Robo und Aufsicht

Robo Advisor
Wie Menschen den Robo Advisor im Investment­prozess unterstützen

Dynamis­ch­er Robo Advi­sor mit Maschi­nen­pow­er sucht Invest­ment­ex­perten mit Erfahrung.

Der Algo­rith­mus eines Robo Advi­sors, meist hochkom­plex mit zehn­tausenden von Pro­gram­mierzeilen, ist sehr leis­tungs­fähig. Er kann enorme Daten­men­gen inner­halb kürzester Zeit analysieren und regel­basierte Han­delsstrate­gien präzis­er als jed­er Men­sch umset­zen. Er sam­melt Dat­en und je mehr dieser Daten­pool anwächst, desto tre­ff­sicher­er wer­den seine Entschei­dun­gen. So gese­hen, ist der Algo­rith­mus intel­li­gent und lernt sog­ar dazu. Man muss sich aber klar­ma­chen, dass diese „kün­stliche Intel­li­genz“ und auch die Art, wie die Mas­chine lernt, sich grundle­gend von unser­er men­schlichen Intel­li­genz unter­schei­den. Sich­er — es gab auf­se­hen­erre­gende Erfolge in den Bere­ichen „arti­fi­cial intel­li­gence“ und „machine learn­ing“ bei Brettspie­len. Das Pro­gramm Alp­haZe­ro bringt sich selb­st bei, wie man nahezu fehler­los Schach und Go spielt. Dabei schlägt es alle Großmeis­ter und von Men­schen pro­gram­mierte Com­put­er­pro­gramme. Aber so kom­plex Schach und Go auch erscheinen mögen: so sim­pel und unverän­der­lich sind doch hier die Regeln.

Komplexe Kapitalmärkte und „weiche“ Informationen

Ganz anders geart­et ist das Ter­rain, in dem Robo Advi­sors sich bewe­gen: die inter­na­tionalen Kap­i­talmärk­te. Denn egal ob die Regeln ein­pro­gram­miert oder vom Algo­rith­mus aus den Dat­en abgeleit­et wur­den: Sie sind nicht alle in Stein gemeißelt und kön­nen sich ändern, wenn die Bedin­gun­gen an den Kap­i­talmärk­ten sich ändern. Hinzu kommt die Fülle von „weichen“ Infor­ma­tio­nen, die sich auf Preise und Kurse von Wert­pa­pieren auswirken: Unternehmen­snachricht­en, poli­tis­che Ereignisse, Naturkatas­tro­phen etc.

Deshalb sind wir im Bere­ich der Gel­dan­lage – trotz gewaltiger Fortschritte bei den Robo-Algo­rith­men – noch nicht so weit, der Mas­chine alles zu über­lassen. Die enorme Rechen­pow­er und kün­stliche Intel­li­genz eines Robos wird im Ide­al­fall noch durch men­schliche Exper­tise unter­stützt. Ein­er­seits müssen die Experten die Mas­chine mit möglichst umfassenden Dat­en ver­sor­gen, z.B. mit his­torischen Kurs­dat­en von Wert­pa­pieren. Nur mit guten Dat­en kann der Robo opti­mal arbeit­en. Ihre andere Auf­gabe ist es „weiche“, kursrel­e­vante Infor­ma­tio­nen zu beurteilen, die dem Robo nicht ohne weit­eres „gefüt­tert“ wer­den kön­nen.

Beim Brexit braucht der Robo menschliche Unterstützung

Das his­torisch ein­ma­lige Ereig­nis des britis­chen EU-Aus­tritts hat weitre­ichende Kon­se­quen­zen für die Aktien-, Währungs- und Anlei­hen­märk­te in Großbri­tan­nien, aber auch in Europa und Deutsch­land. Noch haben britis­che Fir­men freien Zugang zum europäis­chen Bin­nen­markt und kön­nen ohne Zölle und lang­wierige Kon­trollen in- und exportieren. Aber das wird sich ändern. Wie genau wird erst nach und nach klar. Wie wer­den die Beziehun­gen zwis­chen dem Vere­inigten Kön­i­gre­ich und seinem wichtig­sten Han­delspart­ner, der EU, in Zukun­ft ausse­hen? Gibt es einen „harten“ oder „weichen“ Brex­it? Kön­nen die Briten rasch neue Han­delsverträge mit der EU und anderen glob­alen Han­delspart­nern schließen? Die Beant­wor­tung dieser Fra­gen hat offen­sichtliche Kon­se­quen­zen für den britis­chen Aktien­markt, immer­hin der nach Mark­tkap­i­tal­isierung mit Abstand größte Aktien­markt in Europa. Hier müssen men­schliche Experten die Entwick­lung der Lage ein­schätzen und in die Invest­mententschei­dun­gen der dig­i­tal­en Ver­mö­gensver­wal­tung ein­fließen lassen. Ein Robo Advi­sor ohne men­schliche Exper­tise würde son­st die Depots der Anleger möglicher­weise zu stark mit britis­chen Aktien füllen, deren schein­bar gün­stiger Preis ein­fach nur die erwarteten Schwierigkeit­en im Zusam­men­hang mit dem Brex­it reflek­tiert. Es gibt noch mehr Beispiele, die aufzeigen, warum das Zusam­men­spiel aus kün­stlich­er Intel­li­genz und men­schlich­er Exper­tise bessere Ergeb­nisse erzielt.

Robo und Aufsicht
© Nika­da via Get­ty Images

Freier Welthandel oder Protektionismus?

Nach­dem in den let­zten Jahrzehn­ten Han­dels­bar­ri­eren wie Ein­fuhrzölle durch ver­schieden Frei­han­delsabkom­men immer mehr abge­baut wor­den waren, ist in let­zter Zeit eine gegen­läu­fige Entwick­lung zu beobacht­en. Neue Ein­fuhrbeschränkun­gen wur­den erlassen, mit zurzeit noch beschränk­ten Auswirkun­gen. Inwieweit das Ganze den Welthandel und damit auch die Aktien­märk­te ern­sthaft gefährdet, kann kein noch so schlauer Algo­rith­mus beurteilen. Auch hier müssen erfahrene Invest­ment-Experten die Risiken für das dig­i­tale Ver­mö­gensver­wal­tungs­de­pot ein­schätzen.

Robo Advisor brauchen Expertise

Bei com­in­vest, dem Robo Advi­sor von comdi­rect, wird genau dieser Ansatz ver­fol­gt: die Sym­biose aus kün­stlich­er Intel­li­genz und men­schlich­er Exper­tise und Kon­trolle. Erfahrene Invest­ment-Experten passen regelmäßig die über­greifende Port­fo­lio-Struk­tur an und ver­sor­gen den Algo­rith­mus mit zusät­zlichen Dat­en. So wird sichergestellt, dass die Algo­rith­men stets auf ein­er opti­malen Daten­ba­sis arbeit­en, um noch bessere Entschei­dun­gen tre­f­fen zu kön­nen. Nicht alle am Markt vertrete­nen Robo Advi­sors haben so eine starke men­schliche Kom­po­nente. Aber die Experten von comdi­rect sind sich sich­er: vor­läu­fig kommt man ganz ohne den Men­schen noch nicht aus. Man darf aber ges­pan­nt sein, welche Auf­gaben der Robo in Zukun­ft durch verbesserte Lern­fähigkeit und kün­stlich­er Intel­li­genz vom Men­schen übernehmen kann.