cominvest: Risikooptimierung

cominvest "Bei Wertpapieren sollte es immer um Risikooptimierung gehen"

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten
cominvest: Herr Jarchow

Frederik Jarchow

Anlage­ex­perte bei comdi­rect

Ein Invest­ment in Wert­pa­piere ist mehr als nur eine sim­ple Transak­tion. Wer langfristig investieren möchte, sollte sein Ver­mö­gen diver­si­fizieren. Wie genau das funk­tion­iert und welche Vorteile ein Robo Advi­sor bietet, erk­lärt Fred­erik Jar­chow, Anlage­ex­perte bei comdi­rect.

comdi­rect: Herr Jar­chow, Sie sind bei comdi­rect für die Weit­er­en­twick­lung des Invest­ment­prozess­es zuständig. Kön­nen Sie mir sagen, was dynamis­ches Port­fo­lioman­age­ment aus­macht? Worauf kommt es dabei an?

Fred­erik Jar­chow: Gute Frage − ich fang mal am Anfang an: Anleger stellen zu einem bes­timmten Zeit­punkt ein Port­fo­lio zusam­men, das für diesen Zeit­punkt auch opti­mal ist. Doch ger­ade bei einem langfristi­gen Anlage­hor­i­zont verän­dern sich die Umstände. Externe Fak­toren wirken auf das Port­fo­lio ein. Das bedeutet verkürzt: Was ein­mal opti­mal war, ist es irgend­wann nicht mehr. Das Port­fo­lio dro­ht in die falsche Rich­tung zu laufen, wenn sich etwas Grundle­gen­des am Markt verän­dert. Auf diese Verän­derun­gen reagiert das dynamis­che Port­fo­lioman­age­ment. Durch regelmäßige Über­prü­fun­gen und dann gegebe­nen­falls darauf basierende Anpas­sun­gen wird der best­mögliche Zus­tand eines Port­fo­lios immer wieder aufs Neue hergestellt. Das Port­fo­lio wird qua­si dynamisiert.

comdi­rect: Heißt das, Sie passen ständig die Port­fo­lios an?

Fred­erik Jar­chow: Nein. Grundle­gende Anpas­sun­gen an der Alloka­tion der Port­fo­lios wer­den alle 16 Wochen vorgenom­men.

comdi­rect: Und was ist daran jet­zt dynamisch?

Fred­erik Jar­chow: Hier kommt die zweite Kom­po­nente des dynamis­chen Port­fo­lioman­age­ments ins Spiel − das Risiko­man­age­ment. Denn bei Wert­pa­pieren sollte es immer um Risikoop­ti­mierung gehen. Im Gegen­satz zur Ren­dite kann das Risiko bess­er berech­net und gem­anagt wer­den. Etwa, wenn es tat­säch­lich zu Mark­tschwankun­gen kommt, die über eine gewisse Nor­mal­ität hin­aus­ge­hen. Das bedeutet: Wenn die definierten Risiko­gren­zen geris­sen wer­den, dann schicht­en wir bei com­in­vest um, bis das Risiko des Port­fo­lios wieder im gewün­scht­en Rah­men liegt. Die Über­prü­fung der Risiko­gren­zen erfol­gt börsen­täglich. Mit­tel- und langfristig ist dann entschei­dend, dass das Port­fo­lio von sich aus − auf­grund der gut gestreuten Assets − das Risiko reduziert.

comdi­rect: Wie streue ich denn als Anleger meine Invest­ments am besten?

Fred­erik Jar­chow: Sie meinen, wie erre­iche ich eine möglichst bre­ite Diver­si­fika­tion?

comdi­rect: Ja.

Herr Jar­chow: Ihr Port­fo­lio sollte möglichst aus gegen­läu­fi­gen Werten beste­hen – also solchen mit neg­a­tiv­er Kor­re­la­tion. Dafür reichen unter Umstän­den bere­its 2 Werte.

comdi­rect: Haben Sie dafür ein Beispiel?

Fred­erik Jar­chow: Stellen Sie sich vor, in Ihrem Port­fo­lio sind Werte von zwei Unternehmen: einem Unternehmen, das Regen­schirme her­stellt, und einem, das Son­nen­creme pro­duziert. Das erste Unternehmen steigt immer dann im Wert, wenn es reg­net, da dann die Men­schen Regen­schirme brauchen. Und das zweite boomt, wenn die Sonne scheint. Wenn das eine Unternehmen gewin­nt, dann schwächelt das andere, und umgekehrt. Das nen­nt man eine neg­a­tive Kor­re­la­tion.

Für Ihr Port­fo­lio bedeutet das, Sie min­imieren das Risiko, da nicht bei­de Werte gle­ichzeit­ig fall­en wer­den. Sie reduzieren also den Anteil des unternehmensspez­i­fis­chen oder indi­vidu­ellen Risikos am Gesamtrisiko. Ähn­lich wie in diesem kon­stru­ierten Beispiel funk­tion­iert Diver­si­fika­tion vom Prinzip her auch aus­gerollt auf den Gesamt­markt. Je mehr Branchen oder Regio­nen in Ihrem Port­fo­lio abge­bildet wer­den, desto geringer ist Ihr indi­vidu­elles Risiko. Unter der Prämisse, das Risiko ger­ing zu hal­ten, also gut diver­si­fiziert zu sein, wird dann durch eine kluge und vorauss­chauende Asset-Selek­tion und -Alloka­tion die Ren­dite opti­miert.

comdi­rect: Und wie set­zen Sie das bei com­in­vest um?

Fred­erik Jar­chow: Grund­sät­zlich verteilen wir das Risiko über die Anlageklassen-Seg­mente wie Geld­markt, Anlei­hen, Equi­ty und alter­na­tives Invest­ment. Darüber hin­aus ver­fol­gen wir einen regionalen Ansatz. Dabei haben wir die Welt in unter­schiedliche Bere­iche eingeteilt – Deutsch­land, Europa, Asien, USA, Emerg­ing Mar­kets und Glob­al – und diver­si­fizieren darüber das Port­fo­lio. Durch unsere ETF- und Fond­sauswahl streuen wir zudem indi­rekt über Branchen. Unser Algo­rith­mus berech­net börsen­täglich die Kor­re­la­tio­nen und die Wer­ten­twick­lun­gen – oder anders gesagt: die Volatil­ität – und hat damit ständig einen Überblick über die aktuelle Lage des Port­fo­lios.

comdi­rect: Vie­len Dank für das Gespräch, Herr Jar­chow.

Wert­pa­piere unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Bei Wert­pa­pieren in aus­ländis­ch­er Währung kann es zu Wertver­lus­ten durch Wech­selkursverän­derun­gen kom­men. Dieser Text dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung und keine Anlageempfehlung dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.