Geldmarkt

Kurzfristige Zin­sen unter­liegen dem Ein­fluss der Zen­tral­banken.

Am Geld­markt trifft die Nach­frage nach Geld auf das Gel­dan­ge­bot. Hier deck­en Geschäfts­banken ihren Bedarf an Liq­uid­ität. Im Gegen­satz zum soge­nan­nten Kap­i­tal­markt wer­den auf dem Geld­markt nur rel­a­tiv kurzfristig fäl­lige Forderun­gen und Wert­pa­piere gehan­delt; zum Geld­markt wer­den inter­na­tion­al in der Regel Papiere mit Laufzeit­en bis zu einem Jahr gerech­net. Zu den wichtig­sten Geld­mark­tin­stru­menten gehören die Depositen­z­er­ti­fikate (Cer­tifi­cate of Deposit), Com­mer­cial Papers (CP), Kassenoblig­a­tio­nen und staatliche Schatzwech­sel. Sie wer­den zwis­chen den Banken gehan­delt, teil­weise nur für einen Tag.

Die Geldmarktzinsen sind stark gesunken

Die wichtig­sten Akteure am Geld­markt sind die Zen­tral­banken und die Geschäfts­banken. Die Zen­tral­bank gibt mit dem Leitzins die Marke vor, an der sich die Geld­mark­tzinssätze ori­en­tieren. Gle­ichzeit­ig kann die Zen­tral­bank über ihre Offen­mark­t­poli­tik den Geld­markt bee­in­flussen. Dabei kauft oder verkauft sie Wert­pa­piere im Tausch gegen Zen­tral­bankgeld.

In den ver­gan­genen Jahren hat die Europäis­che Zen­tral­bank wie fast alle anderen inter­na­tionalen Noten­banken die Zin­sen bis auf null gesenkt und gle­ichzeit­ig mas­siv Wert­pa­piere gekauft. So sind auch die wichtig­sten Geld­mark­tzinssätze gedrückt wor­den. Der Über­nachtzinssatz EONIA liegt schon seit ger­aumer Zeit im Minus­bere­ich. Auch die EURIBOR-Zinssätze (Euro Inter­bank Offered Rate) von ein bis zwölf Monat­en lagen im Som­mer 2017 alle­samt unter der Nul­llinie. Das heißt: Eine Bank, die ein­er anderen Bank Geld lei­ht, muss dafür bezahlen.

Geldmarktfonds als Alternative zum Festgeld

Der Geld­markt ist geprägt durch eine hohe Insti­tu­tion­al­isierung und stan­dar­d­isierte Instru­mente. Die Min­dest­stück­elung der Wert­pa­piere liegt meist bei 1.000.000 Euro oder sog­ar mehr. Pri­vatan­leger kön­nen daher nicht direkt in den Geld­markt investieren. Allerd­ings ste­hen ihnen als Alter­na­tive zu Fest­geld oder Ter­min­geld die soge­nan­nten Geld­mark­t­fonds für das kurz- und mit­tel­fristige Parken von Kap­i­tal zur Wahl. Bei diesen Geld­mark­t­fonds zahlen sie in der Regel keine Aus­gabeauf­schläge und nur geringe laufende Gebühren. Die Fonds investieren nahezu auss­chließlich in Geld­mark­t­ti­tel und liq­uide Papiere mit Rest­laufzeit­en bis zu einem Jahr. Fast alle Geld­mark­t­fonds konzen­tri­eren sich auf Anla­gen erstk­las­siger Schuld­ner mit sehr guter Bonität. Das Aus­fall­risiko ist daher sehr ger­ing – die Chan­cen auf Ren­diten in Niedrigzin­szeit­en aber auch. Selb­st Fonds mit guter Bew­er­tung bei den Ratin­ga­gen­turen hat­ten in den ver­gan­genen Jahren Schwierigkeit­en, mehr als eine „schwarze Null“ für die Anleger zu erwirtschaften.