Allianz – üppige Dividende

Allianz Üppige Dividende

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Der Versicherungskonzern überzeugt mit guten Geschäftszahlen und einer kräftigen Steigerung der Ausschüttung.

Der Allianz‐Konzern überraschte mit seiner Bilanz für das Jahr 2018 positiv. Insbesondere die Schaden‐ und Unfallversicherung profitierte von gesunkenen Kostenquoten. Die Dividende soll kräftig um einen Euro auf neun Euro angehoben werden. Bei den Analysten hat die Aktie wieder an Vertrauen gewonnen. Allerdings erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr nur stagnierende Gewinne. Die Lebensversicherung und die Vermögensverwaltung litten unter nachlassenden Kapitalanlageergebnissen und dem schwachen vierten Quartal. Mittelfristig sind bei steigenden Zinsen zusätzliche Belastungen zu erwarten.

Allianz (WKN 840400)

Überraschend gute Ergebnisse: Allianz schloss das Jahr 2018 stärker ab, als vom Vorstand prognostiziert und von den Experten erwartet: Der Gesamtumsatz stieg um 3,5 % auf 130,6 Milliarden Euro, bereinigt um Währungs‐ und Konsolidierungseffekte stieg er sogar um 6,1 %. Das operative Ergebnis legte um 3,7 % auf ein Allzeithoch von 11,5 Milliarden Euro zu.

Schaden‐ und Unfallversicherung: Hauptverantwortlich für das gute Ergebnis war die Schaden‐ und Unfallsparte. Die bereinigten Bruttobeitragseinnahmen stiegen hier 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 % auf 53,6 Milliarden Euro. Weil sich gleichzeitig die Kostenquote verbesserte und Naturkatastrophen weniger Großschäden anrichteten, stieg das operative Ergebnis um mehr als 13 % auf 5,7 Milliarden Euro.

Kräftiges Dividendenplus: Allianz verwöhnt traditionell die Aktionäre mit Aktienrückkäufen und vor allem mit üppigen Ausschüttungen. Für das abgelaufene Jahr schlägt Vorstandschef Oliver Bäte die Anhebung der Dividende um einen Euro oder 12,5 % auf neun Euro pro Aktie vor. Die Dividendenrendite liegt damit bei rund 4,6 %.

Optimistische Experten: Allianz gehört bei den Analysten nach einem Zwischentief wieder zu den DAX-Favoriten. Kein einziger Experte stellt die Aktie zurzeit auf „Verkauf“. 17 von 23 Empfehlungen lauten „Kaufen“, sechs votieren für „Halten“. Der comdirect Analystenscore liegt bei überdurchschnittlichen 74 %.

Allianz (WKN 840400)

Vorsichtiger Ausblick: Für das laufende Jahr gibt sich der Allianz‐Konzern betont vorsichtig. 2019 wird ein konstanter operativer Gewinn von 11,5 Milliarden Euro angepeilt – plus/minus 500 Millionen Euro. Eher pessimistische Prognosen sind beim Münchner Konzern allerdings Usus. Auch für 2018 war ursprünglich nicht mehr als Stagnation avisiert.

Lebensversicherung unter Druck: In der Lebens‐ und Krankenversicherung konnte die Allianz zwar mit dem gestiegenen Absatz in Deutschland und den USA punkten. Dennoch sank das operative Ergebnis um 0,2 Milliarden Euro auf 4,2 Milliarden Euro. Gründe waren das gesunkene Kapitalanlageergebnis durch Wertberichtigungen und ein schwächeres Handelsgeschäft.

Schwaches Jahresende in der Vermögensverwaltung: Das operative Ergebnis der Sparte wuchs im Gesamtjahr 2018 zwar um 3,7 % auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im vierten Quartal 2018 jedoch ging es um 9,1 % auf 633 Millionen Euro zurück. Allein in diesen drei schwachen Börsenmonaten reduzierte sich das für Dritte verwaltete Vermögen durch Anlageverluste und Nettomittelabflüsse um 51 Milliarden Euro.

Langfristige Auswirkungen der Niedrigzinsphase: Viele alte Renten‐ und Kapitallebensversicherungen im Bestand der Allianz weisen noch Garantiezinsen von 3,5 % oder 4,0 % auf. Diese Renditen sind in der aktuellen Niedrigzinsphase kaum zu erwirtschaften. Bei mittelfristig steigenden Zinsen in Europa werden zudem die Kurse der aktuell niedrig verzinsten Langläufer leiden.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 17.04.2019; Quelle: comdirect.de