Fundamentalanalyse

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Der Akti­en­kurs und vor allem der Kurs­ver­lauf sagen viel über ein Unter­neh­men aus – er spie­gelt etwa die Ein­schät­zun­gen der Anle­ger über des­sen Zukunfts­aus­sich­ten. Aber der Kurs sagt eben nicht alles. Steigt ein Kurs, weil grund­sätz­lich eine posi­ti­ve Stim­mung herrscht und qua­si alle Akti­en­kur­se stei­gen? Oder aber, weil ein Unter­neh­men bes­tens im Markt posi­tio­niert ist und die Gewin­ne bestän­dig erhö­hen kann? Und ist die Gesell­schaft den Preis, den Anle­ger an der Bör­se zah­len, auch wirk­lich wert?

Die Fun­da­men­tal­ana­ly­se gibt Aus­kunft. Anders als Tech­ni­sche Ana­lys­ten betrach­ten Inves­to­ren bei der Fun­da­men­tal­ana­ly­se nicht nur den Kurs­ver­lauf, son­dern sie neh­men das gesamt­wirt­schaft­li­che Umfeld, das Wett­be­werbs­um­feld und das Unter­neh­men selbst sehr genau unter die Lupe.

Analyse des wirtschaftlichen Umfeldes

Die volks­wirt­schaft­li­che Ana­ly­se dient als Grund­la­ge. Wich­ti­ge Kenn­zah­len sind das Wirt­schafts­wachs­tum ins­ge­samt und das Gewinn­wachs­tum der Unter­neh­men. Die Höhe und Ent­wick­lung des Zins­sat­zes sowie die Noten­bank­po­li­tik spie­len eben­falls eine wich­ti­ge Rol­le. Stei­gen­de Zins­sät­ze und gerin­ge Liqui­di­tät spre­chen dabei eher für schwä­che­re Kurs­ent­wick­lun­gen. Nied­ri­ge Zins­sät­ze und hohe Liqui­di­tät, wie im aktu­el­len welt­wirt­schaft­li­chen Umfeld, las­sen die Kur­se ten­den­zi­ell stei­gen.

Bei Ana­ly­se eines Unter­neh­mens gucken sich fun­da­men­tal ori­en­tier­te Inves­to­ren eine Rei­he unter­schied­li­cher Kenn­zah­len an. Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis (KGV) gibt Aus­kunft dar­über, wie ein Unter­neh­men an der Bör­se im Ver­hält­nis zum erwar­te­ten Gewinn bewer­tet ist. Das Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis (KBV) dage­gen fokus­siert sich auf den Unter­neh­mens­wert. Ver­ein­facht aus­ge­drückt ent­spricht der Buch­wert dem Unter­neh­mens­wert im Fal­le einer Liqui­da­ti­on: Von der Sum­me der Ver­mö­gens­wer­te wer­den Ver­bind­lich­kei­ten und imma­te­ri­el­le Ver­mö­gens­wer­te abge­zo­gen. Die Faust­re­gel: Ein Unter­neh­men mit einem KBV nahe eins ist fair bewer­tet; bei einem KBV unter eins ist es güns­tig. Auch die Divi­den­den­ren­di­te, also die Ver­zin­sung des inves­tier­ten Akti­en­ka­pi­tals in Pro­zent, und die Nach­hal­tig­keit der Aus­schüt­tun­gen geben Aus­kunft über die Attrak­ti­vi­tät eines Unter­neh­mens.

Bündel an Kennzahlen im Visier

Fun­da­men­tal­ana­lys­ten ver­las­sen sich nie auf nur eine oder weni­ge Kenn­zah­len. Sie ana­ly­sie­ren Manage­ment und Unter­neh­mens­stra­te­gie, Inno­va­ti­ons­stär­ke und Wett­be­werbs­po­si­ti­on in unter­schied­li­chen Märk­ten. Eine umfang­rei­che Bilanz­ana­ly­se gibt Aus­kunft über die Gewinn­ent­wick­lung und den finan­zi­el­len Spiel­raum eines Unter­neh­mens. Ein Ver­gleich mit den his­to­ri­schen Kenn­zah­len und auch mit den Kenn­zah­len ande­rer Ver­tre­ter der Bran­che gibt Auf­schluss dar­über, wie gut ein Unter­neh­men posi­tio­niert ist. Und dar­über, ob es an der Bör­se über oder unter Wert gehan­delt wird.