MDAX

In den vergangenen Jahren haben mittelgroße Unternehmen an der deutschen Börse die international bekannten Bluechips aus dem DAX 30 teilweise deutlich abgehängt. Solche oft exportorientierten Unternehmen und ihre Aktien finden Anleger im sogenannten Mid-Cap DAX, kurz MDAX. Der MDAX wurde zwar erst neun Jahre nach dem DAX 1996 eingeführt. Aber er wird bis zum 30. Dezember 1987 zurückgerechnet und zu diesem Termin auf 1.000 Punkte gesetzt. Damit kann die Entwicklung des MDAX exakt mit dem damals eingeführten DAX verglichen werden.

Welche Aktien sind im MDAX vertreten?

Der MDAX umfasst die nach ihrer Marktkapitalisierung und Börsenumsatz 60 wichtigsten deutschen Unternehmen nach dem DAX 30. Seit der Indexumstellung im September 2018 sind auch Technologieunternehmen aus dem TecDAX mit einer Doppelnotiz vertreten. Wie sein großer Bruder ist auch der MDAX ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Performanceindex: Marktkapitalisierung heißt: In die Berechnung des Index gehen die 60 Unternehmen nach dem Gesamtwert ihrer jeweils frei handelbaren Aktien ein. Index-Schwergewichte wie Deutsche Wohnen und vor allem der Flugzeugbauer Airbus beeinflussen die Performance des MDAX damit weit stärker als kleinere Werte wie Schäffler, Norma oder Deutsche EuroShop. Bei der MDAX-Berechnung in der gängigen Performance-Variante wird unterstellt, dass Dividenden sofort wieder investiert werden. Daneben wird auch der MDAX-Kursindex berechnet.

Welche Branchen dominieren im MDAX?

Der MDAX spiegelt nach allgemeiner Einschätzung die Struktur der deutschen Wirtschaft stärker wieder als der DAX. Denn anders als etwa im Nachbarland Frankreich wird ein großer Teil des Bruttoinlandsproduktes hierzulande in der mittelständischen Industrie erwirtschaftet. Größere Mittelständler wie die Maschinenbauer sowie Automobilzulieferer sind dementsprechend zahlreich im MDAX vertreten. Auch einige größere Immobilienkonzerne finden sich im MDAX. Unter den Neuzugängen der vergangenen Jahre waren mit Covestro (Bayer) und Innogy (RWE) auch einige Töchter bekannter DAX-Konzerne. Covestro hat sogar inzwischen den Aufstieg in den DAX geschafft. Die Zusammensetzung des MDAX wird an vier Terminen im Jahr regulär überprüft. Dabei können MDAX-Konzerne in den DAX aufsteigen, aber auch in den SDAX absteigen.