Adidas: Neuer Rekord beim Gewinn

Adidas Neuer Rekord beim Gewinn

Unter Adidas-Chef Kasper Rorsted steigen Margen und Gewinne. Zuletzt enttäuschte jedoch die Umsatzentwicklung in Europa.

Vorstandschef Kasper Rorsted trimmt Adidas auf Rentabilität. Im dritten Quartal 2018 stieg der Gewinn um 19 % an, ähnlich stark dürften die Zahlen für das Gesamtjahr ausfallen. Insbesondere im margenstarken Geschäft in Asien und Nordamerika legte Adidas zuletzt überdurchschnittlich beim Umsatz zu. Die meisten Analysten sind von Adidas überzeugt. Allerdings schwächelte zuletzt das Geschäft in der Stammregion Europa, und die Währungsrelationen sind ungünstig. Die Zweitmarke Reebok bleibt weiter hinter den Zielen zurück, und die Adidas-Aktie gehört mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 von rund 24 zu den teuersten Aktien im DAX.

Adidas (WKN A1EWWW)

Starkes Wachstum: Seit zwei Jahren ist der Däne Kasper Rorsted Vorstandschef bei Adidas und legt regelmäßig Rekordzahlen vor. Im dritten Quartal 2018 stieg der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen beim zweitgrößten Sportartikel-Produzenten der Welt um 19 % auf 656 Millionen Euro. Die operative Marge kletterte um 1,3 Prozentpunkte auf 15,3 %. Das verdeutlicht die gestiegene Profitabilität.

Prognose angehoben: Aufgrund der guten ersten neun Monate des Jahres und der Aussichten für das Weihnachtsgeschäft hat Adidas die Gewinnprognosen angehoben. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll im Kalenderjahr 2018 von 1,43 Milliarden Euro auf 1,66 bis 1,72 Milliarden Euro zulegen. Das entspräche einer Steigerung von bis zu 20 %.

Internationales Geschäft brummt: Außerhalb Europas wächst Adidas aktuell deutlich stärker als im heimatlichen Markt. Im dritten Quartal lag die Umsatzsteigerung in Nordamerika bei 16 %, in China sogar bei 26 %. Das ist positiv für den Ertrag, weil außerhalb Europas die Margen zum Teil deutlich höher liegen. Am stärksten legte zuletzt der Online-Direktverkauf zu – er stieg weltweit um 76 %.

Optimismus: Die Analysten sind von Adidas überzeugt. Von 23 Experten empfiehlt aktuell kein einziger den Verkauf. 15 Analysten haben die Aktie zur zurzeit auf „Kauf“ gestellt, acht sehen sie als Halteposition. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlichen 65 %.

Adidas (WKN A1EWWW)

Schwaches Europa-Geschäft: Nach der Fußballweltmeisterschaft schwächelte Adidas im Stammmarkt Europa. Die Umsätze gingen hier im Vergleich zum Vorjahr um 1 % zurück. Adidas-Chef Rorsted übte Selbstkritik: Das Unternehmen habe sich in Europa zu sehr auf die Erfolge seiner klassischen „Originals“-Produktserie verlassen.

Währungsrelationen belasten: Weltweit verbuchte Adidas währungsbereinigt ein Umsatzplus von 8 % auf 5,87 Milliarden Euro. Das lag leicht unter den Erwartungen der Analysten. Ohne die Bereinigung wären es wegen ungünstiger Währungsrelationen sogar nur 3 % gewesen.

Reebok schwächelt weiter: Seit zwölf Jahren gehört Reebok zu Adidas und konnte in diesem Zeitraum nie wirklich an alte Erfolge anknüpfen. Auch im dritten Quartal sanken die Umsätze bei Reebok um 5 %, weil die Bereiche „Running“ und „Training“ nachgaben. Bei anhaltendem Misserfolg scheint eine Trennung von Reebok auf mittlere Sicht möglich.

Hohe Bewertung: Adidas gehörte zuletzt zu den performancestärksten Aktien im DAX. Zwar legten auch die Unternehmensgewinne kräftig zu. Aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 23 notiert Adidas unter den am höchsten bewerteten Aktien im Auswahlindex. Trotz regelmäßig steigender Ausschüttungen liegt die Dividendenrendite bei mageren 1,5 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 12.12.2018; Quelle: comdirect.de