SEPA – Informationen zu SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und SEPA-Mandaten

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Glossar

a
b
c
d
e
f
g
h
i
j
k
l
m
n
o
p
q
r
s
t
u
v
w
x
y
z

Das SEPA-Ver­fah­ren erleich­tert den bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr inner­halb von Euro­pa: Über­wei­sun­gen kön­nen schnell und unkom­pli­ziert getä­tigt und Last­schrif­ten erteilt wer­den. Aber was genau bedeu­tet SEPA eigent­lich? Erfah­ren Sie mehr zum euro­päi­schen Zah­lungs­ver­kehrs­raum SEPA und was es bei SEPA-Über­wei­sun­gen, SEPA-Last­schrif­ten und SEPA-Man­da­ten zu beach­ten gibt.

Definition und Erklärung: was bedeutet SEPA?

SEPA steht für Sing­le Euro Payments Area und bezeich­net den ein­heit­li­chen euro­päi­schen Zah­lungs­ver­kehrs­raum. Das SEPA-Ver­fah­ren ist stan­dar­di­siert und soll so den grenz­über­schrei­ten­den, bar­geld­lo­sen Zah­lungs­ver­kehr inner­halb von Euro­pa unkom­pli­zier­ter, schnel­ler, siche­rer und güns­ti­ger machen.

Was ist bei einer SEPA-Überweisung zu beachten?

Für eine SEPA-Über­wei­sung sind ledig­lich Anga­ben zum Emp­fän­ger und des­sen inter­na­tio­na­le Bank­kon­to­num­mer IBAN not­wen­dig. Optio­nal kann der Ver­wen­dungs­zweck ange­ge­ben wer­den. Der SEPA-Ver­wen­dungs­zweck ist auf dem elek­tro­ni­schen Kon­to­aus­zug mit dem Kür­zel „SVWZ+“ aus­ge­wie­sen. SEPA-Über­wei­sun­gen wer­den in der Regel inner­halb von 1 Bank­ar­beits­tag aus­ge­führt.

IBAN ist die Abkür­zung für Inter­na­tio­nal Bank Account Number und wird bei allen SEPA-Über­wei­sun­gen und -Last­schrif­ten benö­tigt. Die 22-stel­li­ge IBAN besteht aus einer Län­der­ken­nung, einer 2-stel­li­gen Prüf­zif­fer, der Bank­iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer sowie der indi­vi­du­el­len Kon­to­num­mer. Die IBAN dient im inter­na­tio­na­len Zah­lungs­ver­kehr der ein­deu­ti­gen Iden­ti­fi­ka­ti­on von Zah­lungs­teil­neh­mern.

Wird für eine SEPA-Überweisung der BIC benötigt?

Der Busi­ness Iden­ti­fier Code BIC, auch Swift-Code genannt, wird für eine SEPA-Über­wei­sung seit 2016 nicht mehr benö­tigt. Ledig­lich bei Aus­lands­über­wei­sun­gen in Län­der, die nicht am SEPA-Ver­fah­ren teil­neh­men, muss der BIC ange­ge­ben wer­den.

BIC steht für für Busi­ness Iden­ti­fier Code. Bis 2010 war BIC die Abkür­zung für „Bank Iden­ti­fier Code“, einem inter­na­tio­na­len Bank­kenn­zei­chen zur Iden­ti­fi­zie­rung von Finanz­dienst­leis­tern. Da der BIC welt­weit von der SWIFT (Socie­ty for World­wi­de Inter­bank Finan­ci­al Telecom­mu­ni­ca­ti­on) ver­ge­ben wird, wird er auch SWIFT-Code oder SWIFT-Adres­se genannt.

Kosten SEPA-Überweisungen etwas?

Bei SEPA-Über­wei­sun­gen fal­len in der Regel kei­ne Kos­ten an. Eine Aus­nah­me sind Über­wei­sun­gen, die in einer ande­ren Wäh­rung als Euro getä­tigt wer­den: Hier kön­nen Ent­gel­te ent­ste­hen. Glei­ches gilt für Aus­lands­über­wei­sun­gen in Län­der, die nicht am SEPA-Ver­fah­ren teil­neh­men.

