Währungseffekte

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Ein stark­er Euro erfreut den deutschen Urlauber, wenn er in den USA Ferien macht und der Dol­lar schwächelt. Denn dann gibt es mehr Urlaub­s­freuden fürs gle­iche Geld. Bei Unternehmen und Anlegern sieht die Per­spek­tive dage­gen oft anders aus.

Schwacher Euro hilft deutschen Exporteuren

Für europäis­che Unternehmen hat ein schwach­er Euro gegen­läu­fige Effek­te. Zum einen wer­den Rohstoffe wie Öl, Gas, Kupfer und Zinn teur­er. Denn sie wer­den tra­di­tionell in US-Dol­lar abgerech­net. Zum anderen prof­i­tieren aber ger­ade Unternehmen aus expor­to­ri­en­tierten Län­dern wie Deutsch­land von einem im Ver­gle­ich zum US-Dol­lar (oder auch dem japanis­chen Yen oder dem chi­ne­sis­chen Ren­min­bi) nachgeben­den Euro. Denn eine solche Ten­denz macht es für Kun­den aus den USA oder Asien attrak­tiv­er, deutsche Waren zu kaufen. Wenn die Verträge in Euro abgeschlossen sind, müssen sie dafür weniger Dol­lar aufwen­den. Falls die Verträge in Dol­lar abgeschlossen sind, prof­i­tieren die deutschen Expor­teure. Denn sie erhal­ten nach dem Umtausch der Dol­lar mehr Euro für ihre geliefer­ten Güter. Die Unternehmensergeb­nisse fall­en damit pos­i­tiv­er aus, als sie tat­säch­lich oper­a­tiv erwirtschaftet wur­den.

Anleger sollten auf Währungsrelationen achten

Anleger soll­ten ihr Port­fo­lio möglichst bre­it auf­stellen. Dazu gehören auch Aktien außer­halb des Euro-Raumes. Mit diesen Aktien holt man sich allerd­ings zusät­zliche Risiken, aber auch Chan­cen ins Depot. Denn neben der Kursen­twick­lung bee­in­flusst auch die Währungsen­twick­lung die Gesamt­per­for­mance der Anlage. Dabei ist es uner­he­blich, ob die betr­e­f­fende Aktie im jew­eili­gen Heimat­land (z. B. den USA) gekauft wurde oder an ein­er deutschen Börse. Denn der deutsche Kurs entspricht immer dem um den Wech­selkurs bere­inigten amerikanis­chen Kurs. Zu beacht­en ist, dass bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, grund­sät­zlich Währungsver­luste möglich sind.

Steigt die Aktie in Ameri­ka und fällt gle­ichzeit­ig der Dol­lar gegenüber dem Euro, kann der Net­to­ef­fekt sog­ar neg­a­tiv sein. Das hängt davon ab, welche Kurs­be­we­gung stärk­er aus­fällt. Währungsver­luste bei Investi­tio­nen in US-Werte hat­ten zum Beispiel viele deutsche Anleger, als es noch die Deutsche Mark gab. Denn nach der Ein­führung flex­i­bler Wech­selkurse im Jahr 1971 bis zum Euro-Debüt 1999 wertete die D-Mark gegenüber fast allen inter­na­tionalen Währun­gen regelmäßig auf.

Ins­beson­dere im ver­gan­genen Jahrzehnt jedoch drehte sich der Trend. Das amerikanis­che Wirtschaftswach­s­tum war stärk­er als das europäis­che und entsprechend gab von 2009 bis 2019 der Euro gegenüber dem Dol­lar um rund ein Vier­tel nach. So legten nicht nur US-Aktien stärk­er zu als deutsche oder gar europäis­che, gle­ichzeit­ig sorgte der starke US-Dol­lar für den deutschen Anleger für ein zusät­zlich­es Plus. Faz­it: Wer als Anleger mit länger­fristigem Hor­i­zont in außereu­ropäis­che Werte investiert, sollte neben der Aktie selb­st die Per­spek­tiv­en der jew­eili­gen Heimatwährung im Blick behal­ten.