SEPA – Informationen zu SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und SEPA-Mandaten

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Das SEPA-Ver­fahren erle­ichtert den bargeld­losen Zahlungsverkehr inner­halb von Europa: Über­weisun­gen kön­nen schnell und unkom­pliziert getätigt und Lastschriften erteilt wer­den. Aber was genau bedeutet SEPA eigentlich? Erfahren Sie mehr zum europäis­chen Zahlungsverkehrsraum SEPA und was es bei SEPA-Über­weisun­gen, SEPA-Lastschriften und SEPA-Man­dat­en zu beacht­en gibt.

Definition und Erklärung: was bedeutet SEPA?

SEPA ste­ht für Single Euro Payments Area und beze­ich­net den ein­heitlichen europäis­chen Zahlungsverkehrsraum. Das SEPA-Ver­fahren ist stan­dar­d­isiert und soll so den gren­züber­schre­i­t­en­den, bargeld­losen Zahlungsverkehr inner­halb von Europa unkom­pliziert­er, schneller, sicher­er und gün­stiger machen.

Was ist bei einer SEPA-Überweisung zu beachten?

Für eine SEPA-Über­weisung sind lediglich Angaben zum Empfänger und dessen inter­na­tionale Bankkon­ton­um­mer IBAN notwendig. Option­al kann der Ver­wen­dungszweck angegeben wer­den. Der SEPA-Ver­wen­dungszweck ist auf dem elek­tro­n­is­chen Kon­toauszug mit dem Kürzel „SVWZ+“ aus­gewiesen. SEPA-Über­weisun­gen wer­den in der Regel inner­halb von 1 Bankar­beit­stag aus­ge­führt.

IBAN ist die Abkürzung für Inter­na­tion­al Bank Account Number und wird bei allen SEPA-Über­weisun­gen und -Lastschriften benötigt. Die 22-stel­lige IBAN beste­ht aus ein­er Län­derken­nung, ein­er 2-stel­li­gen Prüfz­if­fer, der Banki­den­ti­fika­tion­snum­mer sowie der indi­vidu­ellen Kon­ton­um­mer. Die IBAN dient im inter­na­tionalen Zahlungsverkehr der ein­deuti­gen Iden­ti­fika­tion von Zahlung­steil­nehmern.

Wird für eine SEPA-Überweisung der BIC benötigt?

Der Busi­ness Iden­ti­fi­er Code BIC, auch Swift-Code genan­nt, wird für eine SEPA-Über­weisung seit 2016 nicht mehr benötigt. Lediglich bei Aus­land­süber­weisun­gen in Län­der, die nicht am SEPA-Ver­fahren teil­nehmen, muss der BIC angegeben wer­den.

BIC ste­ht für für Busi­ness Iden­ti­fi­er Code. Bis 2010 war BIC die Abkürzung für „Bank Iden­ti­fi­er Code“, einem inter­na­tionalen Bankkennze­ichen zur Iden­ti­fizierung von Finanz­di­en­stleis­tern. Da der BIC weltweit von der SWIFT (Soci­ety for World­wide Inter­bank Finan­cial Telecom­mu­ni­ca­tion) vergeben wird, wird er auch SWIFT-Code oder SWIFT-Adresse genan­nt.

Kosten SEPA-Überweisungen etwas?

Bei SEPA-Über­weisun­gen fall­en in der Regel keine Kosten an. Eine Aus­nahme sind Über­weisun­gen, die in ein­er anderen Währung als Euro getätigt wer­den: Hier kön­nen Ent­gelte entste­hen. Gle­ich­es gilt für Aus­land­süber­weisun­gen in Län­der, die nicht am SEPA-Ver­fahren teil­nehmen.

Wie funktionieren SEPA-Lastschriften?

Bei SEPA-Lastschriften wird das Girokon­to des Zahlungspflichti­gen mit einem im Vor­feld fest­gelegten Betrag durch den Zahlungsempfänger belastet. Im Unter­schied zur SEPA-Über­weisung löst nicht der Zahlende, son­dern der Zahlungsempfänger die Abbuchung aus. Der Zahlende erteilt vor der Abbuchung seine Erlaub­nis in Form eines SEPA-Lastschrift­man­dats. Ein SEPA-Lastschrift­man­dat ist nur in schriftlich­er Form gültig. Beim Bezahlen per Lastschrift beim Online-Shop­ping gilt das Ein­tra­gen der Kon­to­dat­en in ein Online-For­mu­lar als Zus­tim­mung.

Icon Antrag

Hin­weis: Zahlungsempfänger müssen den Zahlungspflichti­gen 14 Tage vor Abbuchung per Brief, E-Mail oder SMS über Betrag und Zeit­punkt der Abbuchung informieren. Allerd­ings gilt diese Regelung nicht für regelmäßige SEPA-Lastschriften, bei denen der Betrag immer gle­ich ist.

Was ist ein SEPA-Lastschriftmandat?

Mit dem SEPA-Lastschrift­man­dat erk­lärt der Zahlungspflichtige seine Zus­tim­mung zum Einzug eines Betrages per SEPA-Lastschrift durch den Zahlungsempfänger. Das SEPA-Lastschrift­man­dat ist somit die Erteilung ein­er Zahlungser­mäch­ti­gung. Der Zahlende beauf­tragt dabei sein Kred­itin­sti­tut sowie den Zahlungsempfänger, die finanzielle Transak­tion durchzuführen. SEPA-Lastschrift­man­date wer­den häu­fig an regelmäßige Zahlungsempfänger erteilt, beispiel­sweise an Tele­fon-, Wass­er- oder Stromver­sorg­er zur Abbuchung von Tele­fon-, Wass­er- oder Stromkosten sowie an Vere­ine zur Abbuchung von Mit­glieds­beiträ­gen.

