Adidas: Neuer Rekordgewinn

Adidas Neuer Rekordgewinn

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Adidas feiert seinen 70. Geburtstag mit Rekordzahlen. Der Aufstieg in den STOXX 50 wurde allerdings gerade knapp verpasst.

Adidas präsentiert im 70. Jahr des Bestehens neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Die Profitabilität legt erneut zu und insbesondere in China und den USA laufen die Geschäfte hervorragend. Die optimistischen Prognosen für das Gesamtjahr hat Vorstandschef Kasper Rorsted unlängst bestätigt. Allerdings bleibt der Absatz in Europa weiter hinter den Erwartungen zurück. Die Adidas‐Aktie gehört mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von rund 28 zu den teuersten Aktien im DAX. Zuletzt wurde der Aufstieg in den STOXX 50 knapp verpasst und auch bei den Analysten gehört Adidas nicht mehr zu den DAX‐Favoriten.

Adidas (WKN A1EWWW)

Starke Marktstellung: Adidas feiert den 70. Geburtstag und setzt unter dem Dänen Kasper Rorsted den langjährigen Wachstumskurs von Herbert Hainer (designierter Bayern‐München‐Präsident) fort. Im zweiten Quartal 2019 stieg der Umsatz im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum um 4 %. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um knapp 9 % auf 643 Millionen Euro. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft nahm um gut 10 % zu auf 462 Millionen Euro.

Profitabilität steigt: Seit geraumer Zeit legen die Gewinnkennziffern bei Adidas stärker zu als der Umsatz. Auch im abgelaufenen Quartal verbesserte sich die Bruttomarge um 1,2 Prozentpunkte auf 53,5 %. Die operative Marge stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 11,7 %. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie legte ebenfalls um 13 % zu.

Internationales Geschäft brummt: Außerhalb Europas wächst Adidas aktuell deutlich stärker als im heimatlichen Markt. Im zweiten Quartal lag die Umsatzsteigerung in den Emerging Markets bei 16 %, in China betrug das Plus 14 %. Auch in Nordamerika konnte der Konzern die Umsätze um 6 % steigern, insbesondere dank Reebok. Das langjährige Sorgenkind des Konzerns kam auf ein Plus von 10 %.

Prognose bestätigt: Adidas‐Vorstandschef Kasper Rorsted hat die optimistische Prognose für das Gesamtjahr 2019 bestätigt. Der Umsatz soll um 5 % bis 8 %, der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 10 % bis 14 % auf bis zu 1,95 Milliarden Euro steigen. Für ein Jahr ohne globales Sportereignis wie Fußball‐WM oder Olympia wäre das ein großer Erfolg.

Adidas (WKN A1EWWW)

Schwaches Europa‐Geschäft: Im Jahr nach der Fußball‐Weltmeisterschaft schwächelte Adidas im Stammmarkt Europa. Die Umsätze in Russland gingen um 4 % zurück, in Zentraleuropa blieben sie gerade einmal stabil. Die Nachfrage nach Retro‐Klassikern wie der Stan‐Smith‐Reihe geht zurück. Künftig sollen wieder mehr reine Sportprodukte für Umsatzwachstum sorgen.

Hohe Bewertung: Das Papier von Adidas ist schon seit Jahren eine der performancestärksten Aktien im DAX. Zwar legten auch die Unternehmensgewinne kräftig zu. Aber mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis von rund 28 gehört Adidas zu den teuersten Aktien im Auswahlindex. Die Dividendenrendite liegt bei unterdurchschnittlichen 1,4 %.

Sprung in den STOXX 50 verpasst: Adidas hatte lange gute Chancen, in den gesamteuropäischen STOXX‐50‐Auswahlindex aufzurücken. Durch die komplizierten Aufnahmekriterien und nachgebende Aktienkurse hat der Sportartikler diesen Ritterschlag Anfang September jedoch verpasst. Die erwarteten Zukäufe von Index-ETFs und damit ein automatischer Kursschub bleiben damit aus.

Optimismus lässt nach: Die Analysten sehen Adidas zwar grundsätzlich positiv, sind aktuell aber wenig euphorisch. Von 21 Experten sieht aktuell zwar neun die Aktie als „Kauf“, elf aber sehen sie nur als Halteposition. Bei einer Verkaufsempfehlung liegt der comdirect Analystenscore damit bei 38 % und ist gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 30.10.2019; Quelle: comdirect.de