Wertpapiersparplan-Langfristigkeit die sich auszahlt

Der Wertpapiersparplan Langfristigkeit, die sich auszahlt

Wer am 1. Handelstag im Jahr 2017 in Deutschland Aktien kaufte, durfte sich 1 Jahr später über eine Wertsteigerung von 11 % freuen. Das sind bei 10.000 Euro innerhalb eines Jahres ganze 1.100 Euro Plus. Die Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt: Aktien (DAX-Werte) waren in diesem Jahr die Geldanlage mit der höchsten Rendite. Wenig verwunderlich also, dass Wertpapiersparpläne mit wachsender Popularität von Investmentfonds in Deutschland ebenso immer beliebter werden — sie bestechen durch einige handfeste Vorteile gegenüber anderer Anlagemöglichkeiten. Dabei reduziert sich ein Wertpapiersparplan nicht nur auf den Erwerb von Investmentfondsanteilen. Mit einem Wertpapiersparplan lassen sich nicht nur Anteile an klassischen Aktienfonds erwerben. Als Anleger können Sie mit einem Wertpapiersparplan auch gezielt in einzelne Aktien, Anleihen, Zertifikate oder ETFs (börsengehandelte Indexfonds) investieren.

Wie funktioniert ein Wertpapiersparplan?

Wer sich für einen Wertpapiersparplan entscheidet, benötigt zunächst ein Wertpapierdepot. Warum? Eine Verwahrung der Wertpapiere im Safe der Bank (Streifbandverwahrung) ist schon lange nicht mehr üblich. Stattdessen befinden sich Wertpapiere heute praktisch nur “virtuell” im Depot. Mit der vollzogenen Depoteröffnung können Sie nun Ihren Wertpapiersparplan starten.

Bedenken Sie: Wertpapiere unterliegen gewissen Kursschwankungen. Es liegt nun an Ihnen, ob Sie sich im Rahmen des Wertpapiersparplanes kontinuierlich für eine bestimmte Anzahl an Wertpapieren zu einem schwankenden Preis entscheiden oder aber für eine schwankende Anzahl an Wertpapieren zu einem festen monatlichen, zweimonatlichen oder vierteljährlichen Betrag. Bei comdirect erwerben Sie stets eine schwankende Anzahl an Wertpapieren zu einem festen monatlichen, zweimonatlichen oder vierteljährlichen Betrag. In diesem Fall werden für den fixen Betrag schuldrechtlich auch Bruchteile von Aktien erworben. Ein Wertpapiersparplan, bei dem eine feste Anzahl Aktien beispielsweise pro Monat erworben wird, ist wegen der Kursschwankungen jedoch nicht zu empfehlen.

Die häufigste Art, in Wertpapiere zu sparen, besteht darin, jeden Monat eine abhängig von den Börsenkursen wechselnde Anzahl an Fonds- oder Indexfondsanteilen zu einem festen Betrag zu erwerben. Ein interessanter Effekt ist dabei der sogenannte Durchschnittskosteneffekt. Der Durchschnittskosteneffekt entsteht, wenn Sparer im Rahmen ihres Sparplanes regelmäßig gleichbleibende Beträge in Wertpapieren anlegen. Langfristig kann das zu einem günstigen Durchschnittskaufpreis führen.

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Tipp: comdirect bietet Wertpapiersparpläne an, mit denen Sie regelmäßig bereits kleine Geldbeträge ab 25 Euro in den Aufbau Ihres Wertpapiervermögens investieren können. Eröffnen Sie direkt online Ihren Wertpapiersparplan für Ihr Einzel- oder Gemeinschaftsdepot.

Rechnungsbeispiel Cost Average Effect
Quelle: https://www.sharewise.com/de/news_articles/CostAverageEffekt_Wie_Sie_Aktien_automatisch_gunstig_kaufen__RobertSasse_20170831_0925

Die schwankenden Börsenkurse bewirken, dass Sie in einem Monat mehr, im anderen Monat weniger Anteile erwerben. In wirtschaftlichen Wachstumsphasen bieten Aktieninvestments oft mehr Rendite als festverzinsliche Geldanlagen. Den besten Beleg hierzu liefert die Ihnen vielleicht bekannte Grafik des US-Analystenhauses Ibbotson, das heute zum Investmenthaus Morningstar gehört:

Zusammengesetzte jährliche Rendite
Quelle: http://www.raymondjames.com/soundwealthmanagement/pdfs/sbbi-1926.pdf

Die Rechnung ist ganz einfach: Kauft ein Anleger Anteile günstig ein und die Kurse steigen langfristig, führt das zu einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung, die sich am Ende in der Gesamtrendite niederschlägt.

Einen weiteren Rendite-Kick erzielen Sie, wenn Sie sich bei einem Fondssparplan für einen Fonds entscheiden, der die Gewinne nicht ausschüttet, sondern wieder anlegt. Dieser Effekt ist nichts anderes als der Zinseszinseffekt bei einem Sparbuch, bei dem die Zinsen nicht abgehoben, sondern im nächsten Jahr wieder mitverzinst werden.

Welche Arten von Wertpapiersparplänen gibt es?