Tipps zur Sicherheit der SEPA-Verfahren

SEPA-Ver­fahren sollen den gren­züber­schre­i­t­en­den Zahlungsverkehr nicht nur unkom­pliziert­er, son­dern auch sicher­er machen. Den­noch kann es zu Betrugs­fällen kom­men. Aber keine Sorge: Als Bankkunde sind Sie geset­zlich vor Betrug geschützt. Laut § 676b Abs. 2 BGB kön­nen Sie bei nicht autorisierten Abbuchun­gen inner­halb von 13 Monat­en einen abge­bucht­en Betrag wider­rufen. Ihre Bank ist – außer bei grob fahrläs­sigem Ver­hal­ten und Selb­stver­schulden – zur Erstat­tung verpflichtet und über­weist Ihnen den Fehlbe­trag zurück. Hierzu müssen Sie Ihre Bank darüber informieren, dass eine Zahlung nicht autorisiert oder fehler­haft erfol­gt ist.

Checkliste mit Sicherheitstipps – worauf Sie bei SEPA-Zahlungen achten sollten

  • Acht­en Sie bei SEPA-Über­weisun­gen darauf, dass Sie die kor­rek­te IBAN des Empfängers angeben. Beim Online-Bank­ing wird die IBAN automa­tisch anhand der 2-stel­li­gen Prüfz­if­fer auf ihre Kor­rek­theit über­prüft. Bei Über­weisungsträgern und For­mu­la­ren, die per Hand oder am Com­put­er aus­ge­füllt wer­den, kön­nen bei der 22-stel­li­gen IBAN unbe­ab­sichtigte Fehler passieren.
  • Kon­trol­lieren Sie regelmäßig Ihre Kon­toauszüge bzw. Ihre Umsätze beim Online-Bank­ing. Den SEPA-Ver­wen­dungszweck erken­nen Sie an dem Kürzel „SVWZ+“. SEPA-Lastschriften lassen sich über die Gläu­biger-Iden­ti­fika­tion­snum­mer und die Man­dat­sref­erenz (bei­des sind indi­vidu­elle Kennze­ichen, die aus bis zu 35 Stellen beste­hen) klar einem SEPA-Lastschrift­man­dat zuord­nen.
  • Melden Sie auf­fäl­lige Kon­to­be­we­gun­gen und nicht-autorisierte Abbuchun­gen umge­hend Ihrer Bank. Wenn Sie ein SEPA-Man­dat erteilt haben, kön­nen Sie den abge­zo­ge­nen Betrag inner­halb von 8 Wochen nach der Kon­to­belas­tung von ihrer Bank zurück­fordern. Ist die Lastschrift ohne Ihre Autorisierung oder nach § 676b Abs. 2 BGB fehler­haft erfol­gt, ver­längert sich die Frist auf 13 Monate. Das gilt nicht für SEPA-Fir­men­lastschriften – es sei denn, Sie haben das SEPA-Fir­men­lastschrift­man­dat bere­its gekündigt, aber die Empfänger­bank wurde noch nicht darüber informiert.

Welche Länder nehmen am SEPA-Verfahren teil?

Alle 28 EU-Staat­en sowie die Schweiz, Mona­co und San Mari­no und die zum Europäis­chen Wirtschaft­sraum gehören­den EWR-Län­der Island, Liecht­en­stein und Nor­we­gen nehmen am SEPA-Ver­fahren teil. Somit umfasst die Sin­gle Euro Pay­ments Area 34 SEPA-Län­der. Bargeld­lose SEPA-Zahlun­gen sind also in allen Län­dern der Europäis­chen Union möglich.

Service Icon

Soll­ten Sie weit­ere Fra­gen rund um SEPA-Über­weisun­gen, SEPA-Lastschriften oder Aus­land­süber­weisun­gen haben, kön­nen Sie jed­erzeit unsere Kun­den­be­treuer kon­tak­tieren. Sie helfen Ihnen gerne weit­er.

Europa-Karte mit den 34 Mitgliedsstaaten der Single Euro Payments Area SEPA in Blau markiert

Diese 34 Län­der gehören zum SEPA-Zahlungsverkehrsraum. In alle anderen Län­der sind keine SEPA-Zahlun­gen, son­dern nur Aus­land­süber­weisun­gen möglich.

Quelle: Von Know-World — Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Liste der SEPA-Länder

Bel­gien
Mal­ta
Bul­gar­ien
Mona­co
Däne­mark
Nieder­lande
Deutsch­land
Nor­we­gen
Est­land
Öster­re­ich
Finn­land
Polen
Frankre­ich
Por­tu­gal
Griechen­land
Rumänien
Großbri­tan­nien
San Mari­no
Irland
Schwe­den
Island
Schweiz
Ital­ien
Slowakei
Kroa­t­ien
Slowe­nien
Let­t­land
Spanien
Liecht­en­stein
Tschechis­che Repub­lik
Litauen
Ungarn
Lux­em­burg
Zypern