cominvest: Verliebe dich nie in eine Aktie

Geldanlage Verliebe dich nie in eine Aktie

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Gro­ße Gefüh­le sind schön. Aber bei der Geld­an­la­ge haben sie nichts zu suchen. Ein kla­rer Kopf und kla­re Regeln sind für den finan­zi­el­len Erfolg ent­schei­dend.

Knis­tern­de Span­nung liegt in der Luft, ver­stoh­le­ne Bli­cke flie­gen durch den Raum, Flug­zeu­ge im Bauch: Ver­liebt zu sein ist ein dra­ma­ti­sches Gefühl. Der Blick ist auf das Posi­ti­ve gerich­tet und poten­zi­el­le Pro­ble­me wer­den aus­ge­blen­det. So schön sol­che Emo­tio­nen sind: An einem Ort soll­te man sich das Ver­liebt­sein bes­ser ver­knei­fen – an der Bör­se. Denn bei der Geld­an­la­ge haben gro­ße Gefüh­le nichts zu suchen.

Ver­lie­be dich nie in eine Aktie“ – so lau­te­te die Maxi­me von Peter Lynch. Lynch gilt als einer der größ­ten Anle­ger und Fonds­ma­na­ger des 20. Jahr­hun­derts. Mit sei­nem Magel­lan Fund bescher­te er Anle­gern über Jahr­zehn­te her­vor­ra­gen­de Ren­di­ten. Sein Mot­to für einen kla­ren Kopf hat er immer befolgt. Denn Lynch wuss­te: Lie­be kann blind machen oder zumin­dest die kla­re Sicht beein­träch­ti­gen. Vie­le Bör­sia­ner ken­nen das aus Erfah­rung: Es gibt bestimm­te Akti­en, die wach­sen einem beson­ders ans Herz. Das kön­nen Papie­re von Unter­neh­men sein, die Anle­ger mit ihrem Hob­by ver­bin­den – Har­ley-David­son für den Motor­rad­fah­rer, Adi­das für den Jog­ger oder Borus­sia Dort­mund für den Fuß­ball­fan. Oder es sind Akti­en aus einem Sek­tor, in dem man sich beson­ders gut aus­kennt – der Inge­nieur in der Auto­mo­bil­bran­che etwa oder der Desi­gner bei den Luxus­mar­ken.

Liebe ist schwer zu kontrollieren

Auch ver­sier­te Inves­to­ren haben manch­mal Mühe, sich nicht zu ver­lie­ben. Denn bei der Geld­an­la­ge gibt es zahl­rei­che Psy­chof­al­len. Ein gan­zer For­schungs­zweig beschäf­tigt sich damit – die Beha­vio­ral Finan­ce. Sie hat schon bei vie­len Bör­sia­nern „Selbst­über­schät­zung“ kon­sta­tiert. Das heißt: Bei guter Kurs­ent­wick­lung glau­ben Anle­ger gern, schon immer von der Über­le­gen­heit der Aktie gewusst zu haben. Sie kon­trol­lie­ren ihre Depots regel­mä­ßig und über­le­gen, was sie mit den schö­nen Gewin­nen als Nächs­tes kau­fen wer­den. Wenn die Kur­se dage­gen sin­ken, flacht bei eini­gen das Inter­es­se am eige­nen Depot­kon­to ab, und ganz Ent­täusch­te zap­pen sogar vor der 20-Uhr-Tages­schau weg, weil sie die Hiobs­bot­schaf­ten in der „Bör­se vor acht“ nicht sehen wol­len.

