30 Jahre DAX

30 Jahre DAX
Hält der positive Trend?

Der Deutsche Aktienin­dex DAX feierte am 1. Juli seinen 30. Geburt­stag. Geht die Erfol­gssto­ry weit­er?

Der Deutsche Aktienin­dex DAX hat in den ver­gan­genen 30 Jahren zwar teil­weise stark geschwankt, ins­ge­samt den Anlegern aber sehr gute Ren­diten beschert. Viele Gründe sprechen dafür, dass dieser Trend anhält. So sind bei weit­er­hin extrem niedri­gen Zin­sen Alter­na­tiv­en zu Aktien wie Staats- und Unternehmen­san­lei­hen wenig attrak­tiv. Die Weltwirtschaft befind­et sich auf dem Wach­s­tum­sp­fad, und die Bew­er­tung der DAX-Unternehmen ist im his­torischen Ver­gle­ich eher niedrig. Vor allem kurzfristig sind stärkere Rückschläge im DAX nicht auszuschließen. Denn nach dem Auf­schwung der ver­gan­genen Jahre sind die Börsen für Kor­rek­turen anfäl­lig. Die dro­hen­den Han­del­skriege drück­en eben­so auf die Stim­mung wie die man­gel­nde Einigkeit in Europa und die unsichere Lage in Ital­ien. Die deutsche Wirtschaft jeden­falls zeigte in der ersten Jahreshälfte bere­its Bremsspuren.

846900 — DAX

Zum aktuellen Kurs

Lange Erfol­gssto­ry: Trotz zwis­chen­zeitlich stark­er Schwankun­gen hat sich eine Investi­tion in den deutschen Aktien­markt für Anleger mit­tel- und langfristig sehr gelohnt. Inner­halb von 30 Jahren hat sich der Per­for­mance-DAX annäh­ernd verelf­facht. Nahezu die Hälfte der Ren­dite macht­en dabei Div­i­den­de­nauss­chüt­tun­gen aus.

Extrem niedrige Zin­sen: Zwar kauft die Europäis­che Zen­tral­bank nur noch bis Jahre­sende Anlei­hen auf. Aber die Leitzin­sen in der Euro­zone ste­hen bis min­destens Som­mer 2019 bei 0,0 %. Gle­ichzeit­ig wer­fen Anlei­hen mit mit­tleren Laufzeit­en keine Zin­sen ab. Ohne Aktien müssen Anleger selb­st bei gerin­gen Infla­tion­srat­en mit Realver­lus­ten rech­nen.

Weltwirtschaft wächst: Die amerikanis­che Wirtschaft wird von Don­ald Trumps Steuersenkun­gen angetrieben, und auch die meis­ten Schwellen­län­der sind opti­mistisch. Nach Ein­schätzung des Inter­na­tionalen Währungs­fonds (IWF) wächst die Weltwirtschaft 2018 und 2019 jew­eils um 3,9 %. Davon dürften expor­to­ri­en­tierte deutsche DAX-Unternehmen prof­i­tieren.

Attrak­tive Bew­er­tung: Angesichts der zulet­zt deut­lichen Gewinnsteigerun­gen der Unternehmen sind deutsche Aktien aktuell nicht hoch bew­ertet. Das durch­schnit­tliche Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis der 30 DAX-Werte für das Jahr 2018 liegt bei rund 12,5 und damit unter dem Durch­schnitt der ver­gan­genen 30 Jahre.

Han­del­skriege in Sicht: Strafzölle für aus­ländis­che Waren in den USA und entsprechende Vergel­tungs­maß­nah­men in Europa oder Chi­na drück­en auf die Stim­mung in der Weltwirtschaft. Hal­ten die Auseinan­der­set­zun­gen mit­tel­fristig an, dro­ht nicht nur eine starke Beein­träch­ti­gung der Börsen­stim­mung, son­dern auch ein neg­a­tiv­er Ein­fluss auf die Real­wirtschaft.

Poli­tis­ch­er Zusam­men­halt in Europa: Die Europäis­che Union ist weit­er­hin frag­il. Abge­se­hen von der man­gel­nden Abstim­mung in poli­tis­chen Fra­gen gewin­nen in zahlre­ichen Län­dern Nation­al­is­ten an Gewicht. Geht die neue ital­ienis­che Regierung auf Kon­fronta­tion­skurs, gerät die Europäis­che Währung­sunion in Gefahr. Ein solch­es Szenario wäre Gift für die Aktien­märk­te.

Deutsche Wirtschaft im Abwärt­strend: Der große Kon­junk­tur­op­ti­mis­mus zu Jahres­be­ginn ist dahin. Statt 2,5 % Plus beim BIP-Wach­s­tum wie 2017 erwarten Experten inzwis­chen für 2018 nur noch ein Plus von 2 %. Bei größeren inter­na­tionalen Erschüt­terun­gen kön­nte es auch weniger wer­den. Die Stim­mung bei den Unternehmen jeden­falls hat gelit­ten. Der wichtige Ifo-Index ging seit dem Hoch im Novem­ber 2017 nahezu kon­tinuier­lich zurück.

Kor­rek­turge­fahr: Auch die stärk­sten Hausse-Phasen an der Börse dauern nicht ewig. Der DAX ist seit dem Ein­bruch in der Finanzkrise seit fast zehn Jahren ten­den­ziell im Aufwärt­strend. Angesichts der aktuellen kon­junk­turellen und poli­tis­chen Gefahren sind deut­liche Kor­rek­turen an den Aktien­märk­ten nicht unwahrschein­lich.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 18.07.2018; Quelle: comdirect.de