Emerging Markets

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Emer­ging Mar­kets oder Schwel­len­län­der gehö­ren zu den Lieb­lings­the­men der Bör­sia­ner. Der Begriff kommt aus dem Eng­li­schen und steht für Natio­nen, die sich in einer deut­li­chen Auf­wärts­ent­wick­lung befin­den. Dazu gehö­ren Län­der, die deut­lich stär­ker wach­sen als Indus­trie­na­tio­nen wie Deutsch­land, die USA oder Japan. Die­se Staa­ten haben das Poten­zi­al, auf mitt­le­re und lan­ge Sicht selbst zu Indus­trie­staa­ten mit ähn­li­chen Pro-Kopf-Ein­kom­men zu wer­den. In der Ver­gan­gen­heit ist das eini­gen Schwel­len­län­dern durch­aus bin­nen weni­ger Jahr­zehn­te geglückt – etwa Süd­ko­rea.

Schwel­len­län­der fin­det man auf allen Kon­ti­nen­ten. In Euro­pa zäh­len dazu Staa­ten Ost­eu­ro­pas wie Rumä­ni­en oder Bul­ga­ri­en. Auch die Staa­ten Latein­ame­ri­kas und vie­le asia­ti­sche Län­der tei­len den Sta­tus als Emer­ging Mar­kets. Die bekann­tes­ten und größ­ten Schwel­len­län­der sind Bra­si­li­en, Russ­land, Indi­en und Chi­na, die oft auch als BRIC-Staa­ten bezeich­net wer­den. Die Eupho­rie für die BRIC-Staa­ten ist aller­dings in den zurück­lie­gen­den Jah­ren deut­lich zurück­ge­gan­gen. Wäh­rend Indi­en und Chi­na (wenn auch lang­sa­mer) wei­ter wach­sen, haben die roh­stoff­rei­chen Län­der Bra­si­li­en und Russ­land mit schwe­ren Pro­ble­men zu kämp­fen.

Mehr Gewinn, mehr Risiko

Anla­gen in Schwel­len­län­dern ber­gen gro­ße Gewinn­chan­cen. Umsatz- und Gewinn­stei­ge­run­gen sind hier oft deut­lich grö­ßer als in eta­blier­ten Indus­trie­staa­ten. Hohe Gewinn­chan­cen gibt es aber nicht ohne höhe­res Risi­ko. Das hohe Gewinn­po­ten­zi­al erkau­fen sich Anle­ger mit höhe­ren Ver­lust­ri­si­ken. Dafür gibt es meh­re­re Grün­de: Wirt­schaft, Märk­te und Unter­neh­men sind in Emer­ging Mar­kets weni­ger gefes­tigt als in Indus­trie­na­tio­nen. Hin­zu kom­men oft auch poli­ti­sche Risi­ken, die meis­ten Schwel­len­län­der sind kei­ne Demo­kra­tie. Auch die Lan­des­wäh­rung kann in Kri­sen gegen­über Euro und US-Dol­lar deut­lich abwer­ten. Ins­ge­samt sind Emer­ging Mar­kets deut­lich anfäl­li­ger für natio­na­le, aber auch inter­na­tio­na­le Kri­sen als Indus­trie­län­der.

Wegen der Schwan­kungs­brei­te sind ein­zel­ne Akti­en aus Emer­ging Mar­kets für Pri­vat­an­le­ger allen­falls als Depot­bei­mi­schung geeig­net. Als Alter­na­ti­ve bie­ten sich preis­güns­ti­ge ETF-Index­fonds auf Regio­nen oder gleich auf den MSCI-Emer­ging Mar­kets an. Aktiv gema­nag­te Emer­ging-Mar­ket-Fonds sind mit höhe­ren Gebüh­ren ver­bun­den. Aller­dings kön­nen die Mana­ger vor allem bei welt­weit anle­gen­den Fonds Kri­sen­re­gio­nen wie aktu­ell Russ­land oder Bra­si­li­en unter­ge­wich­ten oder gleich ganz mei­den.