Hebeleffekt

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Glossar

a
b
c
d
e
f
g
h
i
j
k
l
m
n
o
p
q
r
s
t
u
v
w
x
y
z

Mit klei­nem Ein­satz gro­ße Din­ge bewe­gen: Die­ses Prin­zip hat mit der Nut­zung von Hebel­ef­fek­ten bei Fla­schen­zü­gen schon in der Anti­ke funk­tio­niert. Der Hebel­ef­fekt wird aber auch bei der moder­nen Geld­an­la­ge genutzt. Dabei wird ein über­schau­ba­rer Kapi­tal­be­trag zum Kauf eines Opti­ons­scheins oder eines Knock-Out-Zer­ti­fi­ka­tes (Mini Future, Tur­bo-Opti­ons­schein) ver­wen­det und auf die­se Wei­se indi­rekt ein Wert­pa­pier­ver­mö­gen bewegt, das die ein­ge­setz­te Anla­ge­sum­me deut­lich über­steigt. Je nach Grö­ße des Hebels las­sen sich die Gewinn­chan­cen bei gege­be­nem Kapi­tal­ein­satz damit mehr oder weni­ger stark erhö­hen. Glei­ches gilt natür­lich auch für das Ver­lust­ri­si­ko, schließ­lich wirkt ein Hebel immer in bei­de Rich­tun­gen.

Ermit­telt wird die Höhe des Hebels und damit der Hebel­ef­fekt, indem der Kurs des Basis­wer­tes mit dem Bezugs­ver­hält­nis mul­ti­pli­ziert und anschlie­ßend durch den Preis des gewähl­ten Hebel­pro­duk­tes divi­diert wird. Hat ein Tur­bo-Call auf eine 100 Euro teu­re Aktie zum Bei­spiel einen Basis­preis von 80 Euro und ein Bezugs­ver­hält­nis von 0,1 (zehn Tur­bo-Opti­ons­schei­ne berech­ti­gen zum Bezug einer Aktie), beträgt der inne­re Wert des Scheins ca. zwei Euro und der Hebel liegt bei (nähe­rungs­wei­se) fünf. Steigt die Aktie näm­lich um 1 % auf 101 Euro, ver­teu­ert sich der Tur­bo-Call auf 2,10 Euro (+5 %). Bezo­gen auf den Ein­satz fällt der Gewinn beim Tur­bo-Call somit fünf­mal so hoch aus wie beim Under­ly­ing. Soll­te die Aktie dage­gen auf 99 Euro fal­len (-1 %), wird sich der Wert des Tur­bos auf 1,90 Euro (-5 %) redu­zie­ren. Da Tur­bos und Mini Futures nahe­zu eins zu eins auf die abso­lu­te Kurs­be­we­gung des Basis­wer­tes reagie­ren, las­sen sich die Ren­di­te­chan­cen und Risi­ken der Pro­duk­te mit­hil­fe des Hebels gut abschät­zen.

Etwas anders sieht dies bei Stan­dard-Opti­ons­schei­nen aus. Bei ihnen wird zwar auch ein Hebel ermit­telt und auch ange­ge­ben, zur Opti­ons­schein­ana­ly­se ist die­ser Wert aller­dings kaum geeig­net. Erfah­re­ne Anle­ger grei­fen zur Bewer­tung der effek­ti­ven Hebel­leis­tung des­halb auf das soge­nann­te „Ome­ga“ zurück. Wäh­rend sich der Hebel von klas­si­schen Opti­ons­schei­nen und Knock-Out-Zer­ti­fi­ka­ten kon­ti­nu­ier­lich ändert, bleibt der von Fak­tor-Zer­ti­fi­ka­ten immer gleich. Bei die­sem Pro­dukt­typ wird der Hebel näm­lich bör­sen­täg­lich wie­der auf sein ursprüng­li­ches in den Pro­dukt­be­din­gun­gen ange­ge­be­nes Niveau zurück­ge­setzt.