Ohne Emotionen intelligenter investieren

cominvest Ohne Emotionen intelligenter investieren

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Die meis­ten Anle­ger han­deln eher emo­tio­nal als ratio­nal. Kost­spie­li­ge Fehl­grif­fe sind häu­fig die Fol­ge. Doch man kann sich mit Regeln behel­fen – oder vom Robo-Advi­sor hel­fen las­sen.

In der Theo­rie ist die Geld­an­la­ge ganz ein­fach. Der Mensch ver­fügt als Homo oeco­no­mi­cus über alle rele­van­ten Infor­ma­tio­nen, trifft ratio­na­le Ent­schei­dun­gen und streut sein Ver­mö­gen opti­mal. Bei Ände­run­gen an den Finanz­märk­ten agiert er mit küh­lem Kopf, struk­tu­riert sei­ne Anla­gen – wenn nötig – um und baut gedul­dig sein Ver­mö­gen auf. Das klingt gut; ist aber zu schön, um wahr zu sein. Denn es läuft in unlieb­sa­mer Regel­mä­ßig­keit anders. Wenn die Märk­te brum­men, wer­den Anle­ger häu­fig gie­rig und kau­fen selbst bei hohen Kur­sen zu. Bei fal­len­den Kur­sen bekom­men sie es mit der Angst zu tun und wei­sen auch das Son­der­an­ge­bot preis­wer­ter Akti­en zurück. Sie ren­nen dann mit­un­ter der Her­de hin­ter­her und über­schät­zen manch­mal auch ihre eige­nen Ana­ly­se­kom­pe­ten­zen. Die Erklä­rung: Der Mensch kann kaum anders – er ist bio­lo­gisch so dis­po­niert.

Glücksgefühle durchs Geldverdienen

Gier – so sagt der Volks­mund – frisst Hirn. Und gera­de bei der Geld­an­la­ge ist Gier eine der stärks­ten Moti­va­tio­nen: „Geld akti­viert Berei­che im Gehirn, die auch durch Dro­gen oder Sex ange­regt wer­den“, erklärt der Neu­ro­öko­nom Bernd Weber, Pro­fes­sor am Cen­ter for Eco­no­mics and Neu­ro­sci­ence (CENs) der Uni­ver­si­tät Bonn. Das hat Weber mit MRT-Auf­nah­men belegt. Sie zei­gen, wie das Gehirn auf bestimm­te Signa­le reagiert, wie es in bestimm­ten Momen­ten arbei­tet und durch­blu­tet ist. „Schon die Erwar­tung eines Gewinns löst im Hirn Glücks­ge­füh­le und Dopa­min­schü­be aus“, sagt Weber.

Wie sehr sich Anle­ger von ihren bio­lo­gi­schen Trie­ben lei­ten las­sen, hat der ame­ri­ka­ni­sche Ver­hal­tens­öko­nom Richard Tha­ler ana­ly­siert: Im Jahr 2017 erhielt er dafür den Nobel­preis für Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten. Tha­ler ist der bekann­tes­te Ver­tre­ter der soge­nann­ten „Beha­vio­ral Finan­ce“. Die noch ver­gleichs­wei­se jun­ge Wis­sen­schaft setzt sich mit den emo­tio­na­len Feh­lern bei der Geld­an­la­ge aus­ein­an­der. Sie kon­sta­tiert: Anle­ger neh­men sich zwar immer wie­der vor, nicht erneut die alten Feh­ler zu bege­hen. Doch die Vor­sät­ze schei­tern in der Regel, weil die Instink­te stär­ker als die Ratio­na­li­tät sind. Beha­vio­ral Finan­ce unter­sucht, wie Infor­ma­tio­nen auf­ge­nom­men, aus­ge­wählt und ver­ar­bei­tet wer­den. Wich­tig sind dabei Erkennt­nis­se aus der Psy­cho­lo­gie. So machen typi­sche Ver­hal­tens­mus­ter Anle­gern das Leben schwer:

