Abgeltungsteuer

Lieber 25 % von x als 42 % von nix“ – mit diesem eingängi­gen Spruch überzeugte der dama­lige SPD-Finanzmin­is­ter Peer Stein­brück (SPD) Kri­tik­er aus Poli­tik, Wirtschaft und der eige­nen Partei von dem Konzept der Abgel­tung­s­teuer. Sie wurde zum Jahreswech­sel 2008/2009 einge­führt, um Steuer- und Kap­i­talflucht einzudäm­men. Seit­dem gilt für Kap­i­talerträge wie Zin­sen, Div­i­den­den und Veräußerungs­gewinne bei Aktien oder Fonds eine pauschale Abgel­tung­s­teuer von 25 %. Dazu kom­men der Sol­i­dar­ität­szuschlag und ggf. Kirchen­s­teuer. Die Abgel­tung­s­teuer löste ab 2009 die soge­nan­nte Speku­la­tion­ss­teuer ab. Bei ihr unter­la­gen Kap­i­talerträge in der Regel dem per­sön­lichen Einkom­men­steuer­satz, Kurs­gewinne auf Aktien oder Fonds allerd­ings waren nach zwölf Monat­en Haltedauer steuer­frei.

Die Abgel­tung­s­teuer hat die Besteuerung von Kap­i­talerträ­gen deut­lich vere­in­facht. Als Quel­len­s­teuer wird sie direkt und unbürokratisch von der kontoführen­den Bank ein­be­hal­ten und anonym an das Finan­zamt über­wiesen. Damit ist die Steuerpflicht für den Pri­vatan­leger abge­golten. Bere­its ver­s­teuerte Kap­i­talerträge müssen nicht mehr in der jährlichen Einkom­men­steuer­erk­lärung angegeben wer­den. Bis 801 Euro/1602 (Singles/Verheiratete) sind Kap­i­talerträge zudem weit­er­hin als Spar­erpausch­be­trag steuer­frei. Um den Abzug der Abgel­tung­s­teuer bis zu dieser Höhe zu ver­mei­den, stellen Anleger bei ihrer Bank einen Freis­tel­lungsauf­trag. Die Höhe des Freis­tel­lungsauf­trags ist frei wählbar und kann auch auf mehrere Banken verteilt wer­den; ins­ge­samt dür­fen dabei jedoch 801/1602 Euro nicht über­schrit­ten wer­den.

Die steuer­liche Behand­lung hängt let­ztlich immer von den per­sön­lichen Ver­hält­nis­sen des jew­eili­gen Kun­den ab. Die Rechts­grund­la­gen für die Besteuerung von Kap­i­taleinkün­ften kön­nen sich zudem ändern. Deshalb übern­immt comdi­rect keine Gewähr für die Richtigkeit, Voll­ständigkeit und Aktu­al­ität der bere­it­gestell­ten Infor­ma­tio­nen auf dem Gebi­et des Steuer­rechts. Die zur Ver­fü­gung gestell­ten Infor­ma­tio­nen erset­zen keine per­sön­liche Steuer- oder Rechts­ber­atung.