DAX

Kaum zu glauben, dass es Jahrzehnte dauerte, bis sich in Deutsch­land ein Aktienin­dex durch­set­zen kon­nte. Und den­noch: Vor 30 Jahren wurde dem neuen Deutschen Aktienin­dex (DAX) der Deutschen Börse keine glo­r­re­iche Zukun­ft prog­nos­tiziert. Denn Vorgänger gab es viele. Getreu dem Vor­bild der USA und dem dor­ti­gen Dow Jones hat­ten in Deutsch­land Aktionäre schon seit den 1950er-Jahren auf den FAZ-, den Com­merzbank- oder den West­LB-Index geschaut. Aber all diese Indizes kon­nten sich auf Dauer nicht entschei­dend durch­set­zen. Das schaffte erst der DAX – schon kurz nach sein­er Ein­führung war er all­ge­mein anerkan­nt.

Moderner Performanceindex

Der DAX enthält genau wie der amerikanis­che Dow Jones 30 Aktien. Aber er ist mod­ern­er als das Pen­dant und gibt deshalb das Börsen­geschehen weit bess­er wieder. Beim Dow Jones wer­den wie vor mehr als 100 Jahren ein­fach alle Aktienkurse addiert und mit einem Gewich­tungs­fak­tor mul­ti­pliziert. Daraus fol­gt, dass die nom­i­nal teuer­ste Einze­lak­tie das höch­ste Gewicht im Index hat. In Deutsch­land wäre das aktuell der Reifen­her­steller Con­ti­nen­tal. Der DAX dage­gen ist nach Mark­tkap­i­tal­isierung gewichtet: Das heißt: In die Berech­nung des Index gehen die 30 wichtig­sten Aktien gemäß dem Gesamtwert der jew­eils frei han­del­baren Aktien ein. Kurs­be­we­gun­gen bei den Index-Schw­ergewicht­en wie SAP, Siemens oder Bay­er sind für die Entwick­lung weit wichtiger als Kurssprünge bei kleineren DAX-Mit­gliedern wie Com­merzbank oder Deutsch­er Lufthansa. Zudem ist der DAX ein soge­nan­nter Per­for­man­cein­dex: Bei der DAX-Berech­nung wird unter­stellt, dass Div­i­den­den sofort wieder investiert wer­den. Kursin­dizes wie der Dow Jones 30 oder der Euro STOXX 50 berück­sichti­gen keine Auss­chüt­tun­gen.

Aus dem DAX wuchs eine komplette Indexfamilie

Der Erfolg des Deutschen Aktienin­dex DAX hat in Deutsch­land nach und nach zur Grün­dung ein­er gesamten Index­fam­i­lie geführt. Zwis­chen diesen Indizes gibt es einen regen Aus­tausch. Wie im Sport kön­nen Unternehmen auf- oder absteigen. Die zweite Börsen­bun­desli­ga ist der MDAX und umfasst die 50 Werte nach dem DAX. Im MDAX find­en sich viele größere mit­tel­ständis­che Unternehmen, die teil­weise noch fam­i­lienge­führt sind und die das Rück­grat der deutschen Exportwirtschaft bilden. Die dritte deutsche Börsen­bun­desli­ga set­zt sich aus zwei Seg­menten zusam­men: Der SDAX enthält dabei die Unternehmen aus eher tra­di­tionellen Branchen; tech­nol­o­gisch aus­gerichtete Unternehmen aus Branchen wie den erneuer­baren Energien, IT/Software oder Biotech­nolo­gie find­en ihren Platz im Tec­DAX.