5G-Technologie – Turbo für die mobile Übertragungstechnik

5G-Technologie Turbo für die mobile Übertragungstechnik

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5G wird 100‐mal so schnell wie der aktuelle Standard. Aber enorme Investitionen sind notwendig, damit das superschnelle Netz die digitalisierte Welt revolutioniert.

Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, der weltgrößten Mobilfunkmesse, gab es Ende Februar nur ein Thema: 5G, die fünfte Generation der mobilen Übertragungstechnik. Zwar präsentierten die ersten Anbieter bereits die entsprechenden Smartphones, aber noch gibt es ein Problem: Aktuell fehlt das Netz, das Daten mit einer Übertragungsrate von bis zu 10.000 Megabit (Mbit) pro Sekunde durch die Netze jagen soll. Während in vielen Ländern an der Technologie und dem Netzausbau schon fleißig gearbeitet wird, hat in Deutschland gerade erst die Versteigerung entsprechender Lizenzen begonnen.

Die neue Technik überträgt Daten ungefähr 100‐mal schneller als der aktuelle 4G‐Standard. 5G ist für viele Innovationen zwingend notwendig. Dies gilt für die Fabriken der Zukunft (Stichwort: Industrie 4.0), in der Maschinen und Roboter dank 5G direkt miteinander kommunizieren werden. „Die neuen Netze sollen zum zentralen Nervensystem der Fabrik der Zukunft werden“, erklärt Christian Fischl, Geschäftsführer der Münchner Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen. „Geräte und Maschinen werden Daten direkt untereinander austauschen, ohne dass die Infrastruktur eines Mobilfunkproviders notwendig ist.“ Wichtig ist das schnelle Netz aber auch für das autonome Fahren, bei dem Fahrzeuge der Zukunft untereinander Daten in Millisekunden austauschen. 5G ist also weit mehr als ein schnellerer Mobilfunkstandard.

Reaktion in Millisekunden

Wie leistungsfähig das neue Netz ist, verdeutlicht ein Beispiel: Die Entwickler von 5G haben den Standard so ausgelegt, dass weltweit 100 Milliarden Mobilfunkgeräte oder Systeme gleichzeitig ansprechbar sind. Dies muss mit einer Reaktionszeit von wenigen Millisekunden geschehen – sonst kann es vor allem beim autonomen Fahren schnell zu Katastrophen kommen. Natürlich kosten Entwicklung und Netzausbau viel Geld. „Experten veranschlagen derzeit allein für Europa eine Investitionssumme von 300 bis 500 Milliarden Euro“, erklärt Heiko Geiger, Zertifikate‐Experte bei der Bank Vontobel in Frankfurt. Profiteure können die Netzbetreiber und ihre Netzausrüster sein, aber auch Chiphersteller, die entsprechende Speichermedien entwickeln und herstellen.

Anleger können bereits heute in die neue Technik investieren: Der Solactive 5G Technology Performance‐Index vereint 20 Aktien von Unternehmen, die genau in diesem Bereich tätig sind. Der Index wird halbjährlich aktualisiert, alle 20 Komponenten werden dabei jeweils wieder gleichgewichtet. „So kann ein Klumpenrisiko reduziert werden“, erklärt Zertifikate‐Experte Geiger. „Zudem nehmen Anleger durch das Rebalancing quasi automatisch bei gut gelaufenen Aktien einen Teil der Gewinne mit.“ Vontobel hat den 5G‐Index bereits im Vorjahr via Open‐End‐Zertifikat (WKN VA9H37) handelbar gemacht. Die Schweizer nehmen dafür eine jährliche Managementgebühr von 1,2 %.

Mögliche Profiteure vor allem in den USA

Keine Überraschung ist, dass mit neun US‐Werten der regionale Schwerpunkt derzeit in Nordamerika liegt. Immerhin fünf Titel kommen aus Japan und zwei aus Europa. Die europäischen Unternehmen sind Ericsson (WKN 850001) aus Schweden und Nokia (WKN 870737) aus Finnland. Bekannteste US‐Werte sind AT&T (WKN A0HL9Z), Intel (WKN 855681), Apple (WKN 865985) und Broadcom (WKN A2JG9Z). Aber auch China Mobile (WKN 909622) und China Telecom (WKN A0M4XS) sowie die Japaner NTT Docomo (WKN 916541) und Mitsubishi Electric (WKN 856532) sind hierzulande bekannt. Sie können für risikofreudige Aktienanleger auch als Einzelwerte eine Anlageidee sein. Inverstoren sollten aber beachten, dass sich die 5G‐Technologie erst mittel‐ bis langfristig positiv auf die Gewinne der Unternehmen auswirken wird. Ein entsprechend langer Atem könnte notwendig sein.

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