Nachhaltig­keits­fonds

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Die­sel­par­ti­kel und Innen­stadt­sper­run­gen sind nur die aktu­el­le Spit­ze des Pro­blem­bergs. Zuneh­mend stär­ker grei­fen öko­lo­gi­sche Fra­gen in den All­tag ein. Sie beein­flus­sen auch Repu­ta­ti­on und Erfolg von Unter­neh­men. Das bleibt für das Inves­tie­ren nicht ohne Fol­gen. Seit mehr als 20 Jah­ren gibt es soge­nann­te nach­hal­ti­ge Invest­ment­fonds. Vor allem Stif­tun­gen und kirch­li­che Ein­rich­tun­gen legen ihr Geld gern nach­hal­tig an, inzwi­schen inter­es­sie­ren sich auch vie­le Pri­vat­an­le­ger dafür. Denn mehr denn je gilt: Öko­no­mie und Öko­lo­gie wider­spre­chen sich nicht.

Wer öko­lo­gi­sche, ethi­sche und sozia­le Kri­te­ri­en in sei­ner Anla­ge­stra­te­gie berück­sich­ti­gen möch­te, hat die Qual der Wahl. Die Invest­ment-Indus­trie bie­tet unter dem Begriff „Nach­hal­tig­keit“ ganz ver­schie­de­ne Pro­duk­te. Gemein­sam ist ihnen nur, dass neben klas­si­schen Kenn­zif­fern wie Gewinn, Gewinn­wachs­tum und Umsatz­ren­di­te öko­lo­gi­sche, sozia­le oder ethi­sche Ansät­ze berück­sich­tigt wer­den. Weil es aber kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Defi­ni­ti­on von „Nach­hal­tig­keit“ gibt, ver­folgt fast jeder Anbie­ter einen eige­nen Ansatz und wird dabei in der Regel von spe­zia­li­sier­ten Rating­agen­tu­ren unter­stützt. Die wich­tigs­ten Ansät­ze:

Positivliste

Eini­ge Mana­ger defi­nie­ren Pro­duk­te, The­men und Bran­chen, in die sie gezielt inves­tie­ren wol­len. Sie legen so eine „Posi­tiv­lis­te“ von Bran­chen oder Unter­neh­men an. Die­se stam­men häu­fig aus den Sek­to­ren erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Ener­gie­ef­fi­zi­enz (z. B. Her­stel­ler von Wind- und Solar­an­la­gen). Auch Was­ser- und Abwas­ser­tech­nik, Recy­cling und Trans­port mit gerin­gen Emis­sio­nen gehö­ren ten­den­zi­ell zu den Posi­tiv­bran­chen.

Ausschlusskriterien

Eini­ge Bran­chen gel­ten nach­hal­ti­gen Anle­gern als „nicht kor­rekt“ und wer­den daher aus dem Anla­ge­uni­ver­sum der Fonds aus­ge­schlos­sen. Dazu gehö­ren in der Regel die Pro­du­zen­ten von Rüs­tungs­gü­tern sowie Koh­le- und/oder Atom­kraft­an­la­gen, aber auch die Anbie­ter von gesund­heits­schäd­li­chen Genuss­mit­teln wie Tabak und Alko­hol. Bei katho­lisch gepräg­ten Fonds sind Her­stel­ler von Ver­hü­tungs­mit­teln ver­pönt. Eini­ge Fonds sind bei den Aus­schluss­kri­te­ri­en sehr streng, ande­re weni­ger: Sie las­sen auch Fir­men zu, die nur einen klei­nen Teil ihres Geschäfts mit kri­ti­schen Arti­keln erwirt­schaf­ten.

Impact Investing

Wer nur kri­ti­siert bzw. strikt aus­schließt, bewirkt oft wenig. Beim soge­nann­ten „Impact Inves­ting“ ver­su­chen poten­zi­el­le Inves­to­ren des­halb, Unter­neh­men von der Not­wen­dig­keit nach­hal­ti­ger Invest­ment­stra­te­gi­en zu über­zeu­gen. Sie ver­lan­gen von ihnen, ihre Pro­zes­se öko­lo­gisch oder sozi­al ver­träg­li­cher auf­zu­bau­en. Erkenn­ba­re Bemü­hun­gen in die­se gewünsch­te Rich­tung wer­den durch Auf­nah­me in das Anla­ge­uni­ver­sum belohnt.

Best in Class

Eine gro­ße Anzahl von Fonds­an­bie­tern nutzt den rela­ti­ven „Best-in-Class-Ansatz“. Hier wer­den die Unter­neh­men aller Bran­chen nach öko­lo­gi­schen, sozia­len und ethi­schen Kate­go­ri­en bewer­tet und in eine Rei­hen­fol­ge gebracht. Die Fonds­ma­na­ger inves­tie­ren nur in Unter­neh­men mit guten Noten. Die­se Noten sind aber rela­tiv. Das heißt: Unter­neh­men müs­sen nur bes­ser sein als die Bran­chen­kon­kur­ren­ten.

Akti­en­fonds unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen, damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Allein ver­bind­li­che Grund­la­ge des Kaufs eines Fonds sind die der­zeit gül­ti­gen Ver­kaufs­un­ter­la­gen des Fonds („Wesent­li­che Anle­ger­infor­ma­tio­nen“, Ver­kaufs­pro­spekt sowie Jah­res- und Halb­jah­res­be­rich­te, soweit ver­öf­fent­licht). Die­se Unter­la­gen, die in eng­li­scher und/oder deut­scher Spra­che vor­lie­gen, erhal­ten Sie auf der Wert­pa­pier-Detail­sei­te unter www.comdirect.de oder direkt beim Emit­ten­ten. Stand: 26.04.2017; Quel­le: comdirect.de