Wie funktionieren SEPA-Lastschriften?

Bei SEPA-Last­schrif­ten wird das Giro­kon­to des Zah­lungs­pflich­ti­gen mit einem im Vor­feld fest­ge­leg­ten Betrag durch den Zah­lungs­emp­fän­ger belas­tet. Im Unter­schied zur SEPA-Über­wei­sung löst nicht der Zah­len­de, son­dern der Zah­lungs­emp­fän­ger die Abbu­chung aus. Der Zah­len­de erteilt vor der Abbu­chung sei­ne Erlaub­nis in Form eines SEPA-Last­schrift­man­dats. Ein SEPA-Last­schrift­man­dat ist nur in schrift­li­cher Form gül­tig. Beim Bezah­len per Last­schrift beim Online-Shop­ping gilt das Ein­tra­gen der Kon­to­da­ten in ein Online-For­mu­lar als Zustim­mung.

Icon Antrag

Hin­weis: Zah­lungs­emp­fän­ger müs­sen den Zah­lungs­pflich­ti­gen 14 Tage vor Abbu­chung per Brief, E-Mail oder SMS über Betrag und Zeit­punkt der Abbu­chung infor­mie­ren. Aller­dings gilt die­se Rege­lung nicht für regel­mä­ßi­ge SEPA-Last­schrif­ten, bei denen der Betrag immer gleich ist.

Was ist ein SEPA-Lastschriftmandat?

Mit dem SEPA-Last­schrift­man­dat erklärt der Zah­lungs­pflich­ti­ge sei­ne Zustim­mung zum Ein­zug eines Betra­ges per SEPA-Last­schrift durch den Zah­lungs­emp­fän­ger. Das SEPA-Last­schrift­man­dat ist somit die Ertei­lung einer Zah­lungs­er­mäch­ti­gung. Der Zah­len­de beauf­tragt dabei sein Kre­dit­in­sti­tut sowie den Zah­lungs­emp­fän­ger, die finan­zi­el­le Trans­ak­ti­on durch­zu­füh­ren. SEPA-Last­schrift­man­da­te wer­den häu­fig an regel­mä­ßi­ge Zah­lungs­emp­fän­ger erteilt, bei­spiels­wei­se an Tele­fon-, Was­ser- oder Strom­ver­sor­ger zur Abbu­chung von Tele­fon-, Was­ser- oder Strom­kos­ten sowie an Ver­ei­ne zur Abbu­chung von Mit­glieds­bei­trä­gen.

Tipps zur Sicherheit der SEPA-Verfahren

SEPA-Ver­fah­ren sol­len den grenz­über­schrei­ten­den Zah­lungs­ver­kehr nicht nur unkom­pli­zier­ter, son­dern auch siche­rer machen. Den­noch kann es zu Betrugs­fäl­len kom­men. Aber kei­ne Sor­ge: Als Bank­kun­de sind Sie gesetz­lich vor Betrug geschützt. Laut § 676b Abs. 2 BGB kön­nen Sie bei nicht auto­ri­sier­ten Abbu­chun­gen inner­halb von 13 Mona­ten einen abge­buch­ten Betrag wider­ru­fen. Ihre Bank ist – außer bei grob fahr­läs­si­gem Ver­hal­ten und Selbst­ver­schul­den – zur Erstat­tung ver­pflich­tet und über­weist Ihnen den Fehl­be­trag zurück. Hier­zu müs­sen Sie Ihre Bank dar­über infor­mie­ren, dass eine Zah­lung nicht auto­ri­siert oder feh­ler­haft erfolgt ist.