  • Selbst­über­schät­zung: Der Pro­to­typ des nor­ma­len Anle­gers neigt dazu, sich und das eige­ne Pro­gno­se­ver­mö­gen zu über­schät­zen. Was gut gelau­fen ist – das ist sei­nem Näs­chen oder sei­ner Stra­te­gie zu ver­dan­ken. Was schief­ge­gan­gen ist – das war Pech oder eine schlech­te Emp­feh­lung. Spek­ta­ku­lä­re Gewin­ne blei­ben lan­ge im Gedächt­nis und wer­den ger­ne im Freun­des­kreis zum Bes­ten gege­ben; Fehl­spe­ku­la­tio­nen und hohe Ver­lus­te dage­gen gera­ten in Ver­ges­sen­heit.
  • Dis­po­si­ti­ons­ef­fekt: Gewin­ne machen einen Anle­ger glück­lich, aber noch aus­ge­präg­ter schmer­zen ihn Ver­lus­te. Macht ein Anle­ger zum Bei­spiel acht Mal 500 Euro minus, aber ein­ma­lig 5.000 Euro plus (also ins­ge­samt plus 1.000 Euro), ist er den­noch oft unzu­frie­den. Des­halb hal­ten Anle­ger an Ver­lie­rer­ak­ti­en mit­un­ter viel zu lan­ge fest. Manch­mal kau­fen sie bei den Ver­lie­rern sogar nach, weil sie sich ihren Fehl­griff nicht ein­ge­ste­hen wol­len. Das kann gut gehen, wenn ein Unter­neh­men nur eine schlech­te Pha­se hat­te. Oft genug jedoch ist ein Kurs­ab­sturz der Anfang vom Ende.
  • Kon­trol­l­il­lu­si­on: Was der Bau­er nicht kennt, das isst er nicht. Das alte Sprich­wort trifft auch auf Bör­sia­ner zu. Wenn sie Ein­zel­wer­te kau­fen, dann vor allem Akti­en von Unter­neh­men aus Deutsch­land. Sie unter­lie­gen der Kon­trol­l­il­lu­si­on und glau­ben, dass sie ihnen bekann­te deut­sche Unter­neh­men bes­ser bewer­ten kön­nen als aus­län­di­sche Unter­neh­men. So inves­tie­ren die deut­schen Pri­vat­an­le­ger zu mehr als 50 Pro­zent in deut­sche Ein­zel­wer­te – obwohl die­se nur rund 3 % am MSCI World Index aus­ma­chen. Ratio­nal ist das nicht.
  • Anker­ef­fekt: Etwas Ori­en­tie­rung braucht der Mensch. Des­halb hält er sich ger­ne an Erfah­run­gen und Leit­sät­zen aus der Ver­gan­gen­heit fest. Das nen­nen Psy­cho­lo­gen „Anker­ef­fekt“. Bis eine Weis­heit wie „Deut­sche Autos sind die bes­ten“ von der Wirk­lich­keit der Die­sel­kri­se über­holt wird, kann es sehr lan­ge dau­ern. Ähn­lich ist es an der Bör­se. Anle­ger schau­en beim Kauf oder Ver­kauf in die Ver­gan­gen­heit, z. B. auf ihren Ein­stiegs­kurs bei einer Aktie. Den wol­len sie beim Ver­kauf min­des­tens erlö­sen – und beach­ten nicht, dass sie mit ande­ren Invest­ments in der glei­chen Zeit deut­lich mehr hät­ten erwirt­schaf­ten kön­nen.

