Genussschein

Der Name als Pro­gramm? Nicht zwin­gend! Genusss­cheine bieten Inve­storen zwar die Chance auf attrak­tive Ren­diten, aber sie bergen auch Risiken. Das liegt an ihrer Kon­struk­tion. Die Papiere sind eine Art Zwit­ter zwis­chen Anlei­hen und Aktien. Ähn­lich wie mit Anlei­hen erhal­ten Anleger einen Zins aus­bezahlt, ähn­lich wie Aktionäre sind sie am unternehmerischen Ergeb­nis und damit auch an den Risiken beteiligt. Denn Genusss­cheine ver­briefen das Recht ein­er jährlichen Auss­chüt­tung aus dem Bilanzgewinn des Emit­ten­ten. Im Unter­schied zu Aktionären besitzen Genusss­chein­in­hab­er allerd­ings kein Stimm­recht und kein Recht auf Mitwirkung.

Genusss­cheine kön­nen von Unternehmen jed­er Rechts­form aus­gegeben wer­den. Bei der Aus­gestal­tung sind die Emit­ten­ten sehr flex­i­bel. So gibt es Papiere mit fes­ter oder unbe­gren­zter Laufzeit; zudem ist mal eine feste, mal eine vari­able oder erfol­gsab­hängige Verzin­sung ver­brieft. Erwirtschaftet das Unternehmen Ver­luste, kann die Auss­chüt­tung gekürzt wer­den oder aus­fall­en. Genusss­cheine eignen sich für Anleger, die höhere Zin­sen als bei Anlei­hen suchen und dafür bere­it sind, höhere Risiken einzuge­hen. Zuweilen haben Anleger auch keine Alter­na­tive – so gibt zum Beispiel der Medi­enkonz­ern Ber­tels­mann keine Aktien aus, son­dern Genusss­cheine.

Inve­storen soll­ten die Emis­sions­be­din­gun­gen vor ein­er Order sehr genau lesen und auch Kurs-, Haf­tungs- und Aus­fall­risiken beacht­en.