Fehler 1: Emotionen nicht im Griff Mit den passenden Strategien können Sie Psychofallen umgehen

Fehler 1
Emotionen nicht im Griff

Emo­tio­nen sind kein guter Anlage­ber­ater. Mit den passenden Strate­gien kön­nen Sie Psy­chofall­en umge­hen.

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Offen­sichtlich empfind­en es viele Anleger als Nieder­lage, Ver­luste zu real­isieren.“
- Cor­nelia Trekel, stel­lv. Grup­pen­lei­t­erin Ser­vice bei comdi­rect

Wir stellen fest, dass Pri­vatan­leger oft mit dem Ein­stieg zögern und erst dann Aktien kaufen, wenn der Aufwärt­strend sich dem Ende neigt. Oder aber sie steigen bere­its bei min­i­malen Kor­rek­turen vorschnell aus, obwohl der Aufwärt­strend noch intakt ist und die Börsen weit­er nach oben ziehen. Damit ver­passen sie einen Großteil des Poten­zials.

Umgekehrt liegen viele Ver­lus­tak­tien in den Depots. Offen­sichtlich empfind­en es viele Anleger als Nieder­lage, Ver­luste zu real­isieren. Das zeigt sich auch daran, dass ­Aktien oft so lange gehal­ten wer­den, bis sie den Ein­stiegskurs wieder erre­ichen – selb­st wenn das Jahre dauert, in denen Anleger dann keine Ren­dite erzie­len. Manch ein­er kauft dann im Abwärt­strend unüber­legt nach und riskiert weit­ere Ver­luste, ganz nach dem Mot­to: Jet­zt kann es ja nur noch nach oben gehen. Ein Irrtum, der viel Geld kosten kann.

Auch sind Anleger offen­sichtlich anfäl­lig für ‚Mod­en‘. Geis­tert ein The­ma durch die Medi­en, wird geordert, unab­hängig davon, ob das zur Gesamt­strate­gie und zum Risiko­pro­fil passt.“

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In Geld­din­gen han­deln Men­schen sel­ten ratio­nal.“
— Joachim Gold­berg, Behav­ioral-­Fi­nance-Spezi­a­list, Gold­berg & Gold­berg

Gier, Panik, Selb­stüber­schätzung oder Ver­lust-Aver­sion: In Geld­din­gen han­deln Men­schen sel­ten ratio­nal. Erfolge wer­den der eige­nen Fähigkeit zugeschrieben, mögliche Ver­luste dage­gen ver­drängt. Beson­ders gefährlich sind Anfangser­folge, weil sie zur Selb­stüber­schätzung ver­leit­en. Aus psy­chol­o­gis­ch­er Sicht ist das ver­ständlich, Gewin­nen macht ein gutes Gefühl. Aber bei der Gel­dan­lage kann das teuer wer­den. Als Dis­po­si­tion­sef­fekt beze­ich­net man den Hang, Gewin­ner­ak­tien vorschnell zu verkaufen und Ver­lier­er zu behal­ten, weil man ein­mal Gewonnenes nicht hergeben und sich keine Nieder­la­gen eingeste­hen will. Was gegen die Psy­chofall­en hil­ft? Ein Börsen­t­age­buch führen, feste Regeln definieren und Verkäufe automa­tisieren, etwa per Trail­ing Stop. Statt sich am Ein­stand­spreis zu ori­en­tieren, sollte man sich fra­gen, ob man das Unternehmen heute auch noch kaufen würde. Wenn nicht, wird verkauft. Wem die Diszi­plin fehlt, der sollte ­delegieren oder Fonds kaufen – und dabei auf die Gebühren acht­en. Auch ein Spar­plan diszi­plin­iert und senkt das Tim­ing-Risiko.“