Auch die soge­nann­te „Home Bias“ gehört zu den typi­schen Psy­chof­al­len. Das heißt: Anle­ger ver­lie­ben sich gern in Akti­en, die sie ken­nen – etwa aus dem DAX. Der deut­sche Akti­en­markt macht aber gera­de ein­mal 3 % des MSCI World Index aus. Des­halb soll­ten Anle­ger ihre „Lie­be“ und Inves­ti­tio­nen welt­weit streu­en. Zudem knüp­fen Men­schen ger­ne an die Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit an. Die­ser soge­nann­te „Anker­ef­fekt“ hält man­che Bezie­hung noch nost­al­gisch am Leben, obwohl sie längst die Basis ver­lo­ren hat. Das gilt zwi­schen zwei Men­schen, aber auch zwi­schen Anle­ger und Aktie. Der ent­täusch­te Käu­fer war­tet lan­ge, dass die Aktie ihren Ein­stands­kurs wie­der erreicht, und schaut zu, wie das Papier wei­ter absinkt. „Der Anker­ef­fekt besteht oft auch bei Akti­en, mit denen man bereits in der Ver­gan­gen­heit Gewin­ne erzielt hat“, sagt Win­fried Wal­ter, Vor­stand und Fonds­ma­na­ger der Köl­ner Ver­mö­gens­ver­wal­tung Schnei­der, Wal­ter & Kol­le­gen.

Ob Ein­zel­wer­te, Bran­chen oder Regio­nen: Bei Finanz­an­la­gen lohnt sich ewi­ge Treue nur sehr sel­ten. Sie soll­ten in der Regel nur „Lebens­ab­schnitts­ge­fähr­ten“ sein, denn Trends und Märk­te ändern sich im Zeit­ver­lauf. So sind die meis­ten Shoo­ting­stars des Dot­com-Booms der Jahr­tau­send­wen­de längst ver­glüht. Nur weni­ge Aus­nah­men sind heu­te noch ganz vorn dabei. Auch die gro­ßen Hoff­nun­gen und das gute Gewis­sen bei Inves­ti­tio­nen in Akti­en aus dem Sek­tor der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en haben viel Lehr­geld gekos­tet. Zwar ist die Ener­gie­ge­win­nung aus Wind und Son­ne grund­sätz­lich eine gute Idee. Aber wer zu sehr für sei­ne Akti­en brann­te, ver­lor den Blick für die Ver­än­de­run­gen am Markt. Es gab weni­ger Sub­ven­tio­nen und die Kon­kur­renz aus Chi­na wuchs. Die Gewin­ne der Solar­un­ter­neh­men und die Kur­se ihrer Akti­en schmol­zen wie But­ter in der Son­ne.

Rational investieren mit dem Robo-Advisor

Lie­be darf bei Bör­sen­ge­schäf­ten kei­ne Rol­le spie­len“, mahnt der Köl­ner Fonds­ma­na­ger Win­fried Wal­ter. Zwar hat auch er Akti­en, die er seit vie­len Jah­ren inten­siv beob­ach­tet und oft in sei­nen Fonds hält: „Aber es ist wich­tig, gera­de bei die­sen Favo­ri­ten die aktu­el­len Zah­len und Fak­ten im Blick zu haben: Sonst sieht man nicht die Alarm­zei­chen, die auch ein­mal für einen Ver­kauf spre­chen.“ Wer sich als Pri­vat­an­le­ger die­sen nüch­ter­nen Blick nicht zutraut, kann die Anla­ge­ent­schei­dun­gen einem Fonds­ma­na­ger über­las­sen. Oder er setzt auf eine digi­ta­le Ver­mö­gens­ver­wal­tung wie comin­vest – das ist bereits ab einer Anla­ge­sum­me von 3.000 Euro mög­lich. Sobald die­ser Min­dest­be­trag inves­tiert wor­den ist, kön­nen Anle­ger zudem schnell und ein­fach einen Spar­plan ein­rich­ten.

comin­vest von com­di­rect ist ein soge­nann­ter Robo-Advi­sor, der die lang­jäh­ri­ge Erfah­rung von Finanz­markt­ex­per­ten mit der Effi­zi­enz einer Invest­ment-Soft­ware kom­bi­niert. Einer der gro­ßen Vor­tei­le des Robo-Advi­sors: Er ist frei von psy­cho­lo­gisch begrün­de­tem Fehl­ver­hal­ten. Das Com­pu­ter­pro­gramm bewer­tet die Aus­sich­ten von Märk­ten und Wert­pa­pie­ren gera­de mit Blick auf das Gan­ze: Die Opti­mie­rung des Port­fo­li­os im Hin­blick auf die geeig­ne­te Anla­ge­stra­te­gie steht im Vor­der­grund, so wer­den unter ande­rem schmerz­haf­te Lieb­schaf­ten zu ein­zel­nen Anla­gen im Depot ver­mie­den.