Fondssparplan- Langfristig, sicher und flexibel

Der Fondssparplan Langfristig, sicher und flexibel

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Wie der Name schon sagt – bei einem Fondss­par­plan investieren Sie als Anleger in einen Invest­ment­fonds. In Deutsch­land haben sich die Fondss­parpläne seit den 70er Jahren etabliert und nehmen heute einen wesentlichen Platz im Seg­ment des langfristi­gen Ver­mö­gen­sauf­baus ein. Mit Fondss­parplä­nen kön­nen Sie flex­i­bel in die unter­schiedlichen Fonds­gat­tun­gen investieren. Erfahren Sie hier, wie ein Fondss­par­plan funk­tion­iert, ob er für Sie geeignet ist und worauf es zu acht­en gilt.

Wie funktioniert ein Fondssparplan?

Als Anleger in einen Fondss­par­plan benöti­gen Sie ein Wert­pa­pierde­pot, das Sie selb­st bei ein­er Bank, einem Bro­ker oder der Fonds­ge­sellschaft ein­richt­en kön­nen. Bere­its an diesem Punkt soll­ten Sie genau über­legen, bei wem Sie Ihr Wert­pa­pierde­pot ein­richt­en möcht­en: So ist Ihr Hand­lungsspiel­raum in Bezug auf die Fond­sauswahl bei ein­er Fonds­ge­sellschaft beispiel­sweise stark begren­zt. Wenn Sie hier Ihren Anlageschw­er­punkt ändern möcht­en und infolgedessen einen Fonds ein­er anderen Gesellschaft wählen, müssten Sie ein neues Depot eröff­nen. Ein Depot bei ein­er Direk­t­bank oder einem Bro­ker lässt Ihnen da deut­lich mehr Auswahl – hier kön­nen Sie zumeist auf ein Fond­suni­ver­sum von mehreren tausend Fonds unter­schiedlich­er Gesellschaften zugreifen.

Doch welche Fonds kom­men eigentlich für einen Fondss­par­plan infrage? Hier find­en Sie eine kleine Liste der Fonds­gat­tun­gen, mit denen Sie Ihren Fondss­par­plan real­isieren kön­nen:

  • Aktien­fonds
  • ETFs (börsen­notierte Index­fonds)
  • Renten­fonds (festverzinsliche Werte)
  • Mis­ch­fonds aus Aktien, Anlei­hen, Zer­ti­fikat­en, Sach­w­erten etc.
  • Geld­mark­t­fonds

Wenn Sie sich für ein Depot entsch­ieden haben und wis­sen, welchen Fonds Sie zunächst besparen möcht­en, müssen Sie nur noch entschei­den, wie hoch Ihre Spar­rate sein soll. Die Spar­rate begin­nt in der Regel schon bei kleinen Beträ­gen, bei comdi­rect beispiel­sweise bere­its bei 25 Euro, wobei ein monatlich­er Anteil­skauf üblich ist. Sie kön­nen aber auch zwei­monatliche oder vierteljährliche Käufe täti­gen oder Anteile durch Ein­malkäufe erwer­ben.

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Tipp zur Depotauswahl: Beson­ders attrak­tiv sind Depots, die ohne Ver­wal­tungsent­gelt geführt wer­den. Dieses ist häu­fig schon der Fall, wenn im Rah­men eines Fondss­par­planes regelmäßig Anteile erwor­ben wer­den. comdi­rect bietet zum Beispiel ein entsprechen­des Depot mit vie­len Vorteilen an.

Für wen ist ein Fondssparplan geeignet?

Fondss­parpläne eignen sich für Anleger, die eine über­durch­schnit­tliche Ren­dite für ihr Geld erzie­len möcht­en und bere­it sind, dafür auch Ver­lus­trisiken hinzunehmen. Die fol­gende Grafik des US-Ana­lysten­haus­es Ibbot­son Asso­ciates, das heute zu Morn­ingstar gehört, visu­al­isiert die Wer­ten­twick­lung unter­schiedlich­er Anlageart­en:

Zusammengesetzte jährliche Rendite
Quelle: http://www.raymondjames.com/soundwealthmanagement/pdfs/sbbi-1926.pdf

Die langfristige Entwick­lung der Aktienkurse gegenüber festverzinslichen Anla­gen spricht für sich – wer vorüberge­hende kon­junk­turelle Krisen und wirtschaftliche Schwächep­hasen “aus­sitzen” kann, erzielt auf lange Sicht mit Aktien oft deut­lich mehr Wertzuwachs. Fondss­parpläne sind für Anleger geeignet, die mit­tel- und langfristig Ver­mö­gen auf­bauen wollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Großel­tern für die Enkel sparen möcht­en, Arbeit­nehmer die ver­mö­genswirk­samen Leis­tun­gen möglichst gewinnbrin­gend anle­gen wollen oder der Fondss­par­plan dem Auf­bau ein­er pri­vat­en Altersvor­sorge dient.

