Nikkei

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Der Nik­kei 225 ist nach wie vor der wich­tigs­te Leit­in­dex des asia­ti­schen Kon­ti­nents. Er wird bereits seit 1950 berech­net und fasst die Kur­se der 225 wich­tigs­ten japa­ni­schen Akti­en­ge­sell­schaf­ten zusam­men. Vor allem in den 1980er-Jah­ren stan­den das japa­ni­sche Wirt­schafts­wun­der, der Immo­bi­li­en­boom und damit auch der Nik­kei im inter­na­tio­na­len Blick­punkt. In den 30 Jah­ren von 1960 bis 1989 ver­zwan­zig­fach­te sich der Index­wert. Sei­nen Höchst­stand von fast 40.000 Punk­ten zum Jah­res­en­de 1989 hat er nach der japa­ni­schen Immo­bi­li­en­kri­se bis heu­te nicht wie­der erreicht.

Der Nik­kei wur­de im Gegen­satz zu DAX und Euro STOXX nach dem ein­fa­chen Vor­bild des ame­ri­ka­ni­schen Dow Jones kon­zi­piert. Das heißt: Er ist ein preis­ge­wich­te­ter Kurs­in­dex, Divi­den­den gehen nicht in die Kal­ku­la­ti­on ein. Noch gra­vie­ren­der ist die feh­len­de Berück­sich­ti­gung der Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung der Unter­neh­men, die moder­ne Indi­zes aus­zeich­net. Weil der Index­wert beim Nik­kei ein­fach durch Addi­ti­on der 225 Kur­se berech­net wird, sind Unter­neh­men mit hohem Preis der ein­zel­nen Aktie über­re­prä­sen­tiert.

Aktienpreis entscheidet über Gewichtung im Index

Den höchs­ten Anteil am Nik­kei machen des­halb nicht etwa inter­na­tio­nal bekann­te und hoch bewer­te­te Kon­zer­ne wie Sony, Nin­ten­do, Toyo­ta oder Suzu­ki bzw. jün­ge­re Inter­net-Unter­neh­men wie Soft­bank aus. Wich­tigs­te Aktie im Index Nik­kei ist statt­des­sen der Beklei­dungs­ein­zel­händ­ler Fast Retail­ing mit nur gut 50 Mil­li­ar­den Euro Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung. Er war bis 2018 in Euro­pa allen­falls durch die zuge­kauf­te fran­zö­si­sche Frau­en­li­nie Comp­toir des Coton­niers ein Begriff. Mit der Ver­pflich­tung von Roger Fede­rer als neu­em Wer­be­star für die Fast-Retail­ing-Mar­ke Uni­q­lo soll sich das ändern.

Ähn­lich wie in den USA mit dem S&P 500 steht auch in Japan bei den Pro­fis ein moder­ne­rer Index im Fokus. Der TOPIX ist zwar eben­falls ein Kurs­in­dex ohne Divi­den­den­an­rech­nung. Aller­dings ent­hält er mit rund 2.000 Wer­ten alle in Tokio zum Han­del zuge­las­se­nen Wer­te. Vor allem aber ist der eben­falls schon seit 50 Jah­ren berech­ne­te Index nach Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung gewich­tet und gibt so die aktu­el­le Posi­tio­nie­rung der japa­ni­schen Wirt­schaft bes­ser wie­der als der tra­di­ti­ons­rei­che Nik­kei 225.