Afrika: Chancen für Anleger

Afrika Chancen für Anleger

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Südafrika schaffte die Wende. Länder wie Ruanda, Tansania und Äthiopien wachsen zurzeit allerdings stärker.

Anfang Februar war Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Afrika. In der medialen Berichterstattung stand nach kurzer Zeit nur ein Thema im Fokus: die politische Krise rund um die Wahl in Thüringen. Dabei gab es in Afrika Themen genug: Umwelt‐ und Klimaschutz, wo Afrika erheblichen Nachholbedarf hat. Zudem ging es auch um eine bessere Energieversorgung. Mit Südafrikas Regierungschef Cyril Ramaphosa verbrachte Merkel viele gemeinsame Stunden. Der Grund: Deutschland ist schon heute hinter China und den USA der wichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von rund 17 Milliarden Euro. Nach aktuellen Schätzungen der Bundesregierung sind aktuell ca. 600 deutsche Firmen im Land engagiert. Bestes Beispiel ist BMW mit seinem Werk in Rosslyn nahe Pretoria. Es gilt als eine der modernsten Automobilfabriken der Welt. „Südafrika ist ein Schwergewicht in der deutschen Zusammenarbeit mit Afrika und hat einen ganz anderen Entwicklungsstand als der Rest des Kontinents“, sagt Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika‐Vereins der deutschen Wirtschaft.

Zwar dämpfte dort in den letzten Amtsjahren des Präsidenten Jacob Zuma zunehmende Korruption die wirtschaftliche Dynamik. Aber unter seinem Nachfolger Ramaphosa findet Südafrika politisch und ökonomisch wieder mehr Tritt. So sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Schätzungen des IWF im laufenden Jahr um 1,1 % steigen. Das war allerdings vor dem Ausbruch des Corona‐Virus. Mittelfristig sind die Analysten des IWF für Südafrika und die gesamte Region südlich der Sahara optimistisch. Sie erwarten, dass die komplette Subsahara‐Region in den kommenden Jahren mit über 5 % pro Jahr wachsen wird. Auch diese Zahlen stehen jetzt natürlich unter dem Vorbehalt der Entwicklung der Corona‐Pandemie.

Ruanda, Tansania und Äthiopien auf dem Vormarsch

Wachstumsstärker als das Zugpferd Südafrika sind auf niedrigem Ausgangsniveau aktuell andere Staaten. In Ruanda etwa soll das BIP laut IWF 2019 um 7,8 % gewachsen sein. Für 2020 liegt die Prognose bei plus 8,1 %. Ausländische Investoren können innerhalb von 48 Stunden eine eigene Firma eröffnen und die Genehmigung dazu online beantragen. Die Digitalisierung ist in Ruanda weiter fortgeschritten als in manch europäischem Land. Auch Tansania (2019 plus 5,2 %, 2020 plus 5,7 %) gehörte 2019 zu den weltweit zehn am kräftigsten wachsenden Wirtschaften. Möglich machen dieses Wachstum vor allem eine hohe politische Stabilität, liberale Reformen und gute Bildung. Äthiopien (2019 plus 7,4 %, für 2020 plus 7,2 %) glänzt ebenfalls und packt seine Energieprobleme an. Der Grand Ethiopian Renaissance Dam soll nach Fertigstellung Afrikas größtes Wasserkraftwerk sein. Die Unternehmen des noch immer landwirtschaftlich geprägten Landes dürften künftig von einer besseren Stromversorgung profitieren.

Investieren per Fonds und ETF

„Das Investieren in Aktien der einzelnen Länder ist für Privatanleger schwierig“, sagt Vermögensverwalter Sven Gundermann von Taunus Investments aus Bad Homburg. „Nur wenige große und bekannte Werte sind in Deutschland bei geringem Tradingvolumen handelbar.“ Zudem decken diese Werte wie die BHP Group (früher BHP Billiton; WKN 850524), Anglo American (WKN A0MUKL) oder Astral Foods (WKN 658572) nicht die Breite des Kontinents ab, da sie sich meist mit Rohstoffen oder der Landwirtschaft beschäftigen. Zahlreiche Aktien aus anderen afrikanischen Ländern sind mitunter gar nicht in Deutschland handelbar.

Einfacher können Anleger per Fonds oder ETF in afrikanische Unternehmen investieren. Unter den Fonds mit vier Sternen in der Morningstar‐Wertung gehören der Bellevue Funds (Lux) BB African Opportunities — B EUR ACC Fonds (WKN A0RP3D) mit einem Anlageschwerpunkt in Ägypten und der JPMorgan Funds Africa Equity Fund — A EUR ACC Fonds (WKN A0NH57), der vorrangig in Südafrika investiert. Eine Alternative zum aktiven Fondsmanagement ist ein ETF wie der MSCI Africa Top 50 Swap UCITS ETF (WKN DBX0HX). Er vereint die 50 größten und liquidesten Titel der Region. Der Index enthält mehr als die Hälfte südafrikanische Aktien. Doch auch Marokko (knapp 20 %), Kenia und Ägypten (jeweils knapp 10 %) sind gut vertreten. Die wichtigsten Aktientitel des Auswahl‐Barometers sind aktuell die ägyptische Bank Commercial International Bank Egypt SAE sowie die beiden marokkanischen Unternehmen Maroc Telecom und Attijariwafa Bank.

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