Carry-Trade

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Nied­ri­ge Zin­sen machen allen Anle­gern das Inves­tie­ren schwer – pri­va­ten und auch insti­tu­tio­nel­len. Auf der Suche nach höhe­ren Ren­di­ten gehen sie ver­schie­de­ne Wag­nis­se ein. Die Pro­fis set­zen seit dem Früh­jahr ver­mehrt auf ein Instru­ment, das deut­lich höhe­re Chan­cen und Risi­ken als ein ein­fa­cher Kauf von Anlei­hen bie­tet – die soge­nann­ten Car­ry-Tra­des.

Das Prin­zip des Car­ry-Tra­de ist rela­tiv ein­fach. Gro­ße Anle­ger, zum Bei­spiel Hedge­fonds, neh­men einen Kre­dit in der Wäh­rung eines Lan­des auf, in dem die Zin­sen nied­rig sind – etwa in US-Dol­lar, Euro oder in Yen. Anschlie­ßend legen sie das Geld in der loka­len Wäh­rung von Län­dern an, in denen die Zin­sen höher lie­gen. In Aus­tra­li­en oder Kana­da zum Bei­spiel notie­ren die Zin­sen bei den dor­ti­gen Dol­lars höher als beim US-ame­ri­ka­ni­schen Pen­dant. Noch deut­li­cher ist die Zins­dif­fe­renz der gro­ßen Wirt­schafts­re­gio­nen zu Schwel­len­län­dern – zum Bei­spiel zu Süd­afri­ka oder zur Tür­kei.

Der Gewinn eines Car­ry-Tra­de ist zunächst die Dif­fe­renz zwi­schen den jewei­li­gen Zins­sät­zen. Davon gehen noch die Trans­ak­ti­ons­kos­ten ab, die aber bei den gro­ßen Volu­mi­na insti­tu­tio­nel­ler Anle­ger kaum ins Gewicht fal­len. Ob der Car­ry-Tra­de jedoch wirk­lich auf­geht, liegt vor allem an der Ent­wick­lung des Tausch­ver­hält­nis­ses der jeweils betei­lig­ten Wäh­run­gen. Wenn etwa der Kurs des Süd­afri­ka­ni­schen Rands wäh­rend der Lauf­zeit des Car­ry-Tra­de gegen­über dem US-Dol­lar ansteigt, erhöht sich sogar der Gewinn. Wenn er aber um 10 % nach­gibt, nutzt etwa ein Zins­plus von 3 % wenig.

Wegen des Wäh­rungs­ri­si­kos sind Car­ry-Tra­des vor allem popu­lär, wenn es an den Devi­sen­märk­ten ruhig zugeht. Mit begrenz­tem Risi­ko (ohne Kre­dit) kön­nen auch com­di­rect Kun­den die Car­ry-Tra­de-Stra­te­gie nach­ah­men. Das com­di­rect Wäh­rungs­kon­to erlaubt Anla­gen in aus­län­di­schen Wäh­run­gen schon ab einem Ein­satz von 500 Euro.