Inflationsgeschützte Anleihen

Im Jan­u­ar 2017 war in Deutsch­land das Infla­tion­sziel der Europäis­chen Zen­tral­bank erre­icht. Die Preise stiegen vor allem auf­grund höher­er Energiekosten im Ver­gle­ich zum Vor­jahres­monat um 1,9 % und damit mit der höch­sten Rate seit dreiein­halb Jahren. Das freut die Noten­banker, aber ärg­ert die lei­dgeprüften Spar­er. Denn die Zin­sen für Tages­geld, Fest­geld und auch länger laufende deutsche Staat­san­lei­hen ver­har­ren weit­er­hin nahe null. Reale Ver­luste beim Sparen sind so pro­gram­miert. Wer sich gegen diese Ver­luste und weit­er steigende Infla­tion­srat­en absich­ern will, greift zu infla­tion­s­gesicherten Staat­san­lei­hen.

Wie zahlre­iche andere Staat­en legt auch die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land seit eini­gen Jahren wieder infla­tion­s­geschützte Wert­pa­piere auf. Sie sind wegen der deutschen Top-Bonität beson­ders begehrt. Aktuell sind sechs Anlei­hen und Oblig­a­tio­nen mit einem Gesamtvol­u­men von rund 70 Mil­liar­den Euro erhältlich. Die Zin­skupons sind zwar bei ihnen wie bei anderen Anlei­hen sehr niedrig. Aber der Rück­zahlungs­be­trag der Papiere wird an die Infla­tion angepasst. Grund­lage dafür ist der Zuwachs des Har­mon­isierten Ver­braucher­preisin­dex (ex Tabak) der Europäis­chen Union. Dieser Index wird von der europäis­chen Sta­tis­tik­be­hörde Euro­stat erhoben und gibt die Preisen­twick­lung in der Union wieder.

Mit infla­tion­sin­dex­ierten Bun­deswert­pa­pieren kön­nen Anleger über lange Zeiträume die Kaufkraft ihrer Anlage erhal­ten. Im Ver­gle­ich zu klas­sis­chen Anlei­hen mit fes­ter Verzin­sung haben infla­tion­s­geschützte Papiere Vorteile, wenn die Preis­steigerun­gen höher aus­fall­en als aktuell am Markt erwartet. Höhere Ren­diten als mit infla­tion­s­geschützten Bun­deswert­pa­pieren kön­nen Anleger mit inter­na­tionalen Anlei­hen erzie­len. Entsprechend höher sind aber auch die Bonität­srisiken. Um das Einzel­w­er­trisiko zu ver­mei­den, kön­nen Anleger in spezial­isierte Fonds und ETF-Index­fonds investieren. Sie leg­en nicht nur in deutschen, son­dern auch in europäis­chen und mitunter in inter­na­tionalen infla­tion­s­geschützten Anlei­hen an.