Girokonto kündigen:
so einfach funktioniert es

Girokonto kündigen und umziehen

Girokonten gibt es in Deutschland mehr als Einwohner – laut Statistischem Bundesamt waren es Ende 2017 rund 102,9 Millionen1. Allein das ist Beweis genug dafür, dass das Girokonto ein sehr relevantes – wenn nicht sogar das wichtigste – Finanzprodukt für die Deutschen ist. Das Girokonto kündigen? Das überlegen sich die meisten aber lieber 3 Mal. Auch wenn genügend Gründe dafürsprechen, das Girokonto zu kündigen, scheuen viele den Aufwand und verbleiben zum Teil aus Bequemlichkeit bei ihrem gewohnten Anbieter. Tatsächlich ist durchschnittlich sogar nur jeder 6. Deutsche dazu bereit, sein Girokonto zu wechseln2.

Erfahren Sie hier, welche Gründe für einen Wechsel sprechen und wie einfach es im Zweifel sein kann, Ihr Girokonto zu kündigen.

Gute Gründe, Ihr Girokonto zu kündigen

Sie ärgern sich schon länger über den Service bei Ihrer Bank, Ihnen erscheinen die Kosten an der ein oder anderen Stelle etwas hoch oder Sie vermissen bestimmte Funktionen? Es kann viele Gründe geben, wieso Kunden mit ihrem Girokonto nicht zufrieden sind. Aber nur Sie können etwas daran ändern, denn zwischen den verschiedenen Anbietern gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. Die Chancen stehen also gut, dass Sie Ihre Unzufriedenheit mit einer Kündigung und einem Wechsel Ihres Girokontos ad acta legen können.

Kosten hier, Kosten da: wann es sich lohnt, über eine kostengünstigere Alternative nachzudenken

Zweifellos – Sie wollen kein Risiko eingehen und sich auch nicht in bürokratische Aufwände stürzen. Es spricht nichts dagegen, sich gut zu überlegen, ob es richtig ist, Ihr Girokonto zu kündigen. Sie sind sich noch unsicher, ob die Gründe für Ihre Unzufriedenheit berechtigt sind? Dann prüfen Sie doch mal, ob Ihre Bank Ihnen Entgelte für

  • die Kontoführung
  • Transaktionen
  • Online-Banking
  • die Übertragung von Daueraufträgen
  • Informationen an Lastschriftnehmer und Überweisungsgeber

berechnet. Die aufgezählten Leistungen sind nicht bei allen Banken automatisch kostenfrei – selbst die kostenlose Kontoführung ist nicht selbstverständlich. Trotz dessen die Konkurrenz unter den Direktbanken weiter wächst, zählen insbesondere Filialbanken häufig noch immer auf Kontoführungsentgelte. Und selbst wenn eine kostenlose Kontoführung beworben wird, ist diese zum Teil an Bedingungen wie den Eingang eines Mindestgehalts oder eine Mindestanzahl an Transaktionen geknüpft. Die Übertragung von Daueraufträgen sowie Informationen an Lastschriftnehmer und Überweisungsgeber sind im Rahmen der Kontowechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) kostenlos. Eine solche Kontowechselhilfe bieten aber nicht alle Banken an.

Tipp: Ein kostenloses Girokonto können Sie zum Beispiel bei comdirect eröffnen. Hier gibt es keine monatlichen Kontoführungsentgelte– und zwar unabhängig von der Höhe Ihres monatlichen Geldeinganges oder anderen Bedingungen. Zusätzlich bietet Ihnen comdirect die Möglichkeit einer kostenlosen Kreditkarte zu Ihrem Girokonto. Damit können Sie grundsätzlich sogar im Ausland kostenlos Geld abheben. Beachten Sie aber: Geldautomatenbetreiber dürfen für die Bargeldauszahlung individuelle Entgelte erheben, worauf comdirect keinen Einfluss hat. Die Empfehlung lautet hier: Vor der Auszahlung am entsprechenden Automaten werden Sie auf ein etwaiges Entgelt immer hingewiesen. Nutzen Sie die Möglichkeit und brechen Sie den Vorgang an dieser Stelle kostenfrei ab. Als Alternative können Sie sich nach einem anderen Automaten umsehen oder bargeldlos bezahlen. Auch praktisch: Als moderne Online-Bank können Sie bei comdirect auch in den Genuss von kontaktlosem Bezahlen kommen.

