Index

Charles Dow war nicht nur Grün­der und Her­aus­ge­ber des „Wall Street Jour­nal“. Noch bekan­nter ist der Wirtschaftswis­senschaftler und Finanzjour­nal­ist als Erfind­er. Denn 1884 berech­nete er mit dem Dow Jones Rail­road Aver­age Index den ersten Aktienin­dex der Welt. Und 1896 kreierte der umtriebige Wirtschaftswis­senschaftler den Dow Jones Indus­tri­al Aver­age Index – noch heute ist er als Dow Jones 30 der bekan­nteste Index der Welt.

Indizes bilden mit ein­er einzi­gen Zahl ein kom­plettes Börsen­geschehen ab. Anleger sehen auf einen Blick, in welche Rich­tung sich die Börse entwick­elt und müssen dafür nicht eine Vielzahl von Kursen ver­gle­ichen. Die Berech­nung eines Index­es kann ein­fach, aber auch rel­a­tiv kom­plex sein. Das hängt von der gewählten Meth­ode ab. Es gibt preis­gewichtete Indizes oder kap­i­tal­isierungs­gewichtete Indizes, Kursin­dizes und Per­for­man­cein­dizes. Dabei gilt die Faus­tregel: Je kom­pliziert­er die Berech­nungsmeth­ode, umso genauer bildet ein Index das Auf und Ab an den Börsen nach.

Preisgewichtung oder Kapitalgewichtung

Charles Dow hat­te vor 100 Jahren noch keinen Taschen­rech­n­er, geschweige denn einen Com­put­er. Deshalb berech­nete er seinen Index möglichst ein­fach. Er addierte ein­fach die Kurse der damals noch zwölf Aktien im Dow Jones Indus­tri­al Aver­age und teilte sie durch zwölf. Genau so wird heute noch der Dow Jones 30 berech­net. Diese Meth­ode wird auch bei anderen tra­di­tionellen Indizes wie dem japanis­chen Nikkei 225 ange­wandt. Mod­erne Indizes wie der DAX wen­den dage­gen kom­pliziert­ere Ver­fahren an. Denn im DAX wer­den die 30 Aktien nach ihrem Börsen­wert (Mark­tkap­i­tal­isierung) gewichtet. Das heißt: Die größten Unternehmen wie Bay­er oder Siemens haben einen Anteil von rund zehn Prozent. Kleinere Unternehmen wie K+S oder Lanxess nur weniger als ein Prozent. Die Folge: Wenn eine der großen Aktien steigt oder fällt, wirkt sich das viel stärk­er auf den Indexw­ert aus als die Steigerung eines kleinen Wertes.

Performanceindex oder Kursindex

Auch in einem anderen Punkt ist der DAX mod­ern­er: Er ist ein soge­nan­nter Per­for­man­cein­dex. Das heißt: Bei der Berech­nung wird unter­stellt, dass alle Div­i­den­den und son­stige Auss­chüt­tun­gen sofort wieder in Aktien des Index­es investiert wer­den. Nach dem Prinzip des DAX wer­den auch die anderen deutschen Auswahlin­dizes berech­net: Der MDAX etwa umfasst die 50 größten Unternehmen nach dem DAX. Der SDAX die 50 darauf­fol­gen­den aus tra­di­tionellen Branchen. Der Tec­DAX schließlich enthält die 30 stärk­sten Fir­men aus jün­geren Branchen – Soft­ware, Inter­net, Neue Energien. Bei Kursin­dizes wie dem Dow Jones 30 dage­gen wer­den Div­i­den­den nicht berück­sichtigt. Die prozen­tualen Zuwächse dieser Indizes sind deshalb geringer.

Indizes sind wichtig für Vergleiche

Indizes dienen nicht nur der Infor­ma­tion, son­dern sie spie­len auch bei der Gel­dan­lage eine wichtige Rolle. Sie wer­den oft für Ver­gle­iche genutzt. So wird die Preisen­twick­lung eines Invest­ment­fonds mit einem für ihn repräsen­ta­tiv­en Index ver­glichen. Ein guter Europa­fonds etwa sollte den Euro STOXX 50 langfristig schla­gen. Das gelingt vie­len aktiv­en Fonds­man­agern nicht, deshalb  greifen viele Anleger zu ETF-Index­fonds. Sie verzicht­en auf aktives Man­age­ment und bilden Indizes möglichst exakt nach.