Wussten Sie, dass es finanzielle Förderung für fonds­ge­bun­dene Lösun­gen bei ver­mö­genswirk­samen Leis­tun­gen, der Riester-Rente, der Rürup-Rente sowie der betrieblichen Altersvor­sorge gibt? Hier gibt sog­ar der bekan­ntlich eher kon­ser­v­a­tive Staat grünes Licht.

Fondss­parpläne eignen sich aber nicht nur für Fre­unde von Aktien. Bis auf Geld­mark­t­fonds, deren Ren­dite für ein langfristiges Invest­ment zu unat­trak­tiv ist, bieten sich für vor­sichtige Anleger weit­ere Fonds an:

  • Mis­ch­fonds investieren in ver­schiedene Anlageklassen wie Aktien, Anlei­hen, Rohstoffe, Immo­bilien etc.
  • ETFs (Exchange Trad­ed Funds) sind börsenori­en­tierte Index­fonds, die einen Aktienin­dex nach­bilden
  • Renten­fonds leg­en die Kun­den­gelder auss­chließlich in Anlei­hen an und set­zen dabei auf über­durch­schnit­tliche Ren­diten in Bezug auf Kauf­preis und Verzin­sung

Was sind die Vorteile eines Fondssparplanes?

Grund­sät­zlich gilt: Fond­san­teile sind Kurss­chwankun­gen unter­wor­fen. Diese fall­en bei Renten-, Misch- und offe­nen Immo­bilien­fonds geringer aus als bei Aktien­fonds. Trotz­dem tritt der Durch­schnittskosten­ef­fekt ein: Spar­er erwer­ben bei ein­er fes­ten monatlichen Spar­rate jeden Monat eine unter­schiedliche Anzahl von Fond­san­teilen. In der Regel wirkt sich dieser Umstand pos­i­tiv auf die gesamte Wer­ten­twick­lung der Anlage aus:

Rechnungsbeispiel Cost Average Effect
Quelle: https://www.sharewise.com/de/news_articles/CostAverageEffekt_Wie_Sie_Aktien_automatisch_gunstig_kaufen__RobertSasse_20170831_0925

Tipp: Üblicher­weise fällt beim Erwerb von Invest­ment­fond­san­teilen ein Aus­gabeauf­schlag an. Das ist ein ein­ma­liges Ent­gelt, das Sie beim Erwerb von Fond­san­teilen zahlen müssen. Viele Direk­t­banken und Online­bro­ker bieten hier attrak­tive Rabat­te. Und im Fall von Fondss­parplä­nen verzicht­en viele Anbi­eter sog­ar voll­ständig auf den Aus­gabeauf­schlag.

Der Grund für diese pos­i­tive Wer­ten­twick­lung: Bei steigen­den Kursen weisen die gün­stiger eingekauften Anteile eine über­durch­schnit­tliche Wer­ten­twick­lung auf. Und diese wirkt sich wiederum pos­i­tiv auf die Gesamtren­dite aus.

Invest­ment­fonds wer­den häu­fig in ein­er auss­chüt­ten­den und ein­er the­sauri­eren­den Vari­ante ange­boten. Wenn Sie als Fondss­par­er in einen auss­chüt­ten­den Fonds investieren, wer­den die Zin­sen und Div­i­den­den der im Fonds enthal­te­nen Wert­pa­piere jährlich an Sie aus­gezahlt. The­sauri­erende Fonds dage­gen behal­ten die erwirtschafteten Div­i­den­den- und Zin­serträge ein und leg­en sie wieder an, dadurch erhöht sich der Wert Ihrer Fond­san­teile. The­sauri­erende Fonds sind deshalb gut für Anleger geeignet, die auf Auss­chüt­tun­gen verzicht­en und lieber ein möglichst großes Fondsver­mö­gen ans­paren möcht­en.

