Amazon Prime Paket steht auf der Straße

Amazon Cloud-Sparte treibt Gewinne

Der Dominator des Onlinehandels verdient bei IT-Dienstleistungen überdurchschnittlich gut.

Amazon hat den Handel revolutioniert und breitet sich in neue Dienstleistungsbereiche aus. Die Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich in stark steigenden Gewinnen aus. Besonders margenstark ist die Cloud-Sparte Amazon Web Services. Im comdirect Analystenscore erreicht die Aktie die Traumnote von 100 %. Allerdings blieb zuletzt der Umsatzanstieg hinter den Erwartungen zurück. Die Bewertung des Unternehmens ist trotz der Gewinnsteigerungen noch sehr ambitioniert und macht die Aktie korrekturanfällig. Und beim Amazon Prime Day im Juli zeigten sich ungewohnte Technikprobleme, die bis zum Weihnachtsgeschäft behoben sein sollen.

Amazon (WKN 906866)

Nummer eins im Handel: Ausgehend vom Buchhandel hat Unternehmensgründer Jeff Bezos mit Amazon den Handel revolutioniert. Amazon bietet heute Waren aus fast allen Konsumgüterbranchen. Dabei ist Amazon auch Plattform für Fremdanbieter. Mit Amazon Prime Video, dem Streaming-Service Fire TV, dem Kindle Reader und dem Spracherkennungssystem Echo erschloss Amazon fortlaufend neue Einnahmequellen.

Endlich höhere Gewinne: Über Jahre schrieb Amazon rote Zahlen, weil steigende Umsätze direkt in neue Geschäftsfelder investiert wurden. Das ist Vergangenheit. Der Gewinn zog im zweiten Quartal (zum 30. Juni) überraschend stark auf 2,5 Milliarden US-Dollar an. Im Vorjahresquartal hatte Amazon gerade einmal 200 Millionen US-Dollar verdient.

Gewinntreiber Cloud-Sparte: Neben gestiegenen Umsatzmargen trug besonders die Cloud-Sparte Amazon Web Services zu dem überraschenden Gewinnanstieg bei. Der Umsatz in der Cloud-Sparte stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 % auf 6,1 Milliarden US-Dollar an, der operative Gewinn legte überproportional um 80 % auf 1,65 Milliarden US-Dollar zu.

Expertenmeinungen: Die Marktposition von Amazon sorgt für Euphorie bei den Analysten. 21 von 21 Experten sehen die Amazon-Aktie aktuell als „Kauf“, kein einziger gibt eine Halte- oder Verkaufsempfehlung ab. Der comdirect Analystenscore liegt bei 100 % und ist damit perfekt.

Amazon (WKN 906866)

Umsatzenttäuschung: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz bei Amazon zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39 % auf 52,9 Milliarden US-Dollar. Er lag damit aber dennoch leicht unter den Erwartungen der Analysten. Amazon nahm auch die Umsatzschätzungen für das dritte Quartal leicht auf 54 bis 57,5 Milliarden US-Dollar zurück.

Hohe Bewertung: Die Amazon-Aktie ist trotz der kräftigen Gewinnsteigerung im vergangenen Quartal immer noch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018 von rund 109 hoch bewertet. Der starke Gewinntrend muss also noch lange anhalten, um die Bewertung zu untermauern. Im Gegensatz zu anderen US-Größen wie Apple oder Microsoft zahlt Amazon auch weiterhin keine Dividende.

Korrektur nach Kursexplosion möglich: Amazon gehörte in den vergangenen Jahren zu den Kurstreibern im NASDAQ 100 und machte Gründer Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt. Zwischenzeitlich erreichte die Aktie als zweiter Wert nach Apple sogar eine Marktkapitalisierungsmarke von einer Billion US-Dollar. Auf dem erreichten Niveau ist sie für Korrekturen besonders anfällig.

Opfer des eigenen Erfolgs: Der Amazon Prime Day zeigte im Juli dieses Jahres Wachstumsgrenzen auf: Viele Kunden konnten nach Serverausfällen nicht von den Sonderangeboten profitieren, die Preisangaben waren unübersichtlich. Und in Deutschland, Spanien und Polen streikten die Mitarbeiter. Im Weihnachtsgeschäft muss Amazon zeigen, dass das Unternehmen die Prime-Day-Probleme in den Griff bekommt.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Bei Aktien in ausländischer Währung kann es zu Wertverlusten durch Wechselkursveränderungen kommen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 17.10.2018; Quelle: comdirect.de