Prime Standard

Schon vor der Über­nahmeschlacht um Volk­swa­gen sorgte der Sport­wa­gen­her­steller Porsche für viel Gesprächsstoff an der Deutschen Börse. Denn trotz guter Geschäft­szahlen und steigen­der Aktienkurse war die Aktie 2001 aus dem MDAX ent­fer­nt wor­den. Bis 2008 prozessierte Konz­ernchef Wiedek­ing gegen die Entschei­dung. Verge­blich, denn Porsche weigerte sich, die Bedin­gun­gen des „Prime Stan­dards“ der Deutschen Börse zu erfüllen. Und die Mit­glied­schaft in diesem Prime Stan­dard ist Voraus­set­zung, um in einen Auswahlin­dex wie den DAX, MDAX, SDAX und Tec­DAX aufgenom­men wer­den zu kön­nen.

Gut 300 Unternehmen erfüllen die Bedingungen

Der „Prime Stan­dard“ ist das deutsche Börsenseg­ment, bei dem die höch­sten Anforderun­gen an die Berichter­stat­tung und Trans­parenz der Unternehmen gestellt wer­den. Dazu gehört zum Beispiel die Berichter­stat­tung in Deutsch und Englisch, die Veröf­fentlichung von Quar­tals­bericht­en (was Porsche nicht wollte), die Pflege eines Kalen­ders mit den wichtig­sten Ter­mi­nen für das Unternehmen und die Ver­anstal­tung min­destens ein­er jährlichen Ana­lystenkon­ferenz. Damit sollen die Aktien für deutsche wie inter­na­tionale Inve­storen attrak­tiv gemacht wer­den. Gut 300 Unternehmen unterziehen sich aktuell den Anforderun­gen und sind im Prime All Share Per­for­mance-Index vertreten.

Neben dem Prime Stan­dard gibt es an der Deutschen Börse noch weit­ere Seg­mente. Im Gegen­satz zum „Prime Stan­dard“ müssen Unternehmen im „Gen­er­al Stan­dard“ nur die vom Geset­zge­ber vorgeschriebe­nen Auf­gaben erfüllen, etwa die Veröf­fentlichung von Pflicht­mit­teilun­gen. Der soge­nan­nte „Entry Stan­dard“ wurde ein­gerichtet, um kleineren Unternehmen einen Zugang zum Kap­i­tal­markt ohne hohe Kosten zu bieten. Hier investieren in der Regel pro­fes­sionelle Anleger, die die Risiken dieser Unternehmen ein­schätzen kön­nen.