Wie investiere ich bei Inflation oder Deflation?

Geldanlage
Wohin mit dem Geld?

Wenn das Geld an Wert ver­liert, sind Anleger mit Sach­w­erten poten­ziell am besten bedi­ent. Dazu gehören Immo­bilien und Gold, aber auch Unternehmens­beteili­gun­gen.

Anleger soll­ten auf Qual­ität acht­en und gut diver­si­fizieren. Denn nicht jede Anlageklasse für sich eignet sich ide­al, um das Ver­mö­gen zu sich­ern. Bei Immo­bilien bleibt der Wert zwar mit hoher Wahrschein­lichkeit erhal­ten, aber Immo­bilienbe­sitzer kön­nten über Son­der­ab­gaben zur Kasse gebeten wer­den. Bei ver­mi­eteten Objek­ten dürfte es zudem schw­er sein, die Mieten den Preis­steigerun­gen anzu­passen. Als Vorteil dürfte sich eine Immo­bilie für den­jeni­gen ent­pup­pen, der den Kauf über Kred­it finanziert hat. Denn genau­so wie das Ver­mö­gen an Wert ver­liert, sinkt auch der Wert der Schulden.

Edel­met­alle wie Gold haben ihren Wert in der His­to­rie stets nur über lange Zeiträume erhal­ten. Den besten Infla­tion­ss­chutz bieten Aktien, so das Ergeb­nis ein­er Studie der Pri­vat­bank Von­to­bel, die die Entwick­lung unter­schiedlich­er Asset-Klassen in ver­gan­genen Infla­tions- und Defla­tion­sszenar­ien unter­sucht hat. Basis waren sechs Phasen der Infla­tion und zwei Phasen der Defla­tion in den USA seit dem Jahr 1900, wobei Infla­tion mit jährlichen Preis­steigerun­gen von min­destens 5 % definiert wor­den ist.

Gute Unternehmen, das zeigt die Geschichte, haben schon einige Krisen über­standen. Anleger soll­ten jedoch nicht erwarten, dass die Kurse sta­bil bleiben oder gar per­ma­nent nach oben ziehen. Allerd­ings sind die Aus­sicht­en gut, dass sich Qual­ität­sun­ternehmen nach möglichen Tur­bu­len­zen schnell wieder erholen.

Tages­geld oder Zinspa­piere sind in Infla­tion­sszenar­ien kaum zu empfehlen. Vor allem lange Zins­bindun­gen kön­nten Ver­luste brin­gen, wenn die Preise schnell steigen.

Was ohne Verzin­sung von 100.000 Euro Barver­mö­gen in unter­schiedlichen Infla­tion­sszenar­ien übrig bleibt, sehen Sie hier:

Infla­tion­srate3 %5 %7 %
5 Jahre86.261 Euro78.353 Euro71.299 Euro
10 Jahre74.409 Euro61.391 Euro50.835 Euro
30 Jahre41.199 Euro23.138 Euro13.137 Euro

Deflation

Im Defla­tion­sszenario schwächelt die Wirtschaft, die Gewinne der meis­ten Unternehmen sinken. Entsprechend sind Aktien in diesem Szenario nicht zu empfehlen.

Sinken die Preise, sind Anleger mit Unternehmen­san­lei­hen, Staat­san­lei­hen oder Bargeld am besten aufgestellt. Auch Immo­bilienbe­sitzer, die Wohn­raum ver­mi­eten, dürften zu den Gewin­nern zählen, weil die Mieten nicht nach unten angepasst wer­den. Das gilt allerd­ings nur so lange, wie die Mieten auch gezahlt wer­den kön­nen. Und nur für die Immo­bilienbe­sitzer, die die Immo­bilie bere­its abbezahlt haben. Wer noch eine Hypothek abtra­gen muss, kön­nte auch als Selb­st­nutzer unter Druck ger­at­en – zum Beispiel, wenn die Löhne sinken, die monatliche Bankrate aber unverän­dert bleibt.