cominvest: Sind Aktien riskant?

cominvest Sind Aktien riskant?

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Vie­le Spa­rer scheu­en die Bör­se aus Angst vor Ver­lus­ten. Zu ris­kant sei ein Invest­ment in Akti­en. Doch ist die­se Sor­ge berech­tigt?

Laut des Deut­schen Akti­en­in­sti­tuts (DAI) hal­ten nur rund 10 Mil­lio­nen Men­schen in der Bun­des­re­pu­blik Akti­en. Für rund zwei Drit­tel (65 %) der Nicht-Akti­en­be­sit­zer sind Wert­pa­pie­re zu ris­kant. Das hat eine Umfra­ge des DAI und der Bör­se Stutt­gart erge­ben. Stimmt die­se Ein­schät­zung über­haupt? „Grund­sätz­lich ist jede Form der Geld­an­la­ge mit Risi­ken ver­bun­den. Dabei gilt: Je höher die Gewinn­erwar­tung ist, des­to stär­ker steigt das Risi­ko mit an“, sagt Andre­as Lip­kow, Finanz­ex­per­te bei com­di­rect.

Wert­pa­pie­re wie Akti­en bie­ten Anle­gern in Zei­ten der Nied­rig­zin­sen eine Chan­ce, an den Wert­ent­wick­lun­gen der Kapi­tal­märk­te teil­zu­ha­ben. Doch auch bei einem Invest­ment in Akti­en sind Ver­lus­te immer mög­lich. Die Wahr­schein­lich­keit des­sen hängt von meh­re­ren Fak­to­ren ab: Hal­te­dau­er, Grad der Diver­si­fi­zie­rung des Port­fo­li­os und Bewer­tung des Akti­en­mark­tes zum Zeit­punkt des Invest­ments. „Anle­ger soll­ten sich dar­über im Kla­ren sein, dass es auf­grund von Kurs­schwan­kun­gen zu Ver­lus­ten kom­men kann. Die Vola­ti­li­tät am Akti­en­markt gehört wie das Salz zu einer Sup­pe dazu. Die Ren­di­te­er­war­tung auf Mehr­jah­res­sicht im Ver­gleich zum aktu­el­len Zins­ni­veau ist die Beloh­nung für die Anla­ge in Akti­en“, erklärt Lip­kow.

Minimalrendite von 2,81 % bei 30 Jahren Laufzeit

Je län­ger der Anla­ge­ho­ri­zont ist, des­to gerin­ger wird das Risi­ko: Die Finanz­ex­per­ten von Alli­anz Glo­bal Inves­tors haben für den US-ame­ri­ka­ni­schen Akti­en­markt her­aus­ge­fun­den, dass – egal zu wel­chem Zeit­punkt inves­tiert wur­de – bei einer Lauf­zeit von 30 Jah­ren kei­ne rea­len Ver­lus­te ent­stan­den sind, son­dern im Gegen­teil: Anle­ger kamen im schlech­tes­ten Fall auf eine durch­schnitt­li­che Ren­di­te von 2,81 % pro Jahr.

Auf die­se Mini­mal­ren­di­te wären Spa­rer gekom­men, die 1903 den US-Akti­en­in­dex Stan­dard & Poor’s 500 (S&P 500) gekauft und 1933 die Akti­en wie­der ver­kauft hät­ten. Bei einem Aus­gangs­ver­mö­gen von 10.000 US-Dol­lar erhöh­te sich der Wert in die­sem 30-Jah­res-Zeit­raum auf 22.965 US-Dol­lar. Bes­ten­falls wären aus einem Akti­en­in­vest­ment in der Ver­gan­gen­heit sogar 207.103 US-Dol­lar gewor­den – näm­lich dann, wenn der Anle­ger bereits ein knap­pes hal­bes Jahr­hun­dert frü­her, im Jahr 1857, sei­ne Kauf­or­der abge­ge­ben hät­te.

Längerer Anlagehorizont und Risikomanagement

Durch einen län­ge­ren Anla­ge­zeit­raum wird die Markt­zy­klik geglät­tet. Die­ser Effekt kann zu einer Erhö­hung der Ren­di­te füh­ren“, sagt Lip­kow. „Das zeigt auch die Unter­su­chung von Alli­anz Glo­bal Inves­tors.“

Zum Schutz vor grö­ße­ren Kurs­ver­lus­ten soll­ten Anle­ger zusätz­lich ein strin­gen­tes Risi­ko­ma­nage­ment betrei­ben. „Das bedeu­tet, sobald eine bestimm­te Ver­lust­gren­ze über­schrit­ten wird, ist es sinn­voll, Akti­en­be­stän­de zu ver­kau­fen. Dadurch besteht für den Anle­ger die Mög­lich­keit, neue Anla­ge­chan­cen nut­zen und die rea­li­sier­ten Kurs­ver­lus­te wie­der aus­glei­chen und bes­ten­falls über­kom­pen­sie­ren zu kön­nen“, emp­fiehlt Lip­kow.

Wert­pa­pie­re unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Bei Wert­pa­pie­ren in aus­län­di­scher Wäh­rung kann es zu Wert­ver­lus­ten durch Wech­sel­kurs­ver­än­de­run­gen kom­men. Die­ser Text dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung und kei­ne Anla­ge­emp­feh­lung dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung.