Allianz: Ausschüttung steigt

Allianz
Ausschüttung steigt

Der Ver­sicherungskonz­ern erwirtschaftete 2017 ein überzeu­gen­des Ergeb­nis und erhöht die Div­i­dende. Der Aus­blick auf das laufende Jahr ist allerd­ings gedämpft.

Das Ergeb­nis des Allianzkonz­erns für 2017 lag am oberen Ende der Erwartun­gen. Dazu tru­gen vor allem Reko­rdzu­flüsse in der Ver­mö­gensver­wal­tung und das starke Geschäft in der Lebens- und Kranken­ver­sicherung bei. Die Div­i­dende steigt erneut um 40 Cent auf ein neues Reko­rd­niveau. Allerd­ings fall­en die konz­erneige­nen Prog­nosen für das laufende Jahr gedämpft aus. Die hohen Belas­tun­gen durch Naturkatas­tro­phen ließen die Schaden-Kosten-Quote steigen. Die Ana­lysten erwarten von der Aktie aktuell keine großen Sprünge. Und steigende Zin­sen beein­trächti­gen ten­den­ziell den Wert des Anlei­hebe­standes.

Allianz (WKN 840400)

Gutes Jahre­sergeb­nis: Die vor­läu­fi­gen Bilanz­zahlen des Allianz-Konz­erns für 2017 lagen am oberen Ende der Erwartun­gen. Der Gesam­tum­satz stieg im Gesamt­jahr um 3 % auf 126,1 Mil­liar­den Euro. Auch der oper­a­tive Gewinn wuchs um 0,4 % auf 11,1 Mil­liar­den Euro. Nur der Über­schuss sank wegen Ein­mal­ef­fek­ten durch die US-Steuer­reform und den Verkauf der Old­en­bur­gis­chen Lan­des­bank um 2,3 % auf 6,8 Mil­liar­den Euro.

Starke Ver­mö­gensver­wal­tung: Nach schwachen Vor­jahren erziel­ten die Allianz-Töchter Pim­co und Allianz Glob­al Investors 2017 einen Reko­rd-Net­tozu­fluss von 150 Mil­liar­den Euro. Der oper­a­tive Gewinn der Ver­mö­gensver­wal­tung legte ins­ge­samt im Jahr 2017 auf 2,4 Mil­liar­den Euro zu – fast 11 % mehr als im Jahr zuvor.

Lukra­tive Verträge ohne Garantien: In der Lebens- und Kranken­ver­sicherung legte der oper­a­tive Gewinn um 3,1 % auf 4,4 Mil­liar­den Euro zu. Dazu tru­gen vor allem wach­sende Absatz­zahlen bei der neuen Gen­er­a­tion von Lebensver­sicherungsverträ­gen ohne Garantiezins bei. Bere­inigt um Wech­selkurs-und Kon­so­li­dierungsef­fek­te stiegen die Beitrag­sein­nah­men um 7 %.

Üppige Div­i­dende: Die Allianz gehört seit vie­len Jahren zu den kon­stan­testen Div­i­den­den­zahlern des Deutschen Aktienin­dex. Zur Hauptver­samm­lung am 09.05.2018 sollen die Aktionäre nach Vorschlag von Vor­stand­schef Oliv­er Bäte mit acht Euro 40 Cent mehr als im Vor­jahr erhal­ten. Die Div­i­den­den­ren­dite liegt bei gut 4,5 % und damit fast dop­pelt so hoch wie der DAX-Durch­schnitt.

Allianz (WKN 840400)

Ent­täuschen­der Aus­blick: Große Gewinnsprünge sind bei der Allianz 2018 nicht zu erwarten. Die Prog­nose für das oper­a­tive Ergeb­nis beträgt 10,6 bis 11,6 Mil­liar­den Euro, der Mit­tel­w­ert von 11,1 Mil­liar­den liegt genau auf dem Niveau von 2017. Die US-Steuer­reform soll sich dabei mit 300 Mil­lio­nen Euro pos­i­tiv bemerk­bar machen.

Hohe Schadens­be­las­tun­gen: Naturkatas­tro­phen prägten das Jahr 2017. Die Wirbel­stürme „Har­vey“, „Irma“ und „Maria“ in Übersee und das Sturmtief „Xavier“ in Deutsch­land kosteten die Allianz rund 1,1 Mil­liar­den Euro. Der oper­a­tive Gewinn der Sparte ging um 7,5 % auf 5,1 Mil­liar­den Euro zurück.

Ver­hal­tene Experten: Allianz gehörte bei den Ana­lysten lange zu den DAX-Favoriten. Aktuell sehen die meis­ten den Ver­sicherungskonz­ern nur als Hal­tepo­si­tion: 18 von 26 Experten­mei­n­un­gen laut­en auf „Hal­ten“, nicht ein­mal ein Drit­tel (8) set­zt auf „Kaufen“. Zwar gibt es keine Verkauf­sempfehlung. Aber der comdi­rect Ana­lysten­score fällt mit 31 % unter­durch­schnit­tlich aus.

Auswirkung der Niedrigzin­sen: Viele alte Renten- und Kap­i­tallebensver­sicherun­gen im Bestand der Allianz weisen noch Garantiezin­sen von bis zu 4 % auf. Diese Ren­diten sind in der Niedrigzin­sphase kaum zu erwirtschaften. Bei steigen­den Zin­sen lei­den zudem die Kurse der in den ver­gan­genen Jahren gekauften niedrig verzin­sten Anlei­hen.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 02.05.2018; Quelle: comdirect.de