Put-Optionsschein

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Der Okto­ber gilt als gefähr­li­cher Akti­en­mo­nat. In den Jah­ren 1929 und 1987 etwa fie­len die Kur­se rasant. Wer als Anle­ger sei­ne Akti­en nicht ver­kau­fen möch­te, kann sein Depot mit ver­schie­de­nen Instru­men­ten absi­chern. Eine Mög­lich­keit ist der Kauf von Put-Opti­ons­schei­nen, die wie eine Ver­si­che­rung für das Depot ein­ge­setzt wer­den kön­nen.

Elemente einer Put-Option

Eine Put-Opti­on berech­tigt den Inha­ber, einen fest­ge­leg­ten Basis­wert zu einem bestimm­ten Bezugs­preis in einem fest­ge­leg­ten Bezugs­ver­hält­nis inner­halb eines fixier­ten Zeit­raums zu ver­kau­fen. Was bedeu­tet das?

  • Recht – kei­ne Pflicht: Der Inha­ber einer Put-Opti­on darf den Basis­wert ver­kau­fen, er ist dazu jedoch nicht ver­pflich­tet.
  • Fest­ge­leg­ter Basis­wert: Der Basis­wert für eine Opti­on ist oft eine Aktie oder ein Index. Basis­wer­te kön­nen aber auch Roh­stof­fe oder Zins­sät­ze sein.
  • Bestimm­ter Bezugs­preis: Der Bezugs- oder auch Basis­preis ist der Preis, zu dem der Put-Inha­ber den Basis­wert ver­kau­fen darf.
  • Fest­ge­leg­tes Bezugs­ver­hält­nis: Das Bezugs­ver­hält­nis gibt an, wie vie­le Opti­ons­schei­ne not­wen­dig sind, um das Bezugs­recht aus­üben zu kön­nen. Meist sind meh­re­re Opti­ons­schei­ne not­wen­dig; beim DAX beträgt das Bezugs­ver­hält­nis oft 1:100.
  • Fixier­ter Zeit­raum: Opti­ons­schei­ne sind zeit­lich begrenzt. Je nach Aus­füh­rung kann das Opti­ons­recht wäh­rend der gesam­ten Lauf­zeit oder nur am Schluss­tag aus­ge­übt wer­den. In der Pra­xis hat die Unter­schei­dung jedoch wenig Bedeu­tung. Meist wer­den nur die Gewin­ne oder Ver­lus­te aus­ge­gli­chen. Und wäh­rend der Lauf­zeit kann ein Opti­ons­schein per­ma­nent gehan­delt wer­den.

Beispielhafte Absicherung

Wie sich Anle­ger mit Put-Opti­ons­schei­nen absi­chern kön­nen, zeigt ein ver­ein­fach­tes Bei­spiel: Fritz Mül­ler besitzt ein Depot mit DAX-Titeln im Wert von 10.000 Euro. Die­se Akti­en will er grund­sätz­lich hal­ten. Aber er befürch­tet, dass die Kur­se im letz­ten Quar­tal die­ses Jah­res deut­lich sin­ken könn­ten. Bei einem DAX-Stand von 10.000 Punk­ten kauft er des­halb am 1. Okto­ber einen Put auf den DAX. Die­ser berech­tigt ihn, den DAX am 31. Dezem­ber zum Preis von 10.000 Euro zu ver­kau­fen. Das Bezugs­ver­hält­nis lau­tet 1:100. Er bezahlt pro Schein drei Euro, ins­ge­samt also 300 Euro.

Fall A: Der DAX notiert am Jah­res­en­de bei 9.000 Punk­ten. Mül­ler erhält für jeden Opti­ons­schein 10 Euro, ins­ge­samt 1.000 Euro. Sein Plus: 233 %. Damit gleicht er sei­ne Akti­en­ver­lus­te nahe­zu aus.

Fall B: Der DAX steht am Jah­res­en­de bei 10.000 Punk­ten. Die Opti­ons­schei­ne ver­fal­len wert­los. Für sei­nen ruhi­gen Schlaf hat Mül­ler 3 % Ver­si­che­rungs­prä­mie gezahlt.

Fall C: Der DAX steigt auf 11.000 Punk­te. Auch hier ver­fal­len Mül­lers Opti­ons­schei­ne wert­los. Er kann sich jedoch mit den Gewin­nen aus sei­nem Akti­en­de­pot trös­ten.

Spekulieren statt absichern

Das Bei­spiel zeigt: Mit Put-Opti­ons­schei­nen kön­nen hohe Gewin­ne, aber auch Total­ver­lus­te erzielt wer­den. Bei der Absi­che­rungs­stra­te­gie buchen Anle­ger die­sen Ver­lust als „Ver­si­che­rungs­prä­mie“ ab. Anders ist das, wenn Optio­nen nicht zur Absi­che­rung eines Depots ein­ge­setzt wer­den. Spe­ku­la­ti­ve Anle­ger nut­zen Put-Opti­ons­schei­ne wie auch Short-Knock-out-Zer­ti­fi­ka­te, um auf kurz­fris­tig stark sin­ken­de Kur­se zu set­zen. Anders als bei der Absi­che­rungs­stra­te­gie wer­den Opti­ons­schei­ne zu spe­ku­la­ti­ven Zwe­cken mit hoher Fre­quenz gehan­delt, mit­un­ter sogar im Day-Tra­ding.