Auch ein großes Plus: Fondss­parpläne ermöglichen größt­mögliche Flex­i­bil­ität. Diese Aus­sage trifft allerd­ings nur auf die Sparpläne zu, die kein­er staatlichen Förderung unter­liegen. Der klas­sis­che Spar­plan ken­nt keine zeitliche Ein­schränkung. Es gibt wed­er eine max­i­male Laufzeit noch eine Min­dest­dauer. Darüber hin­aus lässt der Fondss­par­plan neben der regelmäßi­gen Besparung alle „Nutzungsmöglichkeit­en“ zu: Sie kön­nen willkür­lich weit­ere Anteile kaufen, die Ein­zahlung aus­set­zen, erhöhen oder auf den Min­dest­be­trag reduzieren. Außer­dem ste­ht es Ihnen frei, Fond­san­teile zu veräußern, wenn Sie für eine Anschaf­fung ein­mal Geld brauchen.

Wie sicher ist mein Geld?

Fonds, die in volatile (schwank­ende) Werte wie Aktien oder Anlei­hen investieren, bieten grund­sät­zlich größere Ertragschan­cen, aber auch ein höheres Risiko durch mögliche Kursver­luste. Wenn es Ihnen vor allem auf hohe Erträge ankommt, kön­nen Sie in einzelne Unternehmen, Branchen oder Regio­nen investieren. Als eher sicher­heit­sori­en­tiert­er Anleger ste­hen Ihnen bre­it streuende Fonds zur Ver­fü­gung, die Ihr Kap­i­tal auf ver­schiedene Anlageklassen verteilen, um die Risiken zu min­imieren. Ihre mit dem Fondss­par­plan erwor­be­nen Fond­san­teile sind übri­gens geset­zlich geschütztes Son­derver­mö­gen, das selb­st bei ein­er Insol­venz der Fonds­ge­sellschaft nicht ver­loren geht. Die Ver­wal­tung des Son­derver­mö­gens übern­immt in diesem Fall die Depot­bank.

Die Besteuerung bei einem Fondssparplan

Kap­i­talerträge wie Zin­sen, Div­i­den­den und real­isierte Kurs­gewinne sind grund­sät­zlich steuerpflichtig, auch wenn sie mit einem Fonds erwirtschaftet wer­den. Die depot­führende Ein­rich­tung behält automa­tisch 25 % Abgel­tung­s­teuer plus Sol­i­dar­ität­szuschlag und Kirchen­s­teuer auf Ihre Kap­i­taleinkün­fte ein und führt diesen Betrag an das Finan­zamt ab. Ihre Steuer­schuld als Fondss­par­er ist damit abge­golten. Wichtig: Liegt Ihr per­sön­lich­er Steuer­satz unter 25 %, kön­nen Sie die Dif­ferenz im Rah­men der Gün­stiger­prü­fung vom Finan­zamt zurück­er­hal­ten.

Wur­den Fond­serträge früher auss­chließlich beim Anleger besteuert, müssen Pub­likums­fonds heute vor­ab Kör­per­schaft­s­teuer abführen, und zwar auf inländis­che Div­i­den­den, im Inland erzielte Mieten und Gewinne aus dem Verkauf inländis­ch­er Immo­bilien. Der Steuer­satz beträgt 15 %. Im Gegen­zug brauchen Anleger auf Auss­chüt­tun­gen und Kurs­gewinne ihrer Fonds teil­weise keine Abgel­tung­s­teuer zahlen. Die Höhe des steuer­freien Ertragsan­teils ist abhängig von der Art des Invest­ment­fonds. Bei Aktien­fonds mit min­destens 51 % Aktien­an­teil sind 30 % der Erträge für den Anleger steuer­frei, bei Mis­ch­fonds mit min­destens 25 % Aktien­an­teil sind es 15 % der Erträge. Die Erträge aus Immo­bilien­fonds sind zu 60 % steuer­frei, bei Fonds mit über­wiegend aus­ländis­chen Immo­bilien sog­ar 80 %.

Tipp: Solange Ihre Kap­i­talerträge unter dem Steuer­frei­be­trag von jährlich 801 Euro (1.602 Euro bei Ver­heirateten) bleiben, zahlen Sie darauf gar keine Steuern. Sie kön­nen Ihrer Bank einen Freis­tel­lungsauf­trag in dieser Höhe erteilen oder sich die bere­its ein­be­hal­tene Abgel­tung­s­teuer in der Einkom­men­steuer­erk­lärung vom Finan­zamt zurück­holen.