Mischfonds

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Glossar

a
b
c
d
e
f
g
h
i
j
k
l
m
n
o
p
q
r
s
t
u
v
w
x
y
z

Invest­ment­fonds spie­len für vie­le Anle­ger eine wich­ti­ge Rol­le beim lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau. Doch nicht alle trau­en sich zu, selbst die für sie rich­ti­gen Akti­en­fonds, Ren­ten­fonds und ande­re Fonds aus­zu­wäh­len. Des­halb ver­trau­en sie auf Lösun­gen, bei denen ihnen erfah­re­ne Fonds­ma­na­ger oder Ver­mö­gens­ver­wal­ter die Aus­wahl der ein­zel­nen Anla­ge­klas­sen und das Timing kom­plett abneh­men. Die­se Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Fonds wird unter dem Sam­mel­be­griff Misch­fonds zusam­men­ge­fasst. Misch­fonds sind seit Jah­ren die Fonds­klas­se mit dem höchs­ten Net­to­ab­satz in Deutsch­land.

Was Mischfonds enthalten

Misch­fonds gibt es schon seit vie­len Jahr­zehn­ten. Die ers­ten Ver­tre­ter kon­zen­trier­ten sich auf die drei klas­si­schen Anla­ge­klas­sen – Akti­en, Anlei­hen und Cash. Seit der Jahr­tau­send­wen­de hat sich die Anla­ge­stra­te­gie deut­lich ver­brei­tert. Zuneh­mend wer­den Immo­bi­li­en, Edel­me­tal­le und Roh­stof­fe bei­gemischt. Auch neue Kate­go­ri­en und Namen für Misch­fonds sind seit­dem auf­ge­taucht. So zeich­nen sich Ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Fonds vor allem dadurch aus, dass sie in zahl­rei­che Anla­ge­klas­sen inves­tie­ren kön­nen und den Fonds­ma­na­gern gro­ße Frei­hei­ten bie­ten, zu inves­tie­ren. Eine beson­de­re Form der Misch­fonds sind die soge­nann­ten Lebens­zy­klus­fonds (Tar­get­fonds). Anders als klas­si­sche Misch­fonds haben Lebens­zy­klus­fonds eine fes­te Lauf­zeit und rich­ten ihre Stra­te­gie auf ein mög­lichst gutes Ergeb­nis zum Lauf­zeit­ende aus. Anfangs inves­tie­ren sie das Kapi­tal weit­ge­hend in Akti­en, zum Ende der Lauf­zeit schich­ten sie in risi­ko­är­me­re Anlei­hen oder Geld­markt­pa­pie­re um. Sie sind daher beson­ders gut geeig­net für Anle­ger, die zu einem bestimm­ten Zeit­punkt – etwa zum Ren­ten­be­ginn – über ihr Kapi­tal ver­fü­gen wol­len.

Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds

Mit Misch­fonds wol­len Anle­ger grund­sätz­lich in boo­men­den Zei­ten am Akti­en­markt mög­lichst stark teil­neh­men, bei fal­len­den Kur­sen sol­len die Ver­lus­te begrenzt wer­den. Das ist jedoch nur in den Gren­zen mög­lich, die der Fonds­pro­spekt setzt. Denn Misch­fonds unter­schei­den sich nicht nur in der Manage­ment­qua­li­tät, son­dern auch in ihren Frei­heits­gra­den und dem dar­aus resul­tie­ren­den Chan­ce/­Ri­si­ko-Pro­fil. Grund­sätz­lich wer­den vier Fonds­ka­te­go­ri­en unter­schie­den, ent­schei­dend für die Ein­ord­nung ist der maxi­mal mög­li­che Akti­en­an­teil am Gesamt­port­fo­lio.

  • Defen­si­ve Misch­fonds dür­fen maxi­mal 30 bis 40 % ihres Anla­ge­ver­mö­gens an den Akti­en­märk­ten anle­gen. Ihr Anla­ge­schwer­punkt liegt des­halb meist bei Ren­ten­pa­pie­ren.
  • Bei den aus­ge­wo­ge­nen Misch­fonds-Vari­an­ten liegt die Akti­en­quo­te durch­schnitt­lich bei rund 50 %. Bei eini­gen ist er auch auf 50 % begrenzt.
  • Dyna­mi­sche Misch­fonds sind ten­den­zi­ell noch stär­ker in Akti­en inves­tiert. Mit­un­ter set­zen die Fonds­ma­na­ger zeit­wei­se sogar kom­plett auf den Akti­en­markt und kön­nen so Wert­stei­ge­run­gen wie rei­ne Akti­en­fonds errei­chen, aller­dings mit ent­spre­chen­dem Rück­schlag­ri­si­ko.
  • Bei fle­xi­blen Misch­fonds haben die Mana­ger die größ­ten Frei­hei­ten und kön­nen mit­un­ter den Akti­en­an­teil zwi­schen null und 100 % vari­ie­ren. In die­ser „Königs­klas­se“ der Misch­fonds kommt es beson­ders stark auf die Qua­li­tät des Fonds­ma­nage­ments an. Die­se Qua­li­tät kön­nen Anle­ger anhand der Lang­zeit­per­for­mance und vor allem anhand der Bewer­tun­gen von Fonds­ra­ting­agen­tu­ren wie Morningstar oder FERI erken­nen.

Welche Kosten fallen bei Mischfonds an?

Wie bei ande­ren Fonds ist bei Misch­fonds der ers­te Kos­ten­block der ein­ma­li­ge Aus­ga­be­auf­schlag beim Kauf. Die Ver­triebs­ge­bühr liegt oft bei 4 bis 5 %. com­di­rect bie­tet aller­dings für alle Fonds min­des­tens 50 % Dis­count auf den regu­lä­ren Aus­ga­be­auf­schlag.

Neben dem ein­ma­li­gen Aus­ga­be­auf­schlag fal­len jähr­lich zusätz­li­che Kos­ten an. Die Manage­ment­ge­büh­ren ent­hal­ten die Kos­ten der Fonds­ge­sell­schaft für Rese­arch und Per­so­nal und eine Bestands­pro­vi­si­on für die ver­wal­ten­den Ban­ken. Für Misch­fonds fal­len meist zwi­schen 1 und 2 % pro Jahr an. Dazu kommt bei eini­gen Pro­duk­ten auch noch eine „Per­for­mance Fee“, wenn die Mana­ger eine im Fonds­pro­spekt defi­nier­te Bench­mark über­trof­fen haben.

Um die jähr­li­chen Gesamt­kos­ten von Misch­fonds (aller­dings ohne den Aus­ga­be­auf­schlag) ver­glei­chen zu kön­nen, wird die TER (Total Expen­se Ratio) aus­ge­wie­sen. Die TER schließt neben der jähr­li­chen Manage­ment­ge­bühr auch klei­ne­re Kos­ten­blö­cke für die Depot­bank, Druck­kos­ten, Steu­er­prü­fung etc. ein.