Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

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Die fun­da­men­ta­le Ana­ly­se gilt den meis­ten Anle­gern als wich­tigs­tes Ent­schei­dungs­kri­te­ri­um beim Kauf einer Aktie. Die bekann­tes­te Grö­ße der fun­da­men­ta­len Ana­ly­se ist das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis (KGV). Das KGV gibt an, wie häu­fig der Gewinn des Unter­neh­mens im aktu­el­len Kurs ent­hal­ten ist. Für die Berech­nung des KGV benö­tigt man nur den Kurs der Aktie und den zuletzt erziel­ten bzw. geschätz­ten Gewinn pro Aktie. Ein Bei­spiel: Eine Gesell­schaft hat 100 Mil­lio­nen Akti­en aus­ge­ge­ben und einen Gewinn von einer Mil­li­ar­de Euro erzielt. Der Gewinn pro Aktie beträgt damit 10 Euro. Wenn der aktu­el­le Akti­en­kurs bei 90 Euro liegt, ergibt sich dar­aus ein KGV von neun. Mit­hil­fe des KGV kön­nen Anle­ger erken­nen, ob eine Aktie teu­er ist. Denn ten­den­zi­ell gilt: Ein hohes KGV muss künf­tig erst ein­mal durch hohe Gewin­ne gerecht­fer­tigt wer­den. Ein nied­ri­ges KGV dage­gen ver­spricht lang­fris­tig Stei­ge­rungs­po­ten­zi­al für den Akti­en­kurs.

KGV sollte verglichen werden

Allein auf das aktu­el­le KGV kön­nen sich Anle­ger nicht ver­las­sen. Denn das KGV-Niveau unter­schei­det sich von Bran­che zu Bran­che und von Land zu Land. Eher ste­tig wach­sen­de Bran­chen wie Phar­ma- oder Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie haben meist ein höhe­res KGV als Zykli­ker wie der Ban­ken- und Auto­mo­bil­sek­tor, in denen die Gewin­ne stär­ker schwan­ken. Stür­misch wach­sen­de High­tech-Wer­te wei­sen mit­un­ter astro­no­misch hohe KGV auf oder erzie­len noch gar kei­nen Gewinn. Und auf den euro­päi­schen Märk­ten sind die Akti­en im Durch­schnitt „bil­li­ger“ als in den USA.

Zusätz­li­che Aus­sa­ge­kraft bekommt die KGV-Ana­ly­se durch Ver­gleichs­maß­stä­be. Mög­lich ist zum Bei­spiel der his­to­ri­sche Ver­gleich mit­hil­fe des Shil­ler-KGV: Liegt das KGV einer Aktie hier deut­lich nied­ri­ger als frü­her, ist das Unter­neh­men ent­we­der schwach für die Zukunft auf­ge­stellt – oder zur­zeit an der Bör­se unter­be­wer­tet und bie­tet Kurs­chan­cen. Auch der Ver­gleich inner­halb der Bran­che kann Hin­wei­se geben: Wenn etwa das KGV eines Auto­mo­bil­pro­du­zen­ten deut­lich nied­ri­ger als bei den Kon­kur­ren­ten ist, kann das an schwin­den­den Markt­an­tei­len oder schwa­cher Modell­pa­let­te lie­gen. Trifft bei­des nicht zu, ver­spricht die nied­ri­ger bewer­te­te Aktie mehr Poten­zi­al.