Die gute Nachricht: Bei fast allen deutschen Banken sind zumindest Standarddienstleistungen wie Transaktionen kostenlos bzw. in den Kontoführungsentgelten enthalten. Wenn Ihre Bank also Entgelte für Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften oder Online-Banking erhebt, sollten Sie stutzig werden. Dann finden Sie auf jeden Fall eine bessere Alternative.

Von A wie Automaten bis Z wie Zinsen: weitere Gründe, Ihr Girokonto zu kündigen

Neben dem leidlichen Thema Entgelt kann es viele weitere Gründe geben, über einen Wechsel nachzudenken:

Hohe Überziehungszinsen: Manchmal passiert es, dass Sie Ihr Girokonto überziehen. Prüfen Sie einmal, wie hoch die Zinsen auf Ihren Dispositionskredit (eingeräumte Kontoüberziehung) bei Ihrer Bank sind und überlegen Sie, ob sich ein Anbieter mit geringeren Zinsen für Sie lohnt – vor allem, wenn Sie häufiger Ihr Konto überziehen.

Niedrige Sparzinsen: Da es auf dem Girokonto in der Regel keine Zinsen gibt, möchten viele Kunden Ihr Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto sparen. Doch auch dort ist das Zinsniveau von Bank zu Bank verschieden. Informieren Sie sich, bei welchem Anbieter sich eine solche Sparvariante am meisten lohnt.

Auslandsaufenthalt: Sie planen eine längere Reise oder gar einen Auslandsaufenthalt über mehrere Monate? Dann ist ein Girokonto bei einer Online-Bank, mit der Sie von überall auf der Welt aus Ihre Bankgeschäfte erledigen können, gut für Sie geeignet.

Service-Flaute: Faktoren wie telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr, Live-Chat, aufschlussreiche FAQs oder ein sicheres TAN-Verfahren beeinflussen die Kundenzufriedenheit enorm. Orientieren Sie sich hier ruhig an Banken mit starker Reputation und vielen positiven Kundenbewertungen.

Von Prämien profitieren: Ein Kontowechsel kann sich im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. Wenn Sie Ihr Konto aktiv nutzen und regelmäßig Eingänge verbuchen, erhalten Sie teilweise attraktive Prämien bzw. ein Startguthaben für eine Kontoeröffnung.

Tipp: Bei comdirect gibt es regelmäßig Aktionen, bei denen Sie neben vielen anderen Features zum Beispiel attraktive Willkommensprämien erhalten.

Zu wenige Geldautomaten: Manchmal schauen Sie sich vergeblich in der Gegend um oder müssen sich umständlich über Google Maps zum nächsten gebührenfreien Geldautomaten durchschlagen? Das kann ein großer Störfaktor sein. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Sie an Automaten, die zu Ihrer Bankengruppe gehören, auch kostenlos Bargeld abheben können. Aber vor allem bei kleineren Automatennetzen ist die Abdeckung vielerorts in Deutschland nicht besonders ausgeprägt. Wenn Sie jetzt versuchen, mit Ihrer girocard (Debitkarte) an einem x-beliebigen Automaten Bargeld abzuheben, können dafür Kosten im einstelligen Eurobereich auf Sie zukommen.

Tipp: comdirect gehört zur Cash Group. Das heißt, Sie können an rund 9.000 Geldautomaten der Commerzbank, Deutschen Bank, HypoVereinsbank und Postbank sowie an allen teilnehmenden Shell-Tankstellen und bei bis zu 13.000 Handelspartnern kostenlos Geld abheben. Erfahren Sie hier, wo der nächste Automat in Ihrer Nähe ist.

Kontowechsel in drei Schritten

Girokonto kündigen: einfacher, als gedacht

Sie haben sich dazu entschieden, Ihr Girokonto zu kündigen? Dann gehen Sie mit folgenden Schritten vor, um nichts Wichtiges zu vergessen:

1. Eine neue Bank finden

Zuerst sollten Sie die Konditionen verschiedener Banken hinsichtlich Ihrer Bedürfnisse vergleichen. Alles Gute ist nie beisammen – das trifft auch auf die Auswahl des Girokontos zu. Wägen Sie also ab und wählen Sie die Bank aus, die am besten zu Ihnen passt. Dort können Sie dann ein neues Konto eröffnen, was heutzutage fast immer bequem online funktioniert.

2. Den Wechsel vorbereiten: Zahlungspartner informieren

Vorab sei gesagt: Viele moderne Banken bieten heutzutage einen Kontowechselservice an, auch comdirect. Was bietet ein Kontowechselservice? Die Bank nimmt Ihnen einen großen Teil des Aufwandes ab, indem sie alle Zahlungspartner über Ihren Wechsel benachrichtigt, Daueraufträge auf Ihr neues Konto überträgt und Ihr Restguthaben auf das neue Konto überweist. Damit wird der Kontowechsel ein leichtes Spiel für Sie.

