Airbus: Entwicklung zum Weltmarktführer

Airbus Gute Perspektiven

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Der deutsch-fran­zö­si­sche Kon­zern ent­wi­ckelt sich nach dem Desas­ter der Boe­ing-Kon­kur­renz zum Welt­markt­füh­rer.

Der deutsch-fran­zö­si­sche Air­bus dürf­te in die­sem Jahr dem kri­sen­ge­plag­ten Kon­kur­ren­ten Boe­ing die glo­ba­le Markt­füh­rer­schaft abja­gen. Umsatz- und Gewinn­zah­len ent­wi­ckel­ten sich zuletzt her­vor­ra­gend. Auch die Bestel­lun­gen und Pro­gno­sen sind für die kom­men­den Jah­re viel­ver­spre­chend. Bei den Ana­lys­ten gehört Air­bus seit Lan­gem zu den Favo­ri­ten. Aller­dings gibt es aktu­ell eini­ge recht­li­che und poli­ti­sche Risi­ken. Das Vor­zei­ge­mo­dell A380 wird bald ein­ge­stellt. Air­bus ist nach den Kurs­stei­ge­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re ambi­tio­niert bewer­tet. Die Aktie notiert in Deutsch­land nur im MDAX und bekommt so nicht die gewünsch­te Auf­merk­sam­keit.

Air­bus (WKN 938914)

Star­ke Markt­po­si­ti­on: Air­bus ist mit der Zivil- und Rüs­tungs­spar­te breit auf­ge­stellt und kann auf die Unter­stüt­zung durch zwei Regie­run­gen rech­nen. Über Jah­re ver­such­te Air­bus ver­geb­lich, den US-Kon­kur­ren­ten als Num­mer eins der Luft­fahrt abzu­lö­sen. Nach der Boe­ing-Kri­se und dem Flug­ver­bot der Boe­ing 737 Max wird dies 2019 vor­aus­sicht­lich gelin­gen.

Top-Ergeb­nis­se: Im zwei­ten Quar­tal trieb die wach­sen­de Pro­duk­ti­on der A320­neo-Modell­fa­mi­lie den Kon­zern kräf­tig an. Der Umsatz leg­te im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um 23 % auf 18,3 Mil­li­ar­den Euro zu. Das berei­nig­te EBIT stieg um 72 % auf fast zwei Mil­li­ar­den Euro. Unter dem Strich ver­dien­te Air­bus mit knapp 1,2 Mil­li­ar­den Euro mehr als fünf­mal so viel wie im Vor­jahr.

Gute Pro­gno­sen: Air­bus kommt aktu­ell den Bestel­lun­gen kaum hin­ter­her. Die Auf­trags­bü­cher sind weit im Vor­aus bes­tens gefüllt. Ins­be­son­de­re die Mit­tel­stre­cken­flie­ger der A320­neo-Fami­lie sind sehr gefragt. Die ver­schie­de­nen Model­le die­ser Fami­lie pro­fi­tie­ren vom Ein­bruch der Nach­fra­ge nach dem Kri­sen­jet Boe­ing 737 Max.

Opti­mis­mus bei den Exper­ten: Air­bus steht bei den Ana­lys­ten seit gerau­mer Zeit hoch im Kurs. Von 17 Ein­schät­zun­gen lau­ten zur­zeit zwölf auf „Kauf“, fünf Exper­ten optie­ren für „Hal­ten“, kein ein­zi­ger emp­fiehlt den Ver­kauf. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core liegt damit bei 71 % und gehört zu den höchs­ten im CAC 40 und im Euro STOXX 50.

Air­bus (WKN 938914)

Poli­ti­sche und straf­recht­li­che Risi­ken: Immer noch ste­hen gegen Air­bus Kor­rup­ti­ons­ver­fah­ren an. In Euro­pa und den USA sind hohe Stra­fen nicht aus­ge­schlos­sen. Zudem könn­ten die Han­dels­strei­tig­kei­ten zu Straf­zöl­len sei­tens der USA füh­ren. Schließ­lich könn­te ein unge­re­gel­ter Bre­x­it die Lie­fer­ket­ten zwi­schen Air­bus-Wer­ken auf der Insel und dem euro­päi­schen Fest­land unter­bre­chen.

Ein­stel­lung des A380: Im Febru­ar hat Air­bus die Ein­stel­lung des A380 ver­kün­den müs­sen. Die Pro­duk­ti­on des welt­größ­ten Pas­sa­gier­jets soll im Jahr 2021 nur 14 Jah­re nach sei­nem ers­ten Lini­en­flug aus­lau­fen. Ins­ge­samt war der Aus­flug in das Jum­bo-Seg­ment für Air­bus kein finan­zi­el­ler Erfolg, die Kun­den set­zen eher auf die Air­bus-Model­le A350 und A330neo.

Hohe Bewer­tung: Die Air­bus-Aktie hat in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren einen Höhen­flug ange­tre­ten. Trotz der gleich­zei­tig gestie­ge­nen Gewin­ne ist die Bewer­tung inzwi­schen ambi­tio­niert. Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 liegt bei gut 20. Wenn sich die aktu­el­le inter­na­tio­na­le Kon­junk­tur­ab­schwä­chung auf die Bestel­lun­gen aus­wirkt, könn­te die Ent­täu­schung groß wer­den.

Gerin­ge­re Beach­tung in Deutsch­land: Air­bus gehört zu den größ­ten Unter­neh­men im fran­zö­si­schen CAC 40. In Deutsch­land ist die Aktie jedoch nur im MDAX notiert, weil ein Dop­pel-Lis­ting im höchs­ten Seg­ment nicht erlaubt ist. Die Auf­merk­sam­keit bei Pri­vat­an­le­gern ist so gering. Dabei wäre Air­bus mit einer Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von fast 100 Mil­li­ar­den Euro sogar aktu­ell hin­ter SAP und Lin­de die Num­mer drei im DAX.

Akti­en unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core berech­net sich aus der Gesamt­zahl der Ana­lys­ten, die die­se Aktie bewer­ten. Die nega­ti­ven Ein­schät­zun­gen (Ver­kau­fen) wer­den von den posi­ti­ven (Kau­fen) sub­tra­hiert und das Ergeb­nis durch die Gesamt­zahl aller Ein­schät­zun­gen (Kau­fen, Hal­ten, Ver­kau­fen) divi­diert. Die­se Zahl wird mit 100 mul­ti­pli­ziert, um den Pro­zent­wert dar­zu­stel­len. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 18.09.2019; Quel­le: comdirect.de