Zertifikat

Zer­ti­fikate gibt es im täglichen Leben für nahezu alles, meist als Beglaubi­gung oder Bescheini­gung. Am Kap­i­tal­markt hat sich das Zer­ti­fikat hinge­gen in den ver­gan­genen Jahren als eigen­ständi­ge Anlageklasse etabliert, Mark­t­teil­nehmer sprechen daher auch vom Anlagez­er­ti­fikat. Die Her­aus­ge­ber solch­er Anlagez­er­ti­fikate sind in der Regel Banken, sie wer­den als Emit­ten­ten beze­ich­net. Im rechtlichen Sinne ist ein Zer­ti­fikat daher eine Schuld­ver­schrei­bung – also eine Anlei­he, die von ein­er Bank her­aus­gegeben wird. Die Beson­der­heit ist dabei eine vor­ab fest­gelegte, indi­vidu­elle Aus­gestal­tung der Rück­zahlungs­be­din­gun­gen. Dies ist die soge­nan­nte derivate Kom­po­nente, denn die Wer­ten­twick­lung und die Rück­zahlung hän­gen von der Entwick­lung ander­er Finanzpro­duk­te (etwa ein­er Aktie oder einem Index) ab.

Emittentenrisiko beachten

Neben dem klas­sis­chen Mark­trisiko, also dem Auf und Ab an der Börse, kommt auch ein weit­er­er Risiko­fak­tor ins Spiel – das Emit­ten­ten­risiko. Denn auch ein Emit­tent kann in die Insol­venz rutschen, wie dies zum Lei­d­we­sen der Anleger bei der ehe­ma­li­gen US-Invest­ment­bank Lehman Broth­ers im Sep­tem­ber 2008 passierte. Zwar haben einige Anleger Teile ihres investierten Kap­i­tals in den Fol­ge­jahren erstat­tet bekom­men, aber vie­len Pri­vat­in­ve­storen war der Appetit auf Zer­ti­fikat-Invest­ments zwis­chen­zeitlich ver­gan­gen. Dabei weisen Zer­ti­fikate Vorteile auf. Kein Pro­dukt am Kap­i­tal­markt bietet die Möglichkeit, Mark­ter­wartun­gen so gezielt umzuset­zen. Je nach Zer­ti­fikate-Typ kön­nen Anleger mit Garantie investieren, klas­sisch auf steigende Kurse set­zen, mit Risikop­uffer ein­steigen, in Seitwärt­sphasen Gewinne erzie­len, auf fal­l­ende Kurse spekulieren oder gehe­belt den Markt ins Visi­er nehmen.

Zertifikate für jeden Anlagezweck

Generell gibt es fünf große Zer­ti­fikate-Typen, die sich in den ver­gan­genen Jahren etabliert haben: Garantie-Zer­ti­fikate, Index-Zer­ti­fikate, Dis­count-Zer­ti­fikate, Bonus-Zer­ti­fikate und Express-Zer­ti­fikate. Bei all diesen fünf Typen gibt es zahlre­iche Unter­pro­duk­te, die jew­eils über spezielle Aus­gestal­tungskom­po­nen­ten ver­fü­gen. Diese Kom­po­nen­ten sollte sich jed­er inter­essierte Anleger vor dem Kauf eines Zer­ti­fikats verdeut­lichen oder sich entsprechend berat­en lassen. Und auch die richtige Auswahl des Basiswerts will gut über­legt sein. Denn das Ange­bot ist umfan­gre­ich: Es begin­nt bei nahezu allen bekan­nten Einze­lak­tien und Indizes, geht über Aktienkörbe und aus­ge­fal­l­ene Strate­gien hin zu Währun­gen und einzel­nen Rohstof­fen wie Gold oder Öl.