Checkliste mit Sicherheitstipps – worauf Sie bei SEPA-Zahlungen achten sollten

  • Ach­ten Sie bei SEPA-Über­wei­sun­gen dar­auf, dass Sie die kor­rek­te IBAN des Emp­fän­gers ange­ben. Beim Online-Ban­king wird die IBAN auto­ma­tisch anhand der 2-stel­li­gen Prüf­zif­fer auf ihre Kor­rekt­heit über­prüft. Bei Über­wei­sungs­trä­gern und For­mu­la­ren, die per Hand oder am Com­pu­ter aus­ge­füllt wer­den, kön­nen bei der 22-stel­li­gen IBAN unbe­ab­sich­tig­te Feh­ler pas­sie­ren.
  • Kon­trol­lie­ren Sie regel­mä­ßig Ihre Kon­to­aus­zü­ge bzw. Ihre Umsät­ze beim Online-Ban­king. Den SEPA-Ver­wen­dungs­zweck erken­nen Sie an dem Kür­zel „SVWZ+“. SEPA-Last­schrif­ten las­sen sich über die Gläu­bi­ger-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und die Man­dats­re­fe­renz (bei­des sind indi­vi­du­el­le Kenn­zei­chen, die aus bis zu 35 Stel­len bestehen) klar einem SEPA-Last­schrift­man­dat zuord­nen.
  • Mel­den Sie auf­fäl­li­ge Kon­to­be­we­gun­gen und nicht-auto­ri­sier­te Abbu­chun­gen umge­hend Ihrer Bank. Wenn Sie ein SEPA-Man­dat erteilt haben, kön­nen Sie den abge­zo­ge­nen Betrag inner­halb von 8 Wochen nach der Kon­to­be­las­tung von ihrer Bank zurück­for­dern. Ist die Last­schrift ohne Ihre Auto­ri­sie­rung oder nach § 676b Abs. 2 BGB feh­ler­haft erfolgt, ver­län­gert sich die Frist auf 13 Mona­te. Das gilt nicht für SEPA-Fir­men­last­schrif­ten – es sei denn, Sie haben das SEPA-Fir­men­last­schrift­man­dat bereits gekün­digt, aber die Emp­fän­ger­bank wur­de noch nicht dar­über infor­miert.

Welche Länder nehmen am SEPA-Verfahren teil?

Alle 28 EU-Staa­ten sowie die Schweiz, Mona­co und San Mari­no und die zum Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum gehö­ren­den EWR-Län­der Island, Liech­ten­stein und Nor­we­gen neh­men am SEPA-Ver­fah­ren teil. Somit umfasst die Sin­gle Euro Pay­ments Area 34 SEPA-Län­der. Bar­geld­lo­se SEPA-Zah­lun­gen sind also in allen Län­dern der Euro­päi­schen Uni­on mög­lich.

Service Icon

Soll­ten Sie wei­te­re Fra­gen rund um SEPA-Über­wei­sun­gen, SEPA-Last­schrif­ten oder Aus­lands­über­wei­sun­gen haben, kön­nen Sie jeder­zeit unse­re Kun­den­be­treu­er kon­tak­tie­ren. Sie hel­fen Ihnen ger­ne wei­ter.

Europa-Karte mit den 34 Mitgliedsstaaten der Single Euro Payments Area SEPA in Blau markiert

Die­se 34 Län­der gehö­ren zum SEPA-Zah­lungs­ver­kehrs­raum. In alle ande­ren Län­der sind kei­ne SEPA-Zah­lun­gen, son­dern nur Aus­lands­über­wei­sun­gen mög­lich.

Quel­le: Von Know-World — Eige­nes Werk, CC BY-SA 3.0

Liste der SEPA-Länder

Bel­gi­en
Mal­ta
Bul­ga­ri­en
Mona­co
Däne­mark
Nie­der­lan­de
Deutsch­land
Nor­we­gen
Est­land
Öster­reich
Finn­land
Polen
Frank­reich
Por­tu­gal
Grie­chen­land
Rumä­ni­en
Groß­bri­tan­ni­en
San Mari­no
Irland
Schwe­den
Island
Schweiz
Ita­li­en
Slo­wa­kei
Kroa­ti­en
Slo­we­ni­en
Lett­land
Spa­ni­en
Liech­ten­stein
Tsche­chi­sche Repu­blik
Litau­en
Ungarn
Luxem­burg
Zypern