Tapetenwechsel 

An keinem anderen Ort spiegelt sich die Persönlichkeit eines Menschen so deutlich wider, wie im eigenen Zuhause. Ändert sich das Seelenleben, keimt häufig das Bedürfnis nach einem Tapetenwechsel. 

Du magst es zu Hause gemütlich? Sehnst Dich nach einem Ort der Geborgenheit, an dem Du Du sein, Dich zurückziehen, aber auch Freunde empfangen kannst? Dann geht es Dir wie den meisten Deutschen. Das Zuhause hat für sie eine große emotionale Bedeutung. 90 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts TNS bestätigten, dass es für ihr emotionales Wohlbefinden wichtiger sei, sich daheim wohlzufühlen, als beispielsweise ein teures Auto zu fahren.

Für Männer und Frauen ist der Wohlfühlfaktor gleichermaßen bedeutend. Allerdings kommt er auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Während Männer klare Strukturen bevorzugen und Wert auf technische Raffinessen legen, sind Frauenwohnungen gefühlsbetonter, kuscheliger und kommunikativer eingerichtet. Uwe Linke ist Wohnpsychologe und kann aus der Wohnungseinrichtung noch mehr Rückschlüsse auf den Bewohner ziehen. „Wohnen ist etwas Fundamentales für uns“, schreibt Linke in seinem Buch „Die Psychologie des Wohnens“. „Unser Ausdruck dieser Fundamente hat immer etwas mit uns zu tun. Daher ist die Art, wie wir wohnen, nie zufällig, sondern ein Spiegel unseres Charakters.“ Emotionale Typen umgeben sich etwa gerne mit persönlichen Fotos von Familie und Freunden. Eine mit Kleinkram und Nippes vollgestopfte Wohnung deutet auf einen extrovertierten Bewohner hin, wohingegen introvertierte Typen eher zu minimalistischer Einrichtung neigen. Bücherregale und Plattensammlungen sind quasi der Fingerabdruck eines Raumes. Welche Literatur ein Mensch liest und welche Musik er hört, erlaubt Einblicke in dessen Gefühlswelt. Außerdem lassen sich nirgendwo sonst auf den ersten Blick gemeinsame Interessen entdecken.

 

Drang nach Veränderung 

Die Wohnung ist auch ein Ort der Sicherheit und Beständigkeit. Und doch überkommt jeden früher oder später der Drang nach Veränderung. „Frauen überkommt dieser Wunsch deutlich häufiger als Männer“, wie der Wohnpsychologe bestätigt. Aber oftmals sind es ganz praktische Umstände, die den Wunsch oder auch die Notwendigkeit eines Tapetenwechsels auslösen. Etwa, wenn sich die Lebenssituation geändert hat. In die erste eigene Wohnung ziehen häufig Möbelstücke aus dem Jugendzimmer mit um. Das schont das Budget. Doch spätestens, wenn der Partner oder die Partnerin mit einzieht, braucht es frischen Wind. Kommt Nachwuchs hinzu, verändern sich meist auch die Anforderungen an die Einrichtung. Dann weicht die Plattensammlung der Spielzeugkiste, und der Glastisch wird gegen ein robusteres Holzmöbel ausgetauscht. Manchmal passt die ganze Raumaufteilung nicht mehr. Das Schlafzimmer wird umfunktioniert in ein Büro oder der Ankleideraum in ein zusätzliches Kinderzimmer. Während junge Familien ihren Wohnraum vergrößern wollen, neigen Familien mit älteren Kindern eher dazu, sich zu verkleinern. Erst recht, wenn der Nachwuchs flügge geworden ist und Räume leer stehen.

 

Das Budget entscheidet 

Je nach Lebenslage und Umfang der Veränderung variiert auch das Renovierungsbudget. Am genügsamsten sind ältere Singles. Laut der TNS-Studie planen die meisten von ihnen keine große Umgestaltung und wollen auch nicht viel Geld ausgeben. Sie kommen mit durchschnittlich 3.700 Euro aus. Ältere Paare ohne Kinder investieren schon mal mehr als 10.000 Euro in neue Möbel. Wichtig bei der Planung ist es, im Vorfeld möglichst genau den Rahmen abzustecken und die Kosten realistisch einzuschätzen, damit man an der Möbelhauskasse nicht überrascht wird. Eine Checkliste kann bei der Planung helfen.

 

Checkliste für die Renovierung 

Ein bisschen Farbe hier, neuer Teppich im Wohnzimmer und die Gardinen sind auch längst aus der Mode gekommen. Klingt nach wenig Aufwand, aber die Erfahrung zeigt, dass Renovierungskosten oft unterschätzt werden. Besser also die Arbeit vorher genau planen und die Kosten kalkulieren. Dann gibt es am Ende keine bösen Überraschungen.

  1. Den Rahmen festlegen
    Erster Schritt: Lege fest, welche Räume renoviert werden sollen und stelle einen möglichst realistischen Zeit- und Finanzplan dafür auf. Ist nur ein neuer Anstrich im Flur fällig oder muss das komplette Bad saniert werden? Ist die Arbeit am Wochenende machbar, oder musst Du dafür Urlaub beantragen? Wenn Du Möbel kaufst, kalkuliere die Lieferzeiten mit ein.
  2. Eigenleistung einplanen
    Laminat verlegen, Wände streichen und Tapezieren sind Arbeiten, die auch Ungeübte in Eigenleistung erledigen können. Aber wie sieht es aus, wenn schwere Schränke an der Wand angebracht oder Lampen an den Strom angeschlossen werden müssen? Wer für solche Aufgaben Handwerker beauftragt, kann 20 Prozent der Kosten für die Arbeitsleistung (nicht für das Material), höchstens aber 6.000 Euro pro Jahr bei der Einkommensteuer geltend machen. Wichtig ist, dass eine ordentliche Rechnung vorliegt.
  3. Notwendige Anschaffungen auflisten
    Wer kennt das nicht: Man zieht los, um Möbel fürs neue Schlafzimmer zu kaufen und kehrt zurück mit Bettwäsche, Kleiderbügeln und einem Pfannenwender. Um das Budget nicht überzustrapazieren, besser vorher genau überlegen, was benötigt wird, und sich beim Einkauf daran halten.
  4. Kosten kalkulieren
    Weißt Du, wie viele Eimer Farbe Du für die Verschönerung Deines Flurs benötigst oder wie viele Rollen Klebeband, um den neuen Teppichboden im Kinderzimmer zu verlegen? Kalkulationstools im Internet geben einen guten Anhaltspunkt, wie viel Material für welche Vorhaben benötigt wird und welche Kosten in etwa auf Dich zukommen.
  5. Preise vergleichen
    Wer genau weiß, welche Anschaffungen er tätigen muss, kann durch einen Online-Preisvergleich einen erheblichen Teil der Kosten sparen.
  6. Ausgaben finanzieren
    Für größere oder besonders dringende Investitionen kann es sich lohnen, einen Modernisierungskredit aufzunehmen. Für bestimmte Ausgaben, etwa für eine energieeffiziente Heizungsanlage, neue Fenster oder die Isolierung des Dachstuhls, kommt unter bestimmten Bedingungen ein staatlich gefördertes KfW-Darlehen infrage.

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