Zero-Bond

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Nein – ein Zero-Bond ist kei­ne Erfin­dung aus der Zeit der Nied­rig­zins-Pha­se. Die simp­le Über­set­zung für Zero lau­tet zwar Null. Doch den Bond dann als „Nul­ler-Bond“ zu bezeich­nen, wäre falsch. Viel­mehr han­delt es sich um eine Son­der­form eines fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­piers, wel­ches in der deut­schen Spra­che als Null-Kupon-Anlei­he bezeich­net wird. Am Kapi­tal­markt wird aber die Bezeich­nung „Zero-Bond“ viel häu­fi­ger ver­wen­det.

Die Beson­der­heit von Zero-Bonds im Ver­gleich zu klas­si­schen Anlei­hen: Das Papier sieht kei­ne regel­mä­ßi­ge Zins­zah­lung für die Anteils­eig­ner vor. Viel­mehr kauft der Inves­tor die Anlei­he in der Regel „unter pari“, also zu einem Preis, der deut­lich unter­halb des Nenn­werts liegt. Am Lauf­zeit­ende bekommt der Inves­tor den Bond dage­gen zum vol­len Nenn­wert zurück­be­zahlt. Der Gewinn ent­steht aus­schließ­lich über die posi­ti­ve Kurs­ent­wick­lung. Die Zin­sen wer­den also indi­rekt im Kurs ange­sam­melt, der sich in der Regel bis zum Lauf­zeit­ende dem Nenn­wert von 100 Pro­zent mehr und mehr annä­hert.

Etwas höhere Renditen möglich

Die Gesamt­ren­di­te errech­net sich also aus der Dif­fe­renz zwi­schen dem Kauf­kurs (z. B. 50 oder 60 Pro­zent bei lang­lau­fen­den Zero­bonds) und dem Til­gungs­kurs (100 Pro­zent). Die Ren­di­te spie­gelt die Boni­tät des Schuld­ners und das aktu­el­le Zins­ni­veau wider. Sie ist momen­tan eher gering, liegt aber bei ver­gleich­ba­rer Lauf­zeit und iden­ti­schem Schuld­ner mini­mal höher als bei klas­si­schen fest­ver­zins­li­chen Papie­ren.

Die Bedeutung der Steuer

In frü­he­ren Zei­ten war der Zero-Bond in Deutsch­land ein sehr oft ange­wand­tes Steu­er­spar­mo­dell. Denn wäh­rend Zins­zah­lun­gen steu­er­pflich­tig waren, konn­ten Kurs­ge­win­ne nach einer gewis­sen Hal­te­frist steu­er­frei rea­li­siert wer­den. Die­ses Steu­er­schlupf­loch wur­de mit der Ein­füh­rung der Abgel­tungs­teu­er zum Jah­res­wech­sel 2008/2009 geschlos­sen. Die Tat­sa­che, dass der mög­li­che Gewinn bei Zero-Bonds erst am Lauf­zeit­ende rea­li­siert wird, kann aber wei­ter­hin genutzt wer­den. So lohnt es sich für Bes­ser­ver­die­ner mit­un­ter, via Zero-Bonds Kapi­tal­erträ­ge in die Zeit des Ruhe­stands zu ver­schie­ben, in der der per­sön­li­che Steu­er­satz oft gerin­ger aus­fällt.