Es gibt folgende Wertpapiersparplan-Varianten:

  • Der private Wertpapiersparplan ist keinerlei Restriktionen unterworfen. Sie bestimmen selbst, wie lange Sie sparen möchten, ob Sie Sonderzahlungen leisten wollen oder während der Ansparphase Anteile verkaufen möchten. Bei der Auswahl der Wertpapiere haben Sie ebenso freie Hand.
  • Der Riester-Fondssparplan unterliegt ganz klaren Vorgaben seitens des Gesetzgebers. Dieses gilt sowohl für die Auswahl der Fonds als auch für die Mindestlaufzeit.
  • Seit einiger Zeit ist es möglich, eine Rürup-Rente mittels eines Wertpapiersparplanes aufzubauen. Es gelten, bedingt durch die staatliche Förderung, ebenfalls Rahmenbedingungen, die der Gesetzgeber vorgibt.
  • Der VL-Sparplan in Form eines Fondssparplanes ist bei Sparern recht beliebt, da diese mit einem geringen Aufwand einen durchaus beachtlichen Betrag ansammeln können. Dieser wird noch attraktiver, wenn Sie die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage erfüllen.
Icon Kursanstieg

Tipp: Der Wertpapiersparplan eignet sich wegen des langfristigen Anlagehorizonts auch als Sparplan für Kinder. Denn gerade auf lange Sicht lässt sich mit Aktien und Investmentfonds oft deutlich mehr Rendite erwirtschaften als mit Sparkonten, Festgeldern oder Bausparverträgen, die derzeit ohnehin kaum Zinsen bringen.

Für wen ist ein Wertpapiersparplan geeignet?

Grundsätzlich lohnt sich ein Wertpapiersparplan für alle, die langfristig Vermögen aufbauen möchten und keine Angst davor haben, dass Börsenkurse volatil sind — also Schwankungen unterliegen und in wirtschaftlichen Schwächephasen auch einmal ins Minus rutschen können.

Wenn Sie flexibel bleiben und sich nicht gleich festlegen wollen, wie lange Sie sparen möchten, dann sind Sie mit einem privaten Sparplan bestens ausgerüstet. Dieser ermöglicht es Ihnen zudem, willkürliche Sonderzahlungen vorzunehmen oder eventuell zwischendurch einmal bei Liquiditätsbedarf Wertpapiere zu verkaufen. Sie wollen lieber die staatliche Förderung für eine Zusatzrente nutzen oder Sie erhalten Zuschüsse zum VL-Sparen vom Arbeitgeber? Dann können Sie auf die gesetzlich geregelten Varianten zurückgreifen.

Achtung allerdings: Wertpapiere sind Schwankungen unterworfen. Bei zwischenzeitlichen Kursverlusten während konjunktureller Schwächephasen müssen Sie als Wertpapiersparer auch mit Verlusten rechnen, wenn Sie den Sparplan kündigen und das Guthaben auflösen. Sinnvoll ist deshalb, eine lange Laufzeit von mindestens 10 oder 15 Jahren einzuplanen, in der das angesparte Kapital nicht benötigt wird.

Wie sicher ist mein Geld bei einem Wertpapiersparplan?

Hier muss ganz klar zwischen der Anlage in Investmentfonds und ETFs auf der einen Seite und der Anlage in einzelne Aktien auf der anderen Seite getrennt werden. Das Risiko bei einer Anlage in einzelne Aktien besteht darin, dass eine einzelne Aktiengesellschaft durchaus in die Insolvenz gehen kann. Der Anleger als Anteilseigner verliert dann sein gesamtes eingesetztes Kapital.

Bei einem Fonds oder ETF würde dieser Umstand nur eintreten, wenn alle im Fonds vorhandenen Gesellschaften an demselben Tag ohne Vorankündigung insolvent würden – ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Sollte die Fondsgesellschaft selbst insolvent werden, hätte dieses für den Anleger keine Auswirkungen. Denn Fonds stellen ein Sondervermögen dar, das vom Kapital der Fondsgesellschaft getrennt verwaltet wird und damit geschützt ist.

Die Besteuerung bei einem Wertpapiersparplan

Erträge aus Kapitalvermögen sind in Deutschland generell steuerpflichtig. Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlages und gegebenenfalls der Kirchensteuer. Darum brauchen Sie sich als Anleger allerdings nicht zu kümmern – die Bank oder die Investmentgesellschaft führt die Steuer automatisch ab.
Trotzdem sollten Sie einen Freistellungsauftrag stellen, sofern Sie diesen nicht schon anderweitig nutzen. Durch den Freistellungsauftrag bleiben bei Alleinstehenden die ersten 801 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei, bei Verheirateten die ersten 1.602 Euro.

Für Fondssparpläne mit Riester-Förderung gilt: Die Erträge werden erst bei Rentenbezug mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, der im Rentenalter meist niedriger ist als während des aktiven Arbeitslebens. Auch Wertpapiersparpläne nach dem Rürup-Modell („Basisrente”) unterliegen der nachgelagerten Besteuerung. Während der Ansparphase können Sie die Beiträge zu einem Rürup-Sparplan außerdem bis zu hohen Grenzen als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.