Regeln einhalten

Gier, Panik und Selbst­über­schät­zung: „In Geld­din­gen han­deln Men­schen sel­ten ratio­nal“, sagt Joa­chim Gold­berg. Der Beha­vio­ral-Finan­ce-Spe­zia­list und Geschäfts­füh­rer von Gold­berg & Gold­berg beschäf­tigt sich seit fast 40 Jah­ren mit dem Zusam­men­spiel von Men­schen und Märk­ten. Er emp­fiehlt Anle­gern, zur Ver­mei­dung von Psy­chof­al­len Regeln strikt ein­zu­hal­ten. „Dazu gehört z. B. eine auto­ma­ti­sier­te Ver­kaufs­stra­te­gie mit­hil­fe von Stopps und Trai­ling Stopps“, erklärt Gold­berg. „Statt auf den Ein­stands­preis zu schie­len, soll­ten sich Aktio­nä­re auch regel­mä­ßig fra­gen, ob sie die Akti­en in ihrem Depot aktu­ell noch kau­fen wür­den. Falls nicht – ver­kau­fen!“ Zudem kön­ne ein Bör­sen­ta­ge­buch zu mehr Dis­zi­plin ver­hel­fen. In einem sol­chen Tage­buch wür­den die wich­tigs­ten Über­le­gun­gen zu Stra­te­gie und Anla­ge­ent­schei­dun­gen notiert, Argu­men­te für oder gegen eine Inves­ti­ti­on auf­ge­lis­tet und der tat­säch­li­che Anla­ge­er­folg mit den Erwar­tun­gen ver­gli­chen.

Robo-Advisor arbeiten rational

Nicht jedem ist es gege­ben, sei­ne Instink­te zu beherr­schen und die­se Rezep­te zu beher­zi­gen. Wer sich ein dis­zi­pli­nier­tes regel­ba­sier­tes Inves­tie­ren in Eigen­re­gie nicht zutraut, kann auch eine digi­ta­le Ver­mö­gens­ver­wal­tung wie comin­vest nut­zen. comin­vest ist ein soge­nann­ter Robo-Advi­sor – eine Kom­bi­na­ti­on von Finanz­markt­ex­per­ten mit lang­jäh­ri­ger Erfah­rung und der Effi­zi­enz einer Invest­ment-Soft­ware, die auf der Basis von Daten Chan­cen und Risi­ken berech­net.

comin­vest legt das Geld der Kun­den ent­spre­chend einer Anla­ge­stra­te­gie an, die mit­hil­fe eines Fra­gen­ka­ta­logs fest­ge­legt wird. Es gibt fünf Anla­ge­stra­te­gi­en mit unter­schied­li­chen Chan­cen- und Risi­ko­pro­fi­len – von sehr defen­siv („Ertrag“) bis sehr offen­siv („Chan­ce“). Für die fünf Stra­te­gi­en wer­den jeweils Mus­ter­de­pots mit aktiv gema­nag­ten Invest­ment­fonds, ETFs und ETCs bestückt, die nach Ana­ly­se des Robos die best­mög­li­che Kom­bi­na­ti­on von Ren­di­te und Risi­ko bie­ten. Ver­schie­de­ne Anla­ge­klas­sen wie Akti­en oder Anlei­hen sind in den Mus­ter­de­pots so gewich­tet, dass die ver­ein­bar­ten Risi­ko­gren­zen nicht über­schrit­ten wer­den.

Die Mus­ter­de­pots wer­den nicht sich selbst über­las­sen, son­dern dyna­misch gema­nagt. Das bedeu­tet: Mit einem spe­zi­ell ent­wi­ckel­ten Invest­ment-Algo­rith­mus ana­ly­siert und bewer­tet comin­vest stän­dig die Flut an Infor­ma­tio­nen auf den welt­wei­ten Wert­pa­pier­märk­ten und lei­tet Trends ab. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den (16 Wochen) gibt es Emp­feh­lun­gen zur Umschich­tung und Opti­mie­rung des Depots. Anle­ger kön­nen ent­schei­den, ob Emp­feh­lun­gen nur nach Rück­spra­che „Wir gemein­sam“ oder auto­ma­tisch „Wir für Sie“ durch­ge­führt wer­den.