MDAX

In den vergangenen Jahren haben mittelgroße Unternehmen an der deutschen Börse die international bekannten Bluechips aus dem DAX 30 teilweise deutlich abgehängt. Solche oft exportorientierten Unternehmen und ihre Aktien finden Anleger im sogenannten Mid-Cap DAX, kurz MDAX. Der MDAX wurde zwar erst neun Jahre nach dem DAX 1996 eingeführt. Aber er wird bis zum 30. Dezember 1987 zurückgerechnet und zu diesem Termin auf 1.000 Punkte gesetzt. Damit kann die Entwicklung des MDAX exakt mit dem damals eingeführten DAX verglichen werden.

Der MDAX umfasst die nach ihrer Marktkapitalisierung und Börsenumsatz 50 wichtigsten deutschen Unternehmen nach dem DAX 30. Wie sein großer Bruder ist auch der MDAX ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Performanceindex: Marktkapitalisierung heißt: In die Berechnung des Index gehen die 50 Unternehmen nach dem Gesamtwert ihrer jeweils frei handelbaren Aktien ein. Index-Schwergewichte wie Steinhoff, Deutsche Wohnen und vor allem Flugzeugbauer Airbus beeinflussen die Performance des MDAX damit weit stärker als kleinere Werte wie Südzucker, Stroer und Salzgitter. Bei der MDAX-Berechnung in der gängigen Performance-Variante wird unterstellt, dass Dividenden sofort wieder investiert werden. Daneben wird auch der MDAX-Kursindex berechnet.

Der MDAX spiegelt nach allgemeiner Einschätzung die Struktur der deutschen Wirtschaft stärker wieder als der DAX. Anders als etwa im Nachbarland Frankreich wird ein großer Teil des Bruttoinlandsproduktes hierzulande in der mittelständischen Industrie erwirtschaftet. Größere Mittelständler wie die Maschinenbauer sowie Automobilzulieferer sind dementsprechend zahlreich im MDAX vertreten. Auch einige größere Immobilienkonzerne finden sich im MDAX. Unter den Neuzugängen der vergangenen Jahre waren mit Covestro (Bayer) und Innogy (RWE) auch einige Töchter bekannter DAX-Konzerne. Die Zusammensetzung des MDAX wird an vier Terminen im Jahr regulär überprüft. Dabei können MDAX-Konzerne in den DAX aufsteigen, aber auch in den SDAX absteigen.