Wenn Ihre Entscheidung auf eine Bank fällt, die eine solche Kontowechselhilfe gemäß ZKG nicht anbietet, dann gehen Sie wie folgt vor:

Nachdem Sie Ihr neues Konto eingerichtet und Ihre girocard (Debitkarte) erhalten haben, geht es darum, den Wechsel vorzubereiten und alle wichtigen Zahlungspartner darüber zu informieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Ihr Arbeitgeber
  • Telefon-, Strom- und Gasanbieter
  • Ihr Vermieter
  • Kreditbanken (z. B. für Immobilienfinanzierung)
  • Versicherungen
  • andere Dienstleister mit Lastschriftermächtigung

Teilen Sie diesen einfach Ihre neue IBAN mit. Deaktivieren Sie alle Daueraufträge bei Ihrer alten Bank und richten Sie diese am besten direkt bei Ihrem neuen Anbieter ein. So überführen Sie alle Zahlungsaktivitäten auf Ihr neues Konto.

Tipp: Um sicherzugehen, dass Sie nichts vergessen, können Sie sich an den Kontoauszügen des vergangenen Jahres orientieren. Hier sehen Sie im Überblick, welche Lastschriften und Zahlungseingänge im letzten Jahr angefallen sind und wen Sie informieren sollten.

3. Das alte Girokonto kündigen

Sobald Sie sicher sind, dass Sie Ihr altes Girokonto nicht mehr benötigen, können Sie dieses kündigen – sofern nichts anderes vereinbart ist, in der Regel fristlos. Im Zuge des Kontowechselservices übernimmt die neue Bank diesen Vorgang in der Regel, nachdem Sie als Kontoinhaber Ihre Kündigungserklärung abgegeben haben.

Tipp: Wenn Sie es mit der Kündigung nicht eilig haben und für die Kontoführung bei Ihrem alten Anbieter nichts bezahlen, können Sie beide Konten auch einige Zeit parallel laufen lassen. So gehen Sie absolut sicher, dass Sie bei der Benachrichtigung keinen Zahlungspartner vergessen haben und auf Ihrem alten Girokonto tatsächlich keine Aktivitäten mehr stattfinden.

Die Kündigung erledigen Sie mit einem formlosen Schreiben schriftlich an Ihre alte Bank. Darin erklären Sie kurz und bündig Ihre Kündigung und geben folgende Informationen an:

  • Ihren Namen
  • die IBAN Ihres Kontos
  • Ihre neue Bankverbindung

Warum die neue Bankverbindung? Diese Information ist wichtig, damit Ihre alte Bank ein mögliches Restguthaben auf Ihr neues Konto überweisen kann.

So können Sie Ihr Kündigungsschreiben von oben nach unten aufbauen:

  1. Im Briefkopf: Name und Adresse Ihrer Bank sowie Name, Adresse und IBAN des Absenders
  2. Datum und Betreff (z. B. “Kündigung meines Girokontos”)
  3. Kündigungserklärung inklusive Kündigungszeitpunkt (in der Regel “zum nächstmöglichen Zeitpunkt”), neue Bankverbindung und Bitte um schriftliche Kündigungsbestätigung
  4. Datum, Ort und Unterschrift

Senden Sie Ihr Schreiben entweder per Post, E-Mail oder Fax an Ihre Bank. Wenn Sie bisher ein Girokonto bei einer Filialbank hatten und dieses kündigen möchten, können Sie das auch persönlich vor Ort tun. Vergessen Sie dabei nicht, sich Ihre Kündigung schriftlich bestätigen zu lassen.

Tipp: Manche Banken bieten alternativ zu einem formlosen Schreiben auch Formulare zum Ausdrucken an, die den Prozess vereinfachen. Außerdem gibt es Services, die Ihnen Vorlagen für Ihre Kündigung zur Verfügung stellen. Dort können Sie teilweise sogar via App Ihr Girokonto kündigen.

Und fertig – innerhalb weniger Tage erhalten Sie von Ihrer alten Bank eine Bestätigung über Ihre Kündigung.


1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38041/umfrage/anzahl-der-girokonten-in-deutschland-nach-bankengruppe/
2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/652659/umfrage/bankkunden-die-ihr-girokonto-wechseln-wuerden-nach-alter/