamtumsatz im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 den Gewinn pro Aktie steigern können. Das Zukunftsgeschäft mit Cloud, Apps und Apple Pay entwickelte sich im Weihnachtsquartal ebenso überzeugend wie die Traditionsbereiche Computer und iPhone. Die Aktie ist nach der Kurskorrektur niedrig bewertet und wird durch steigende Dividenden und Aktienrückkäufe gestützt. Allerdings sät der deutliche Rückgang bei den iPhone‐Verkäufen Zweifel am langjährigen Erfolgsmodell des Konzerns. Der Einbruch im Chinageschäft fiel erheblich aus. Apple hat seinen Platz und Nimbus als teuerster Konzern der Welt verloren, und auch die Analysten schwanken zwischen „Halten“ und „Kaufen“.

Apple (WKN 865985)

Wertvollste Marke der Welt: Apple ist seit 2013 die wertvollste Marke der Welt. Mit Mac‐Computern, iPad und vor allem dem iPhone hat der Konzern Technikgeschichte geschrieben. Trotz der Absatzverluste beim iPhone erzielte Apple im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 (zum 31. Dezember 2018) den zweithöchsten Umsatz der Konzernhistorie. Der Quartalsgewinn blieb mit 20 Milliarden US‐Dollar stabil, der Gewinn pro Aktie legte sogar um 7,5 % auf 4,18 US‐Dollar zu.

Starkes Geschäft mit Cloud und Apple Pay: Das Zukunftsgeschäft mit Diensten wie Apps, Onlinespeicher und Apple Music boomt und legte im Weihnachtsquartal um 19 % auf 10,9 Milliarden US‐Dollar zu. Dazu trugen die Gebühren für die 1,8 Milliarden Apple‐Pay‐Transaktionen bei, die im vergangenen Quartal getätigt wurden. Auch der Deutschlandstart von Apple Pay fiel überzeugend aus.

Erstarkte Traditionsprodukte: Anders als beim iPhone legten andere Apple‐Klassiker zu. Die Sparte Computer verbesserte sich um 8 % auf ein neues Allzeit‐Quartalshoch von 7,4 Milliarden US‐Dollar. Die iPads legten mit neuen, teureren Geräten sogar um 17 % auf 6,7 Milliarden US‐Dollar zu. Das sonstige Geschäft mit AirPods, Lautsprechern und der Apple Watch schließlich wuchs um rund ein Drittel auf 7,3 Milliarden US‐Dollar.

Niedrige Bewertung: Nach der Kurskorrektur ist die Apple‐Aktie im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt niedriger bewertet. Das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis für das Jahr 2019 liegt bei knapp 15. Die Dividende wurde in den vergangenen Jahren stetig gesteigert, inzwischen liegt die Dividendenrendite bei rund 1,8 %. Auch regelmäßige Aktienrückkäufe stützen die Aktienbewertung.

Apple (WKN 865985)

Rückschlag beim iPhone: Trotz höherer Gerätepreise ging der Umsatz im iPhone‐Geschäft im 1. Quartal 2018/2019 (zum 31. Dezember) um rund 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Mit knapp 52 Milliarden US‐Dollar machten Smartphones „nur“ noch 61 % der Apple‐Erlöse aus. Die gesamten Konzernerlöse gaben gegenüber dem Vorjahresrekord um rund 5 % auf 84,3 Milliarden US‐Dollar nach.

Herausforderung China: Verantwortlich für Apples Umsatzprobleme war vor allem das Chinageschäft. So fielen die Erlöse im Reich der Mitte im ersten Geschäftsquartal 2018/2019 von knapp 18 Milliarden Dollar auf rund 13,2 Milliarden US‐Dollar. Neben den Problemen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China machten sich vor allem die hohen Preise für die jüngste iPhone‐Generation negativ bemerkbar.

Nimbus verloren: Noch im August hatte Apple als erster Konzern an der Börse den Wert von einer Billion US‐Dollar erreicht. Inzwischen hat der Konzern Apple nicht nur seine Stellung als wertvollstes Unternehmen verloren, sondern rutschte zwischenzeitlich hinter Amazon, Microsoft und Alphabet sogar auf Platz vier ab. Der Nimbus der Unangreifbarkeit ist schwer wiederherzustellen.

Stimmung bei den Analysten gemischt: Lange kassierte Apple bei den Analysten Traumnoten. Inzwischen ist die Stimmung gemischt. Zwar rät noch kein einziger der 21 Analysten zum Verkauf. Die Empfehlungen „Kaufen“ (11) und „Halten“ (10) liegen aber sehr nahe beieinander. Über einen comdirect Analystenscore von 52 % würden sich viele andere Unternehmen freuen, für Apple aber ist er im historischen Vergleich niedrig.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.02.2019; Quelle: comdirect.de